The Gambler: Don Schlitz
Schauen wir uns den Text etwas näher an. Da trifft der Erzähler besagten Spieler auf einer Eisenbahnfahrt. Aus Langeweile kommen beide ins Gespräch. Dabei sagt der Spieler, er könne aus langjähriger Erfahrung anhand der Augen seines Gegenübers etwas darüber sagen, wie dessen Karten aussehen. Gemeint sind dabei auch die im übertragenen Sinn. Ihm sagt er auf den Kopf zu, daß er kein Ass in der Hand hält. Und für einen kräftigen Schluck Whiskey sowie eine Zigarette erläutert der Spieler mit ausdruckslosem Gesicht: „Wenn Du das Spiel spielst, dann lerne, es richtig zu spielen. Jeder Spieler weiß, welche Karten er behalten und welche er loswerden muß. Das gilt für das Leben ebenso, auch da ist man Spieler und es kommt darauf an, was man daraus macht. Man muss eine Chance wahrnehmen, wenn sie sich bietet. Überlegung und Instinkt sind gefragt. So lautet das Fazit: Zähle nie dein Geld, solange du am Spieltisch sitzt, dafür ist Zeit genug, wenn das Spiel vorüber ist! Wer zu lange zögert und zuviel nachdenkt, den bestraft das Leben.“
Für den Erzähler sind dies Worte, die einem Ass gleich kommen. Vielleicht sogar ein wenig zuviel Hintergründigkeit und Doppelsinn in einem Song. Daß die Leute damit nicht überfordert waren, zeigt der Erfolg des Songs. „The Gambler“ diente immerhin auch als Grundlage für gleich zwei Filme, in denen Kenny Rogers die Hauptrolle spielte und die im amerikanischen Fernsehen hohe Einschaltquoten erzielten. Kritiker bescheinigten dem Star allerdings, er möge doch eher Sänger bleiben. „The Gambler“ erhielt 1979 einen Grammy und war u.a. bei der Country Music Association „Song des Jahres“.
Neben der Version von Kenny Rogers gibt es u.a. noch folgende Aufnahmen von Bobby Bare (Bare), Johnny Cash (Gone Girl), The Chipmunks (Urban Chipmunk), Chip Taylor (Somebody Shoot Out The Jukebox) und Peter Hofmann (Country Roads).


