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Wilma Burgess

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Wilma Burgess gehörte zu den eher unauffälligen Stars der Country Music der 1960er und 1970er Jahre. Einen großen Hit konnte sie nie landen aber über mehr als ein Jahrzehnt war sie immer im Business präsent. Sie wurde am 11. Juni 1939 als Wilma Charlene Burgess in Orlando, Florida geboren. Zwar spielte die Musik in ihrer Kindheit und Jugend durchaus eine Rolle aber keine wichtige.

Daran, diese zum Beruf zu machen, verschwendete sie keinen Gedanken, mehr als ein netter Zeitvertreib sollte sie nicht sein. Nach dem Abschluss der High School studierte sie an der Universität in Deland, Florida. Sportlehrerin wollte sie werden. Nebenbei aber sang sie munter weiter, bei mehreren Gelegenheiten ließ sie ihr Gesangstalent erkennen, ohne sich selbst Gedanken zu machen. Sogar im örtlichen Fernsehen konnte man sie bewundern, wenn sie aktuelle Pop-Hits sang.

Wilma BurgessAlles änderte sich als Wilma Burgess ein Konzert von Eddy Arnold besuchte. Es wurde das berühmte „Aha-Erlebnis“, jetzt erst und über den „Tennessee Plowboy“ Eddy Arnold fand sie zur Country Music.

Etwa um 1960 ließ sie sich von einem befreundeten Songschreiber überreden, in Nashville einige Demos seiner Songs aufzunehmen. Bei der Gelegenheit wurde der Verleger Charlie Lamb auf sie aufmerksam, der rein zufällig im Studio zu tun hatte.

Ergebnis, im Herbst 1962 nahm Wilma Burgess ihre erste Single auf, die von United Artists ins Rennen geschickt wurde aber unbeachtet blieb. Erst als sich Owen Bradley ihrer annahm und sie zu MCA Records holte, stellte sich der Erfolg ein. Allerdings mit Verzögerung, denn die ersten dort veröffentlichten Singles brachten sie nicht weiter.

Dann nahm Burgess den von Ray Griff geschriebenen Song „Baby“ auf, der sie endlich in die Charts und sogar bis auf Platz 7 brachte.

Ihre besondere Stärke waren melancholische oder gar traurige Balladen. Das erkannte der clevere Owen Bradley und produzierte sie entsprechend. Die Rechnung ging auf. Mit den Singles „Don’t Touch Me“ (Nr. 12), „Misty Blue“ (Nr. 4), „Fifteen Days“ (Nr. 24) und „Tear Time“ (Nr. 16) etablierte sie sich in den Charts. Dass sie nicht noch erfolgreicher war, lag an einer für sie ungünstigen Konstellation. Denn sowohl „Don’t Touch Me“ mit Jeannie Seely als auch „Misty Blue“ mit ihrem Vorbild Eddy Arnold verkauften sich besser als ihre eigenen Versionen.

Nachdem bei Decca nur noch einige kleinere Hits gelangen, wechselte Wilma Burgess 1971 zu Shannon Records, das Jim Reeves gehörte. Bis 1975 brachte sie 4 Singles in die Charts, wobei das Duett mit Bud Logan „Wake Me Into Love“ sie noch einmal in die Top Twenty (Nr. 14) hievte. Von 1975 bis 1978 erschienen bei RCA neue Aufnahmen, die ebenso erfolglos blieben, wie danach folgende bei 51 West. Mitte der 80er Jahre zog sie sich aus dem Plattengeschäft zurück und eröffnete in Nashville „The Hitching Post“, eine Bar nur für Frauen, in der sie selbst natürlich sang. Ob dort auch einem anderen ihrer Talente gefrönt wurde, kann nur vermutet werden – Wilma Burgess war eine sehr gute Poker-Spielerin. Zeitweise betrieb sie mit ihrer Freunden Mary Reeves, der Witwe von Gentleman Jim, in Nashville das Jim Reeves Museum. Aus ihrer Vorliebe für Frauen machte sie nie ein Hehl. Es fällt auf, dass sie meist Liebeslieder aufnahm, die nicht geschlechtsbezogen waren.

Wilma Burgess galt als eine Frau mit starkem Willen. Was sie sich in den Kopf setzte, hat sie in der Regel auch erreicht. So gelang es ihr z.B., nach Jim Reeves‘ Tod dessen Tour-Bus „Big Blue“ zu erstehen. 1965 kaufte sie das Haus, in dem Patsy Cline zuletzt gewohnt hatte, von deren Witwer Charlie Dick.

Die letzten Lebensjahre verbrachte sie weitgehend unbeachtet vom großen Publikum, blieb aber in der Nashville-Gemeinde im Gespräch. Ihr Tod im Alter von 64 Jahren kam völlig überraschend. Nach einem massiven Herzanfall starb Wilma Burgess in den frühen Morgenstunden des 26. August 2003 in Nashville.

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