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Roy Clark

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Er gehört zu den vielseitigsten Künstlern der Country Music und das schon seit mehr als drei Jahrzehnten. Sänger, Multi-Instrumentalist, TV-Unterhalter, Komödiant, Live-Entertainer, Songschreiber – all das vereinigt Roy Linwood Clark in seiner Person.

Als Sohn eines Tabakpflanzers wurde er am 15. April 1933 in Meherrin, Virginia geboren. Seinen entbehrungsreichen Job gab der Vater bald auf und ging mit der Familie nach Staten Island vor den Toren von New York City, ehe er einen besseren Job bei der Navy in Washington, D.C. ergatterte. Dort fand Roy Clark reichlich Nährboden für sein musikalisches Interesse und konnte sein offenkundiges Talent ausspielen.

Roy ClarkInnerhalb kurzer Zeit hatte er sich Gitarre, Fiddle, Mandoline und Banjo beigebracht. Als Instrumentalist sorgte er zunächst für Aufmerksamkeit und gewann diverse Wettbewerbe. Auch der Sport reizte den jungen Roy Clark, er testete sich als Baseballspieler und sogar als Boxer, ehe sich die Waagschale der Musik zuneigte. Denn seit einem Auftritt in der Grand Ole Opry mit 17 Jahren hatte er Blut geleckt.

Zusammen mit seiner „Clark Family“ sammelte er Live-Erfahrung (mit der Family würde er später immer wieder arbeiten und auch Alben aufnehmen), er spielte zeitweise in der Band von Marvin Rainwater und in den TV Shows von Jimmy Dean sowie George Hamilton IV, die teilweise in Washington produziert wurden. Aus der Band von Dean flog er übrigens wegen chronischer Verspätung, also Unzuverlässigkeit, worauf der Boss Clark bescheinigte, er sei der talentierteste Musiker, den er je rausgeworfen habe.

1960 ging Clark nach Las Vegas und schloss sich der Band von Hank Penny an. Jetzt holte man ihn auch und mit zunehmender Tendenz als Studiomusiker, z.B. für Wanda Jackson. Dass Jimmy Dean ihm nicht böse war zeigte sich als er „The Tonight Show“ übernahm, ihn in diese Show holte und ihn einem großen Publikum präsentierte. Danach spielte Roy Clark in mehreren Episoden der TV-Serie „The Beverly Hillbillies“ eine der Hauptrollen.

1963 schließlich nahm ihn Capitol Records als Sänger unter Vertrag, nachdem er bei zahlreichen Sessions für Capitol-Künstler schon als Gitarrist mitgewirkt hatte. Noch im gleichen Jahr landete Clark seinen ersten Hit mit dem Bill Anderson-Klassiker „The Tip Of My Fingers“ (Nr. 10). Von da an hielt er sich bis Ende der 1980 Jahre in den Single Charts, schaffte aber nur einmal mit „Come Live With Me“ (1973) die Spitzenposition. Dafür stehen Songs mit Langzeitwirkung zu Buche wie „Yesterday When I Was Young“, „I Never Picked Cotton“, „Thank God And Greyhound“. „Somewhere Between Love And Tomorrow“, „Honeymoon Feeling“ und „If I Had To Do It All Over Again“. Neben seinen „normalen“ Alben veröffentlichte Roy Clark auch Instrumental-Alben als Gitarrist sowie Bluegrass, teilweise mit „Family & Friends“.

Zu seiner Glanzzeit in den 1970er Jahren erhielt Roy Clark eine Reihe von CMA Awards, sowohl als „Komödiant des Jahres“ wie auch als „Entertainer“, und mehrmals als „Instrumentalist“. Doch den meisten Menschen wird er möglicherweise durch die legendäre TV-Show „Hee Haw“ in Erinnerung sein, die von 1969 an gut 20 Jahre lang lief. Gemeinsam mit Buck Owens fungierte er als Gastgeber, spielte aber auch in Sketchen mit, er war Teil des Gospel Quartets der Show und so etwas wie Mädchen für alles.

1983 erkannte er die Zeichen der Zeit, als er als einer der ersten – wenn nicht sogar als erster Country-Star, sein eigenes „Roy Clark Celebrity Theatre“ in Branson, Missouri eröffnete. Fast zwei Jahrzehnte blieb es eines der angesagten Theater dort, dann hat Clark es verkauft an die Hughes Brothers. Clark selbst tritt gelegentlich weiter live auf, oft gemeinsam mit Ramona Jones, der Witwe von Grandpa Jones. Mit ihm hat Clark oft und gern gearbeitet, u.a. in „Hee Haw“.

Mitglied der Grand Ole Opry wurde Roy Clark relativ spät, nämlich erst im Jahre 1987. In die Country Music Hall of Fame aufgenommen worden ist er im jahr 2009. Roy Clark wohnt seit geraumer Zeit in der Nähe von Tulsa, Oklahoma, wo auch sein langjähriger Manager Jim Halsey lebte.

Dem Vernehmen nach verspürt Clark kein Bedürfnis, noch einmal ein neues Album aufzunehmen. Es sei ihm vergönnt, es gibt reichlich Material für Wiederveröffentlichungen, das dieser Universal-Künstler über die Jahre produziert hat.

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