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Jana Kramer: Thirty One

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Jana Kramer

Jana Kramer ist guter Hoffnung. Sie wird demnächst Mutter eines Mädchens und freut sich sehr darauf. Vater des Kindes ist ihr nunmehr dritter Ehemann, der Footballer von den Washington Redskins, Mike Caussin. Wir waren ebenfalls guter Hoffnung (sorry für diese Überleitung), dass Jana mit ihrem zweiten Album Thirty One an das recht gute Debütalbum von 2012 anknüpfen kann. Also, hören wir mal.

Das Album beginnt mit „Boomerang“: Banjo Klänge und Drums ergänzen sich in dem Song recht gut, wenn auch etwas laut und mit dem Text kann man mitfühlen: sie fühlt sich wie ein Bumerang, denn sie kommt immer wieder zu ihm zurück. Mitgeschrieben haben bei dem Lied übrigens die beiden jungen Damen, die als Maddie & Tae derzeit Erfolg haben. Doch dann wird es richtig entsetzlich: Country-Bro-Musik aus weiblicher Perspektive: in „Don’t Touch My Radio“ darf er beim Autofahren bei ihr hin fassen, wo er will, nur nicht ans Radio! Also ehrlich, wie blöd ist das denn? Es kommt hinzu, dass auch hier die Produktion viel zu laut ist und Jana Kramers Stimme nicht zum Vorteil gereicht.

Dann folgt der beste Song des Albums: Ihre aktuelle Single, die sich auf Platz 18 der Hot Country Singles hochgearbeitet hat, „I Got The Boy“ ist die Erinnerung an eine Jugendliebe. Damals hat sie den Jungen geliebt, nun da er attraktiven Mann geworden ist eine andere ihn bekommen. Es gelingt Jana Kramer diesmal gut, die Gefühle in dieser Ballade gesanglich auszudrücken. Kommt hinzu, dass die Instrumentierung tatsächlich einem Country-Song gerecht wird. Eindeutig der beste Song des Albums.

„Pop That Bottle“ lässt dann wieder kein Klischee des zurzeit angesagten Country-Song aus: Saufen, was das Zeug hält, wird nicht origineller, wenn eine hübsche Frau darüber singt. Alben geradezu das „p.p.p.p.p.pop that bottle“ im Refrain. „Love“ ist ein wenig origineller Song, der in popähnlichen Klängen, die Liebe allgemein besingt und kaum ein Klische auslässt. Kein Wunder, dass dieses Lied vor einigen Monaten auf Platz 37 der Charts hängenblieb.

Jana Kramer stammt aus Michigan, aber im dem genuinen Rock-Song „Bullett“ versucht sie sich – sogar mit dem Southern Twang, als Southern-Rock-Sängerin und das gelingtt ihr nicht besonders. Der Leadsäger von Aerosmith Steven Tyler, der nunmehr Country singt, grölt im Hintergrund mit. Zum Vergessen. „Dance In The Rain“ kann man zumindest wieder in normale Lautstärke anhören, und der Text, der anregt, dass man(n)/frau sich allen Ängsten stellen und mit ihnen leben muss, ist gut geschrieben. Trotzdem klingt es eigentlich eher nach Urban-Country. Völlig unsinnig ist der Inhalt von „Said No One Ever“. Beispiel gefällig: „Es ist schöner allein zu sein als glücklich zu zweit“, gefolgt vom Refrain; „Hat nie jemand gesagt“! Und so weiter, echt lächerlich! Der Song „Just Like In The Movies“ ist ein nettes Liebeslied, guter Durchschnitt.

Der letzte Song des Albums gefällt mir wieder: „Last Song“ ist eine schöne Ballade, bei der Jana Kramers Stimme zur Geltung kommt und nicht durch überbordende Instrumentalisierung versteckt wird. Schöne Klavierbegleitung und leise Gitarrenklänge unterlegen die nachdenkliche Stimmung. Auch der Text gibt Sinn: Kramer verspricht, dass dies der letzte Song über ihren Verflossenen sein wird, der sie so in die Scheiße geritten hat. (Ja, sie singt und das ist im Munde einer Country-Sängerin selten zu hören, wirklich „The Shit You Put Me Through“.) Wen genau sie meint, bleibt offen. Die Auswahl an Ehemaligen ist groß, bedenkt man, dass sie nun zum dritten Mal verheiratet ist und zwischendurch auch mit Country-Rock-Sänger Brantley Gilbert verlobt war.

Fazit: Hat sie also an das erste Album anknüpfen können? Klare Antwort: Nein, sie kann es nicht. Wenn es ein Country-Album sein soll, sollten mehr als drei gute Country-Songs („Boomerang“, „I Got The Boy“ und „Last Song“) zu hören sein. Und wenn es ein Pop-Album sein soll, müsste es zumindest durchgängig gut produziert und eingängig sein. Herauskommt ein merkwürdiges Gemisch, das niemanden so richtig befriedigen kann. Kramer klingt mal wie Shania Twain, dann wieder wie Taylor Swift, bei „Bullett“ wie Miranda Lambert und findet nicht zu einem eigenen Stil. Ich kann keine Kaufempfehlung abgeben. Ob ich mir das Album noch mehrere Male anhören werde? Ich glaube kaum.

Jana Kramer - Thirty One

Titel: Thirty One
Künstler: Jana Kramer
Veröffentlichungstermin: 9. Oktober 2015
Label: WEA
Vertrieb: Warner Bros.
Format: CD & Digital
Laufzeit: 35:45 Min.
Tracks: 11
Genre: Country, Pop, Rock
Bewertung: 1,5 von 5 möglichen Punkten!

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Trackliste:

01. Boomerang
02. Don’t Touch My Radio
03. I Got The Boy
04. Pop That Bottle
05. Love
06. Circles
07. Bullet
08. Dance In The Rain
09. Said No One Ever
10. Just Like In The Movies
11. Last Song

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Über Franz-Karl Opitz (763 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: Traditional Country. News & Storys, Charts, Rezensionen.
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