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Skip Ewing

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Truck Stop 2019

Als Sänger war er bis heute deutlich weniger erfolgreich als mit den von ihm geschriebenen Songs: Skip Ewing. Aus dem sonnigen Kalifornien stammt der Bursche, in Redlands wurde er am 6. März 1964 als Donald Ralph Ewing geboren. Sein Vater war beim Militär, die Folge daraus: häufige Wohnortwechsel. Die Musik aber blieb eine ständige Begleiterscheinung, so sehr, dass er später einen Beruf daraus machte.

Besonders von Merle Haggard angetan, machte Ewing sich 1984 auf nach Nashville. Mehr noch als der Gesang hatte es ihm der Umgang mit Worten und Musik angetan. Skip Ewing arbeitete sich rasch zu einem der gefragtesten Autoren in Nashville hoch. Kaum ein renommierter Countrysänger hat nicht irgendwann auf einen Skip Ewing Song zurückgegriffen. Wenn die Unterlagen stimmen, war es sogar der große George Jones, der mit „One Hell Of A Song“ als Erster zugriff.

Skip EwingDer Sänger Skip Ewing bekam einen Vertrag bei MCA und tauchte 1988 erstmals in den Charts auf – „Your Memory Wins Again“ brachte ihn auf die Nr. 17. Es folgte „I Don’t Have Far To Fall“ auf Platz 8 und mit „Burnin‘ A Hole In My Heart“ auf Position 3 seine beste Notierung überhaupt. 1989 dann mit „It’s You Again“ noch einmal eine Nr. 5, bis ins Jahr 1997 war er dann nur noch sporadisch und außerhalb der Top Fifty vertreten.

Anders der Songwriter Skip Ewing. In dieser Eigenschaft ist Ewing mit nahezu allen erdenklichen Auszeichnungen bedacht worden, darunter ein Award für drei verschiedene Songs, die innerhalb von 12 Monaten auf Platz 1 standen. 13 „Million Air Awards“ von der Urheberrechtsfirma BMI stehen in seinen Vitrinen. Um diesen Erfolgen Konturen zu geben, hier einige Ewing-Werke, die zur Nr. 1 wurden: „I Believe“ (Diamond Rio), „You Had Me From Hello“ (Kenny Chesney), „Something That We Do“ (Clint Black), „Love Me“ (Collin Raye). „Rebecca Lynn“ (Bryan White).

Natürlich schreibt Ewing regelmäßig auch mit Kollegen, eine gängige Praxis im Songwriter-Mekka Nashville. Als Beispiel sei „Every Other Weekend“ genannt, das er mit Connie Harrington schrieb und auf Reba McEntire’s Duettalbum zu finden ist. Gleichzeitig ist er auch ihr Duett-Partner.

Eine besonders innige Beziehung hat der geschiedene Vater Skip Ewing zu seiner Tochter, die Rebecca Lynn heißt und ihn zu dem gleich betitelten Song inspirierte. Man meint, bei seiner eigenen Version einen noch emotionaleren Sänger zu hören als er es ohnehin schon ist. Sein Bestreben als Individuum sei es, so drückt er sich aus, der beste Mensch zu werden, der man sein kann. Ein hoher Anspruch, dem er sicher nicht gerecht werden könne. Und noch eine Überraschung hält er bereit, die aber typisch für ihn ist: „Man soll nicht sich selbst sondern den anderen für wichtig erachten. Auch in der Sprache. Wir fangen viele Sätze mit dem Wort „ich“ an. Soweit ich weiß, gilt das in eurer deutschen Sprache als verpönt. Gibt es da nicht den Leitsatz „ich und der Esel“?

Dazu passt, dass er im Interview auch sagte: „Ehrlich, ich rede nicht gern über mich oder meine Arbeit, lieber darüber, was andere daraus machen. Dennoch freut es mich, dass es Menschen gibt, die mehr über mich als Mensch, Sänger und Songschreiber wissen möchten.“

Skip Ewing bleibt im Rennen, er schreibt weiter gute Songs, er tritt auch gelegentlich weiter auf und vielleicht werden wir auch noch mal eine neue CD von ihm kaufen können.

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