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BR5-49: One Long Saturday Night

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BR5-49 (One Long Saturday Night)

Nachdem Ende der 1960er Jahre ein beträchtlicher Teil der damaligen amerikanischen Rockgeneration ihrer Stifterfigur Bob Dylan zur Countrymusik gefolgt war, reagierten knapp 20 Jahre später die jungen Indie-Rocker mit Faszination auf die Hillbilly- und Countrymusik. Im Gefolge der stilbildenden Band „Uncle Tupelo“ war es dann unter anderem auch eine Combo namens BR-549, die nach vorne drängte. Ihre Spezialität: Honkytonk und Western Swing gemixt mit Rockabilly.

Mit dem Album One Long Saturday Night hat nun Bear Family Records ein bislang unveröffentlichtes Tondokument herausgebracht, das fast zwanzig Jahre im Archiv des Südwestrundfunks geschlummert hat und eindrucksvoll die Spielfreude und Dynamik der Jungs um Chuck Mead und Donnie Herron wiedergibt. Entstanden ist es 1996 bei den Aufnahmen zur Fernsehreihe „Ohne Filter“, in der Live-Musik zur besten Sendezeit gespielt wurde. Darunter auch viele Country & Americana-Acts wie beispielsweise „Asleep At The Wheel“ oder Jim Lauderdale. Für heutige TV-Verhältnisse unvorstellbar!

„BR5-49“ entstanden 1994 auf dem Lower Broadway, der Ecke in Downtown, die am nächsten zum Ryman Auditorium (bis 1974 Sitz der Grand Ole Opry) gelegen ist. In den dortigen Honky Tonks bildete sich als Gegenreaktion zur mittlerweile an die Peripherie des Ortes, in einen Einkaufs- und Freizeitpark, abgewanderten blitzsauberen Grand Ole Opry eine neue, rauere, ursprünglichere Musikszene, die Countrymusik mit Indie-Rock und Rockabilly-Elementen mischte. In „Roberts Western Wear“, heute „Roberts Western World“ – am Anfang stand hier wirklich der Verkauf von Stiefeln und Westernhemden im Mittelpunkt, verdienten die BR5-49er ihre ersten Sporen und fand begeisterten Anklang. Schon ein Jahr später hatten sie einen Plattenvertrag und spielten Konzerte mit Vince Gill, den „Black Crowes“ und Bob Dylan. Mit ihrem Sound, bei dem Altes stets wie neu und Neues stets wie alt klang, machten sie bis nach Europa hin Furore.

Und so spielten Sie am 14. Oktober 1996 in Baden-Baden live in der TV-Show „Ohne Filter“. Und brachten, so Bandleader Chuck Mead, den Spirit ihrer Live-Auftritte ins deutsche Fernsehen. Für Mead ist es bis heute einer ihrer besten Fernseh-Auftritte überhaupt geblieben. Mit Klassikern wie „Long Gone Lonesome Blues“ von Hank Williams oder „Heartaches By The Numbers“ von Harlan Howard überzeugten sie das deutsche Publikum genauso wie mit Eigenkompositionen von Chuck Mead wie „Bettie Bettie“ oder „Little Ramona (Gone Hillbilly Nuts)“.

Der Bärenfamilie ist es nun zu verdanken, dass dieses Tondokument ans Ohr der Öffentlichkeit kommt. Versehen – wie bei dieser Firma üblich, mit lesenswerten Liner Notes (Chuck Mead erzählt aus der Bandgeschichte), ist es ein wichtiges Zeugnis der neuen Musikszene in den 1990er Jahren, die bald unter dem Namen „Americana“ zusammengefasst werden sollte. Noch immer treffen sich die Jungs hin und wieder unter ihrem alten Namen, obwohl sie zum Teil weiterhin vielbeschäftigt auf anderen Wegen im Musikbusiness unterwegs sind. So ist zum Beispiel Donnie Herron, der „Professor Of Hillbilly Music“, wie er auf dem Mitschnitt von seinen Bandkollegen immer wieder genannt wird, große Teil des Jahres mit Bob Dylan auf Tour und ist in dessen Band für Lap-Steel, Mandoline, Geige und Banjo zuständig. Also ist er auch hier der Experte für die musikalischen Roots.

Fazit: Diese Platte macht einfach nur Spaß und erinnert daran, dass keine Rockmusikergeneration bislang an der Roots Music vorbeigekommen ist. Prädikat: Ohne Filter, ohne Schwächen – einfach bärenstark!

BR5-49 - One Long Saturday Night

Titel: One Long Saturday Night
Künstler: BR5-49
Veröffentlichungstermin: 30. Oktober 2015
Label: Bear Family Productions
Vertrieb: Bear Family Records
Format: CD
Laufzeit: 68:19 Min.
Tracks: 23
Genre: Americana

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Trackliste:

01. Even If It’s Wrong
02. Long Gone Lonesome Blues
03. Heartaches By The Number
04. Bettie Bettie
05. Right Or Wrong
06. Hometown Boogie
07. Honky Tonk Song
08. Go Boy Go
09. Lonesome 7-7203
10. My Name Is Mud
11. I Ain’t Never
12. Little Ramona (Gone Hillbilly Nuts)
13. Big Mouth Blues
14. Cherokee Boogie
15. Ole Slewfoot
16. Crazy Arms
17. Gone, Gone, Gone
18. One Long Saturday Night
19. Take Me Back To Tulsa
20. Hillbilly Tramp (live in Kumamoto, Japan on October 21, 1996)
21. Settin‘ The Woods On Fire (live in Kumamoto, Japan on October 21, 1996)
22. Knoxville Girl (live in Kumamoto, Japan on October 21, 1996)
23. Sweet Georgia Brown (live in Kumamoto, Japan on October 21, 1996)

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Über Thomas Waldherr (599 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: Bob Dylan, Country & Folk, Americana. Rezensionen, Specials.
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