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Bare, Rogers und Clement – Die Hall Of Fame erhält Zuwachs

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Ein großer Abend kündigt sich an. Alle Jahre wieder macht die Frage die Runde, „Wer kommt wohl dieses Jahr in die Country Music Hall Of Fame?“ Und wie immer finden sich im Vorfeld der Bekanntgabe die gleichen Diskussionen: „Ist es dieser, oder jener, oder vielleicht doch eher sie oder er?“ „Wäre es nicht langsam an der Zeit, soundso endlich in die Hall Of Fame aufzunehmen?“ Nun, für das Jahr 2013 wurden all diese Fragen beantwortet.

Anders als noch vor Jahren, als man die neuesten Mitglieder der Hall Of Fame im Rahmen der CMA Awards Show ehrte, geschieht das heutzutage in einer sogenannten „Medallion Ceremony“. Und einige Monate vorher gibt man in einer weiteren Zeremonie bekannt, auf wen die Wahl diesmal gefallen ist. Man kann das für gut oder schlecht halten (immerhin ist die Luft damit raus, und es bleibt noch die festliche Zeremonie), aber so ist es halt.

Seit einigen Jahren wählt man Menschen aus drei Kategorien aus: Veterans Era Artist, Modern Era Artist und in einer Kategorie, in der im Abstand von drei Jahren rotiert wird zwischen „Recording and/or Touring Musician Active Prior to 1980“, also den Live- und/oder Studiomusikern, die schon vor 1980 tätig waren (im letzten Jahr war der blinde Studiopianist Hargus „Pig“ Robbins der verdiente Glückliche), Songwritern und Non-Performern. In diesem Jahr ist es die Kategorie „Non-Performer“, und es trifft einen Songwriter und Produzenten, der auch selbst schon Alben und Singles als Künstler herausgebracht hat. Aber seine Berechtigung für die Aufnahme in die Country Music Hall Of Fame verdankt er der Tätigkeit als Produzent. Und es trifft genau den Richtigen.

„Cowboy“ Jack Clement, Produzent, Songwriter, Künstler… was hat er noch nicht gemacht? Er stammt aus Memphis, Tennessee, und seine Karriere begann bei SUN Records. Er war die rechte Hand von Sam Phillips, sein Toningenieur. Er nahm für SUN Roy Orbison, Carl Perkins und Johnny Cash auf. Er entdeckte Jerry Lee Lewis, machte mit ihm die ersten Aufnahmen und produzierte ihn. Später produzierte er auch Johnny Cash und schrieb dessen Nr. 1 Hits „Ballad Of A Teenage Queen“ und „Guess Things Happen That Way“. Er produzierte „Ring Of Fire“ von Johnny Cash für Columbia Records. Er arbeitete mit Stars wie Waylon Jennings, Dolly Parton, Hank Snow und natürlich Bobby Bare und Charley Pride, für die er ebenfalls große Hits („Miller’s Cave“, „Just Someone I Used To Know“) schrieb. Die Liste ließe sich beliebig verlängern.

In der Kategorie „Veterans Era Artist“ fiel die Wahl auf Bobby Bare, und man muß sich tatsächlich fragen, warum dieser Künstler nicht schon lange Mitglied der Hall Of Fame ist. Ihn vorzustellen wäre wie die berühmten Eulen nach Athen zu tragen. Es wurde nach meinem Empfinden allerhöchste Zeit, ihn in diese illustre Runde aufzunehmen. Vielleicht sollte man in Nashville einmal darüber nachdenken, welche Stars auch international einen hohen Bekanntheitsgrad haben. Dann wäre die Wahl sicherlich schon viel früher auf Bobby Bare gefallen.

Das gilt ebenso für das neue Mitglied aus der Kategorie „Modern Era Artist“, Kenny Rogers. Auch ihn kann man getrost mit dem Attribut „Weltstar“ versehen. Seine Karriere begann etwas später als die von Bobby Bare, und es ist schon erstaunlich, dass alle drei zukünftigen Mitglieder der Country Music Hall Of Fame in den 1930er Jahren geboren wurden.

Alle drei noch zu Ehrenden waren bei der Bekanntgabe anwesend und gaben kurze Statements ab, bzw. ließen kurze Statements abgeben, denn Cowboy Jack Clement überließ die kurze Ansprache seiner Tochter Alison, während er sich nach einem kurzen Wort des Dankes in die erste Reihe setzte. Bobby Bare war sichtlich gerührt, und auch Kenny Rogers waren die Freude und der Stolz sichtlich anzumerken. Die Bekanntgabe fand in der Rotunda der Country Music Hall Of Fame statt, an dem Ort also, an dem die Ehrentafeln der neuesten Mitglieder bald zu bestaunen sein werden. Allen drei Auserwählten unseren allerherzlichsten Glückwunsch!

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Über Bernd Wolf (140 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: Johnny Cash, Singer & Songwriter. Rezensionen und Biografien.