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Dalton Domino: 1806

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Dalton Domino

Den texanischen Honkytonks kommt als Wegbereiter großer Musikerkarrieren besondere Bedeutung zu. So hat das „John T. Floore’s“ in der Kleinstadt Helotes nahe San Antonio seinen Legendenstatus als musikalischer Geburtsort von Willie Nelson bis zum heutigen Tage aufrechterhalten können. Das als Kultstätte etablierte Austiner „Broken Spoke“ ermöglichte Mitte der 1970er Jahre einem unbekannten Jungtalent namens George Strait als Vertretung für den lokalen Szenestar Alvin Crow vor kleinerem Publikum die ersten Gehversuche.

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Ein für seine Singer-Songwriter-Sessions bekannter Live-Club im Herzen von Lubbock hält diese Tradition als Startrampe für regionale Countrystars auch heute noch hoch. Im „Blue Light Live“ konnten angesagte Top-Acts wie Josh Abbott oder William Clark Green den Grundstein für ihre Karrieren legen und damit Nachwuchskünstlern aus der Region als Vorbild dienen. Dalton Domino ist einer dieser Singer-Songwriter-Talente, der diesen speziellen Ort in „Buddy-Holly-Town“ als seinen persönlichen Glücksfall bezeichnet. „Vor vier Jahren gab ich hier mein erstes Opening-Konzert. Außer dem Personal war niemand da. Zwei Jahre später war der Laden ausverkauft. Die Stadt hat mir während dieser Zeit so viel gegeben und Dinge erfüllt, von denen ich schon als Kind geträumt hatte.“ Heute hat sich besagter Newcomer zu einem Rising-Act der Texas-Country-Szene gemausert und mit seinem Debütalbum 1806 erste Aufmerksamkeit erworben. Der Albumtitel trägt als Ausdruck der Wertschätzung die Hausnummer seiner musikalischen Geburtsstätte in sich.

Im Gegensatz zu den Texas-Acts, die sich auf glattes, radiofreundliches Material konzentrieren, ist Dominos Style eher „edgy“, traditionell instrumentiert und frei von trendigen Soundmixturen. Stimmlich schlägt die Red-Dirt-Seele mit Anteilen von Wade Bowen und Cody Canada voll durch und erhält durch das ein oder andere ungewöhnliche Stilelement seinen eigenständigen Charakter. Durch die zünftige Begleitung der Front Porch Family Band kommen neben den Texas-Country-typischen Harp und Fiddle vereinzelt Bläsersätze, Hammondorgel und Backgroundvocals zum Einsatz.

„1806“ startet mit „Howl“, einer faszinierenden Outlaw-Ballade, die auch als Titelmelodie eines Italowesterns eine gute Figur abgeben würde und den jungen Clint Eastwood samt Schlapphut vor dem geistigen Auge hervorruft. Dominos kantige Stimmfarbe untermalt von Lora Markham Robertsons Backgroundsupport erhält durch Orgelsequenzen und feine Trompetensoli das entsprechende Maß an Dramatik. Song Nr. 5 „Killing Floor“ geht in eine ähnliche Richtung, präsentiert sich jedoch eine Spur härter als verwegener Outlaw-Rock, der mit seinem Psychedelic-Touch ein wenig an die Ragweed-Phase von Cody Canada erinnert.

Aus der Countryecke ist „Dallas“ als aktuelle Radiosingle hervorzuheben, das im besten Texas-Style seine Airplaytauglichkeit unter Beweis stellt. „Jesus And Handbags“ ist ein launiges Dancehall-Ditty, das sich von Mandoline und Fiddle begleitet, auf ironische Weise mit den Dingen auseinandersetzt, die Frauen wirklich brauchen. „William’s Song“ und das melodische „Still Find You“ haben den stärksten Radioappeal, während „All That Matters“ als hingebungsvoller Love-Song bescheiden im Hintergrund steht. Auf dem jazzigen „Fall In Love“ wird der Hörer in eine Dixieland-Atmosphäre getaucht, in der rhythmische Breaks und eine Satchmo-angelehnte Jazztrompete das Salz in der Suppe ausmachen. Die stilistische Vielfalt wird auf dem groovigen „Belle Of Breckenridge“ mit einer relaxten Soulnote abgerundet. Am Ende des Albums bleibt eine gewisse Bewunderung, wie es Mr.Domino gelingen konnte, mit vergleichsweise einfachen Mitteln so viel stilistische Vielfalt aufzubauen, ohne auch nur einen Funken an regionaler Originalität zu verlieren.

Fazit: Dalton Domino kann Freunden des Texas Country mit seinem Debütwerk „1806“ als sicherer Geheimtipp empfohlen werden. Man bekommt sehr schnell den Eindruck, dass hier ein Künstler zu Werke geht, der es liebt, sein Publikum zu unterhalten, ohne sich dabei von kommerziellen Einflüssen leiten zu lassen. Domino ist keine Hitmaschine aber ein Singer-Songwriter mit Herz und Seele, dem es gelingt, Roots-Rock und Country im Sinne einer eigenständigen, musikalischen Ausdrucksform zu verbinden.

Dalton Domino - 1806

Titel: 1806
Künstler: Dalton Domino
Veröffentlichungstermin: 5. Mai 2015
Label: Sudden Rebel Music
Laufzeit: 44:41 Min.
Format: CD & Digital
Tracks: 11
Genre: Country
Bewertung: 4 von 5 möglichen Punkten!

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Trackliste:

01. Howl
02. Dallas
03. Jesus And Handbags
04. Find Us Alone
05. Killing Floor
06. William’s Song
07. Fall In Love
08. Still Find You
09. All That Matters
10. Belle Of Breckenridge
11. 7 Years

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Über Bernd Wenserski (602 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: New Country. Rezensionen und Specials.
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