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Ein voller Erfolg: Das 13. Bühler Bluegrass Festival war ein Genuss!

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Bluegrass Festival Bühl - Finale (Bildrechte, Franz-Karl Opitz)

Erst einmal meinte der Wettergott es gut mit den Veranstaltern um Walter Fuchs, der Radiolegende. Für die Open-Air-Konzerte lachte die badische Sonne und unterstützte die gute Laune, die von guter Bluegrassmusik und deren Darbietern verbreitet wurde. So konnte man sich auf den Samstagabend freuen, der sicherlich zum Höhepunkt des Bühler Bluegrass Festivals wurde.

Zunächst strahlten die Veranstalter: Über 700 Zuschauer füllten das ausverkaufte Bürgerhaus in Bühl. Und sie hörten und sahen zuerst die Growling Old Men, eine deutsch-amerikanische Bluegrassband in der Besetzung Ben Winship (Gesang, Gitarre), Thomas Kärner (Bass), John Lowell (Gitarre) und Richard Cifersky (Banjo). Den Vieren war die jahrelange Erfahrung und die Routine, die sie sich erworben haben, anzumerken. Ihr Repertoire reichte von klassischen Standards des Bluegrass bis zum Cowboysong, mit Eigenkompositionen veredelt. Erst nach drei Zugaben durften die Musiker die Bühne verlassen.

Es folgte Gruppe Milk Drive, für mich und viele Zuhörer bedurfte es eines gewissen Einhörens, denn traditioneller Bluegrass war das nicht, was die vier jungen Musiker aus Texas spielten. Ihr Kontrabassspieler Jessie Dalton diskutierte mit mir nach dem Auftritt, wie ihre Musik zu nennen sei. „Nein, das ist kein Newgrass, und über den Jazz Grass sind wir auch hinweg“, sagt Jessie Dalton. „Ich meine, Farther Grass, (also etwa weitergehendes Grass) spielen wir.“ Was bei der Gruppe positiv auffiel, war neben der Lebendigkeit und Originalität der Musik die fast schon unglaubliche Virtuosität der jungen Musiker, die seit 2009 zusammen spielen. „Aber wir kennen uns schon seit wir Jugendliche waren, denn wir haben bei den Wettbewerben im Bereich Fiddle regelmäßig miteinander konkurriert. Jeder von uns gewann mal und irgendwann haben wir uns zusammen getan,“ erzählt Jessie Dalton.

Den erwarteten Höhepunkt des langen Abends (es gab wirklich viel Musik fürs Geld) war dann der Auftritt der Bluegrass-Ikone Doyle Lawson mit seiner Band Quicksilver. Doyle hat die Gruppe in den letzten Jahren quasi runderneuert, denn Josh Swift, der fast schon geniale Dobrospieler meinte, Doyle spiele schon länger Bluegrass, als die Quicksilver-Mitglieder alt sind. Und so gab es eine fast zweistündige, wunderbar unterhaltsame Show, der sechs Musiker. Mal herrliche Ballade, vor allem wenn Dustin Pyrtle sang, mal klang es nach Country, wenn Eli Johnston die Leadstimme übernahm und gesellten sich noch der Meister Lawson und Josh Swift dazu, gab es mehrere tolle Gospel im A-Capella-Vortrag. Selbst dem Atheist wurde es bei diesen Lieder warm ums Herz. Die schnellen Songs, gelegentlich Instrumentalstücke von wahnwitziger Geschwindigkeit, rissen das Publikum zu Beifallsstürmen hin. Die Version des John D. Loudermilk-Klassikers, mit dem einst Georg Hamilton IV einen Chart-Erfolg hatte, nämlich „Blue Train (Of The Heartache Line)“ waren für mich eine der besten Bluegrassdarbietungen der letzten Jahre, ebenso wie „Sally Got A New Dress“. Dazwischen versuchten sich vor allem Josh Swift, der sich über seine Körperfülle und Doyle Lawsons Alter lustig machte, und Doyle Lawson, der keine Antwort schuldig blieb, in Comedy. Es ist müßig zu erwähnen, dass auch Joe Dean am Banjo und der erst 21-jährige Fiddler Stephen Burwell bereits Meister ihrer Instrumente sind.

Damit war aber immer noch nicht Schluss: Walter Fuchs, dem die Zufriedenheit, aber auch der Stress der letzten Tage bei seiner Abmoderation anzumerken war, kündigte noch das große Finale an. Alle Gruppen, die in Bühl dabei waren, feierten zusammen auf der Bühne und zeigten im organisierten Chaos (so Doyle Lawson), wie gut sie sind. Stehende Ovationen für alle zum Abschluss!

Fazit: Eine wohlgelungene Veranstaltung, für die wie Fans den Veranstaltern nur danken können. So war die Freude groß, als Walter Fuchs für den 13. & 14. Mai 2016 die 14. Ausgabe des Bühler Bluegrass Festivals ankündigte.

Rob Georg: Weitere Informationen hier klicken!
Über Franz-Karl Opitz (618 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: Traditional Country. News & Storys, Charts, Rezensionen.
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