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He Stopped Loving Her Today: Bobby Braddock & Curly Putman

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In keiner anderen Musikrichtung spielen Worte eine so wichtige Rolle wie in der Country Music. Es sind Inhalte, mit denen sich sehr viele Menschen identifizieren können. Viele der ganz großen, zeitlosen Songs haben eine einfache, klar formulierte Aussage. Oft spielt das Gefühl dabei eine wesentliche Rolle. Dieses Lied erlangte in den letzten Apriltagen dieses Jahres 2013 leider traurige Aktualität im Zusammenhang mit dem Tod der Legende George Jones. Denn He Stopped Loving Her Today ist so sehr mit ihm und seiner Interpretation verbunden, wie kein anderes Lied, das er im Laufe seiner langen Karriere gesungen hat.

Wenn ein solcher Song gleich zwei aufeinanderfolgende Jahre von der Country Music Association als bester Song des Jahres ausgezeichnet wird, muss es sich schon um ein besonderes Kunstwerk handeln. „He Stopped Loving Her Today“ schaffte dieses Kunststück in den Jahren 1980 und 1981. Gleichzeitig trat das Lied damit den Nachweis an, dass es auch eines dazu passenden Interpreten bedarf, um die Botschaft so rüber zu bringen, dass ein Klassiker daraus wird.

Das Lied wurde von Bobby Braddock und Curly Putman geschrieben, zwei gestandenen Autoren, die jeder für sich dutzende andere Hits verbuchen konnten. Braddock hatte die Idee, gemeinsam bastelten sie an einem Liedchen, das eine abgöttische Liebe in den Mittelpunkt stellt, die nur durch den Tod ein Ende finden konnte. Nach mehreren Änderungen stand der Song – aber niemand wollte sich dafür erwärmen. Die beiden Autoren hatten sich schon schwer getan, mehr als ein Jahr verging, ehe sie eine Version zustande brachten, die wenigstens eine Grundlage sein konnte. Man konnte oder wollte sich nicht vorstellen, dass ein Song mit einer solch düsteren Stimmung ein Hit werden könnte. Der Erzähler berichtet von einem Mann, der die Liebe zu einer Frau nie aufgab, obwohl sie ihn verlassen hatte. Er werde sie bis zum letzten Atemzug lieben und hoffe deshalb, dass sie zu ihm zurückkommen werde. Im Refrain erfahren wir, dass der Mann nun tot ist, seine Hoffnung sich zu Lebzeiten nicht erfüllte. Immerhin erfahren wir aus der letzten Strophe, die es zunächst gar nicht gab, dass seine Liebe zu seiner Beerdigung erscheint.

Irgendwie gelangte der Song zwei, drei Jahre nachdem er geschrieben worden war in das Umfeld von George Jones. Dessen damaliger Produzent Billy Sherrill, selbst Autor etlicher Hits, war sofort überzeugt von dem Song und wollte, dass die Autoren noch eine Strophe anfügten. Darin sollte die Frau, die er bis in seinen Tod hinein nie aufgehört hatte zu lieben, obwohl sie ihn schnöde verlassen hatte, bei seinem Begräbnis auftauchen. Der kritische Sherrill ließ diverse Versionen schreiben, ehe er zufrieden war. Doch musste er viel Überredungskunst aufbringen, ehe George Jones, den er für den Einzigen hielt, der dem Song das nötige Charisma eingeben konnte, sich aufraffte. Denn George Jones mochte dieses Lied überhaupt nicht, er strengte sich bei den Aufnahmeversuchen auch nicht sonderlich an. Sherrill muss beinahe verzweifelt sein, denn es dauerte weit über ein Jahr, ehe die Aufnahme nach dutzenden von Versuchen endlich so im Kasten war, wie sie dann im Frühjahr 1980 als erste Single des Albums „I Am What I Am“ veröffentlicht wurde. George Jones war so sehr gegen das Lied, dass er mit seinem Produzenten um eine allerdings bescheidene Summe wettete, „He Stopped Loving Her Today“ würde keinen Menschen interessieren und ein totaler Flop werden.

Wie sehr man sich doch irren kann! Der Riesenerfolg des Songs bestätigte den Produzenten Billy Sherrill – er besorgte Mr. Jones damit den größten Knaller seiner ganzen Karriere!

Es war dieser Song, den manche Experten als einen der besten Country-Songs aller Zeiten einstufen, der die arg ins Stocken geratene Karriere des George Jones wieder richtig in Schwung brachte. Nach sechs Jahren Pause stand er damit erneut an der Spitze der Country Charts. Nicht zuletzt aber wurde „He Stopped Loving Her Today“ durch die unter die Haut gehende, eindrucksvolle Interpretation zum Superhit. George Jones hat das Lied zu seinem eigenen gemacht, so sehr, dass kaum ein anderer Interpret sich noch daran traute. Und natürlich sang er es dann auch bei jedem seiner Auftritte. Mag er den Song auch anfangs gehasst haben, durch den Erfolg wurde zumindest Hassliebe daraus. Ich frage mich, ob ein Künstler ein Lied, das er partout nicht mag, mit der Intensität und den Emotionen singen kann. Das zeigt einmal mehr, welch großartigen Interpret George Jones war.

Übrigens nahm Schwergewicht Johnny Russell als erster Interpret diesen Song auf – was heute kaum noch Jemand weiß. Kein Wunder, denn die Aufnahme wurde nicht veröffentlicht. Russells Label teilte damals die Auffassung von George Jones. Gut, dass Billy Sherrills Spürnase intakt blieb und er sich durchsetzte.

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