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Mary Dillon: North

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Mit 48 Jahren startet sie ihr Debüt als Solistin. Mary Dillon stammt aus Dungiven in Nordirland, wo sie auch heute noch lebt. Sie ist eine der besten Folk-Sängerinnen von der grünen Insel. Seit frühester Kindheit fühlte sie sich zur Folk Music ihrer Heimat hingezogen. In der Dillon Family gab es für sie und ihre vier Geschwister reichlich musikalische Nahrung.

Mary Dillon sammelte entsprechende Platten und vor allem traditionelle Songs. In den 90er Jahren gehörte sie der populären Folk-Gruppe „Deanta“ an. Als die Gruppe immer erfolgreicher wurde, entschied sie sich gegen eine Karriere in der Musik und zugunsten ihrer Familie. Mehr als zehn Jahre war sie aus dem Blickfeld, nicht aber völlig weg von der Musik.

Nachdem ihre beiden Kinder erwachsen sind, kehrt sie nun wieder zurück. Nicht überstürzt sondern mit Bedacht. Einige Male konnte man sie als Gast bei Aufnahmen von Kollegen bereits hören, mit North stellt sie nun Anfang 2013 ihr erstes Solo-Album vor. Alle zehn Songs des Albums sind mit dem Norden von Nordirland verbunden. Neben sieben Traditionals gibt es drei neuere Songs, wobei Mary Dillon „The Boatman“ sogar selbst geschrieben hat.

Sie erläutert: „Einige der Lieder kenne ich seit meiner Kindheit. Es gibt bei uns eine so reichhaltige und interessante Folk Music.“ Manches davon ist auch immer wieder in die Country Music eingeflossen.
Die zehn Songs decken ein weites thematisches Spektrum ab, im Mittelpunkt stehen stets bestimmte Charaktere und eine interessante Story. Einige Beispiele: „The Banks Of Claudy“ wird bereits seit Generationen gesungen, eine Geschichte voller Ironie. Der Mann haut ab, kehrt nach längerer Zeit zu seiner Liebsten zurück – aber in Verkleidung, so dass sie ihn zunächst nicht erkennt. Er stellt sie auf die Probe, da sie die besteht, gibt es ein Happy End. Mary Dillon singt diese Ballade ebenso engagiert wie sie „Ard Ti Chuain“ in Gälisch vorträgt, einer in Irland beheimateten keltischen Sprache.

Ganz anders des Thema von „The Month Of January“. Ebenfalls ein Traditional, wird die Geschichte einer jungen Frau erzählt, die von ihrem Mann verlassen und mit ihrem Kind allein gelassen wird. Auch ihre Eltern stellen sich gegen sie und weisen ihr die Tür. Mary Dillon macht die Verzweiflung und den Ärger der jungen Frau spürbar. Der Song endet mit dem guten Rat an alle Frauen, ihr Nest nicht ganz oben im Baum zu bauen. Die Fallhöhe ist groß und wenn die Äste morsch werden, ist die Gefahr noch größer.
„John Conlon“ setzt einem 14Jährigen aus Irland ein Denkmal, der im 1. Weltkrieg als Soldat in Belgien sein Leben verlor. Nun liegt er auf dem Soldatenfriedhof im belgischen Poelcapelle. Krieg: Welch eine Verschwendung an Jugend und Leben überhaupt.

Es lohnt sich, den Texten zu folgen, das ist bei dem klaren, glockenhellen Gesang und normalen Englischkenntnissen nicht schwierig. Bei Mary Dillon klingt nichts gekünstelt, sie singt mit einer Natürlichkeit, der man anmerkt, dass ihr der Gesang in die Wiege gelegt wurde. Singen ist ganz einfach das, was ihr Spaß macht. Gelegentlich ist übrigens auch ihre Schwester Cara Dillon zu hören, seit Jahren eine feste Größe in der irischen Folk Music.

Fazit: „North“ ist ein akustisches Folk Album zum Genießen. Wohltuend angepasst ist die Instrumentierung, in die neben Fiddle und Dobro auch Flöte, Cello und Akkordeon einbezogen wurde. Zudem spielt Eamon McElholm eine ganz vorzügliche Gitarre. Mary Dillon dürfte mit diesem Album bei ihrem Comeback kein Problem haben.

   
Mary Dillon: North
Künstler: Mary Dillon
Albumtitel: North
Format: CD & Digital
Veröffentlicht: 2013
Label: Black Lane Records

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Trackliste:

01. When A Man’s In Love
02. Ballyronan Maid
03. The Boatman
04. The Banks Of Claudy
05. Edward On Lough Erne Shore
06. Bleacher Boy
07. John Condon
08. Knocknashee
09. The Month Of January
10. Ard Tí Chuain

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