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Suzy Bogguss

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Sie hat eine angenehme Stimme, sie sieht gut aus und ist nicht immer mit der Mode geschwommen. Vielleicht hört man deshalb in den letzten Jahren nicht mehr sehr viel von Suzan Kay Bogguss. Sie hat nie Zweifel daran gelassen, dass eine Karriere in der Musik nicht wichtiger sei als andere Werte.

Sie kommt aus einer Gegend, die nicht für viele Country Stars hervor gebracht hat. Im Örtchen Aledo im Bundesstaat Illinois wurde Suzy Bogguss am 30. Dezember 1956 geboren. Ihr musikalisches Talent erbte sie von den Eltern, die deshalb auch früh entsprechende Ambitionen der Tochter förderten. So wuchs sie über Kirchen- und Schulchor nach und nach in die Musik hinein und trat während der Jahre am College bereits in Cafes und Club der Gegend auf.

Suzy BoggussNach Abschluss ihrer Ausbildung durfte sie sich Metallschmied nennen. Anfang der 1980er Jahre wagte sich Suzy Bogguss auf erste Tourneen und produzierte in Eigenregie ihr erstes Album „Suzy“. Heute ist es ein begehrtes Sammlerstück, denn verkauft hat sie es nur bei ihren Auftritten.

Im Jahr 1985 tauchte sie in Nashville auf und verdiente sich ihren Unterhalt als Demosängerin und durch zahlreiche Auftritte in Clubs der Stadt – wie so viele andere Hoffnungsvolle auch. Als sie dann für eine Saison in „Dollywood“ – gelegen in den Smokey Mountains, verpflichtet wurde, nutzte sie sofort die Gelegenheit, eine Demo-Kassette zu produzieren. Nicht nur zum Verkauf im Vergnügungspark, sondern auch als „Bewerbung“ bei einem Platten-Label.

Suzy Bogguss hatte gleich großes Glück in doppelter Hinsicht. Sie lernte in Dollywood ihren Ehemann, den bekannten Songschreiber Doug Crider kennen. Zudem gelangte die Kassette zu Jim Foglesong, der sie direkt für Liberty Records unter Vertrag nahm.

Jetzt nahm ihre Karriere Fahrt auf. 1987 gelang mit „I Don’t Want To Set The World On Fire“ ein erster kleiner Hit. Und sie machte sich gleich einen Namen als Interpretin von zeitgemäßer Country Music mit stark traditionellem Anstrich. Doch bis zum ersten wirklichen Hit sollte es noch ein paar Jahre dauern. Viel Lob erntete sie für ihre Version von „Somewhere Between“ und im Duett mit Lee Greenwood schnupperte sie mit „Hopelessly Yours“ erstmals an den Top Ten. 1991 gelang ihr der Durchbruch. Zunächst landete „Someday Soon“ auf Platz 12, doch „Outbound Plane“, „Aces“ und „Letting Go“ knackten die Top Ten. Alle 4 Singles stammen vom mit Platin bedachten Album „Aces“.

Die nächsten Alben enthielten durchweg hochwertige, ausgefeilte mainstream Country Music, getragen von ihrer prächtigen, ausdrucksstarken und wandlungsfähigen Stimme. 1992 wurde sie mit ihrer Version von John Hiatt’s „Drive South“ erst auf Platz 2 gestoppt. Es blieb ihr größter Hit, denn eine Nr. 1 war ihr bis dato nicht vergönnt. Aber es entstanden in der Folge so wunderschöne und zeitlose Aufnahmen wie „Just Like The Weather“, „Give Me Some Wheels“, „She Said, He Heard“ und „From Where I Stand“.

1994 nahm sie ein Album gemeinsam mit Chet Atkins auf, eine hoch-musikalische Angelegenheit, die aber kommerziell deutlich hinter den Erwartungen zurück blieb. Das Album deutete an, welchen Weg sie künftig gehen würde. Zunächst nahm sie sich eine Auszeit, um mit Ehemann Doug Crider eine Familie zu gründen. Nach der Geburt des ersten Kindes kehrte Bogguss 1997 in die Musik zurück. An frühere Erfolge anknüpfen konnte sie nicht mehr. Sie wollte es auch nicht mehr wirklich, denn die Country Music hatte sich, speziell für Sängerinnen, in eine andere, modernere Richtung orientiert. Ehrliche Haut, die sie nun mal ist, dankte sie Capitol Records und ihren dortigen Mitstreitern für die schönen Jahre und kündigte an, künftig andere, ihr am Herzen liegende musikalische Projekte zu realisieren.

Und das tat sie. 1999 erschien ein Album bei Platinum Records, 2001 folgte „Live At Caffe Milano“ auf ihrem eigenen Loyal Duchess Label. Das damalige Cafe in Nashville ist unterdessen längst geschlossen. Das Album war nur über ihre website erhältlich. Nach einem Weihnachts-Album überraschte Suzy Bogguss 2003 mit dem Album „Swing“, das von Compadre Records vertrieben wurde, mit dem Bogguss einen Deal hatte. „Swing“ wurde eines ihrer besten Alben, war kommerziell aber ein Reinfall. Sie meinte dazu: „Wir haben das nicht anders erwartet. Für mich war es ein Bedürfnis und Erlebnis, mit Ray Benson (Boss von Asleep at the Wheel) dieses Album zu realisieren. Er ist ein sehr guter Freund und hat mir in meiner Karriere viel geholfen. Ich habe bei keinem Album so viel Spaß gehabt. Aber wir waren uns klar, dass wir bei den Country Fans damit nicht auf Gegenliebe stoßen würden.“ Während es in den Country Charts nicht notiert wurde, kam das Album in den Jazz Charts immerhin auf Platz 6. Ähnlich erging es dem nächsten Album aus 2007 „Sweet Danger“.

Ihr bis dato letztes Album heißt „American Folk Songbook“ und beweist, welch großartige Sängerin Suzy Bogguss ist. Mit spärlichen Mitteln singt sie auf ihre unnachahmliche und entspannte Art allseits bekannte traditionelle Lieder. Angekündigt hat sie ein weiteres, ähnlich angelegtes Album, das den Titel „Wildwood Flower“ tragen soll. Ebenfalls erhältlich ist eine DVD betitelt „Wine, Women & Song“, die Sozy Bogguss gemeinsam mit ihren Kolleginnen Gretchen Peters und Matraca Berg zeigt.

Suzy Bogguss ist also weiterhin voll im Geschehen, sie will nur nicht mehr in den Kampf um Chart-Platzierungen geraten sondern sich ihre ganz persönlichen musikalischen Wünsche und Träume erfüllen, an denen wir dann teilhaben können.

Truck Stop 2019