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Sam Riggs: Breathless

Der Wahltexaner Sam Riggs setzt mit seinem zweiten Studioalbum "Breathless" zum großen Sprung an.

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Sam Riggs (Breathless)

Der texanische Musikmarkt hat sich mit seiner traditionsnahen Stilmischung als echte Alternative zur Nashviller New-Country-Szene herausgebildet. Dennoch finden sich auch hier vereinzelt Künstler, denen die Welt der urigen Honkytonks zu eng wird und die früher oder später den kommerziell verlockenden Sprung auf die große Bühne riskieren. Nach dem gelungenen Frontenwechsel von Nr.1-Hitsänger Granger Smith steht mit Sam Riggs der nächste Texas-Act in den Startlöchern, der das „total package“ aus Musikalität, Stimme und Aussehen mitbringt.

Im Jahr 2013 hatte der aus Florida stammende Smart-Guy mit seinem Debütlongplayer „Outrun The Sun“ in der Texas-Country-Szene für erstes Aufsehen gesorgt. Die drei Radiohitsingles, das düster-verwegene „Angola’s Lament“, die Old-School-Ballade „Hold On And Let Go“ und der Modern-Country-Rocker „Long Shot“, waren Zeugnis eines vielseitigen Singer-Songwriter-Talents, das es mit dem nun erschienenen zweiten Album zu bestätigen galt.

Nein, dieser Sam Riggs ist kein klassischer Honkytonk-Guy. Sein Stil ist eher rockbasiert und soundmäßig auf die Belange des New-Country-Marktes ausgerichtet. Mit Produzent Erik Herbst, der bereits der Eli Young Band den Weg nach Music-City geebnet hat, ist auf Breathless die gesunde Basis für einen kommerziellen Karriereaufstieg gelegt worden. Stilbrüche und innovative Experimente sind weitgehend Fehlanzeige. Stattdessen kredenzt der charismatische Sänger aus dem Sunshine-State einen musikalischen Zehnerpack (plus akustischen Bonustrack), der lyrische Intensität und straighte Melodieführung in sich vereint.

Schon mit der eröffnenden Leadsingle „The Lucky Ones“ spürt der Zuhörer, woran er ist. Der pathetische Storysong über das Glück des harten Daseins ist ein produktionstechnischer Leckerbissen und trägt die aktuell gängige Country-Hit-DNA in sich. Die hymnische, mit dezentem Steel durchzogene Melodieführung bringt diesen kommenden Texas-Top-10-Hit in die Nähe eines Eric Church oder Kip Moore und empfiehlt den Wahltexaner für höhere Aufgaben. Auf den nächsten beiden Titeln spielt Sam Riggs die Karte des melodischen Radiorocks ohne Kompromisse weiter aus. Dem im 80’s-Style konzipierten „Gravity“ folgt „The Heartbreak Girl“, dessen Hitrezeptur mit einem ansprechenden Countryupbeat und einer kreativen Songbridge noch etwas feiner abgestimmt ist.

Der Exot unter den Tracks heißt „Wake The Dead“. Hier vereint das Duo Riggs/Herbst elektronische Banjoklänge mit Rap-Phrasierungen und dies alles eingefasst in einen Speedrocker, der im Refrain stark an Cameran Nelsons Nr.1-Hit „Shotgun“ erinnert. Nach dem eher unauffälligen, an alte Foreigner-Zeiten erinnernden Titelsong folgt mit „Second Hand Smoke“ der soundharmonische Höhepunkt des Albums. Die „edgy voice“ von Sam Riggs wird perfekt in Szene gesetzt und wirkt als Verstärker einer berührend intensiven Heartbreak-Story. In diesem Soundjuwel, das zum Abschluss des Albums mit einer unter die Haut gehenden Akustikversion zu überzeugen weiß, könnte der Schlüssel für ein breiteres Publikum versteckt liegen.

Auf „High On A Country Song“ fährt der in Austin lebende Singer-Songwriter noch mal die Krallen des dynamischen Country-Rockers aus, bevor das Album mit der Steelromanze „To Save Something You Love“ und der Akustikballade „One More Chance To Stay“ sanft nach Hause geführt wird. Auch wenn „Breathless“ für ein Texas-Album etwas glatt und massentauglich wirken mag, sind es die leisen, reduzierten Momente, die das Talent seines Interpreten aus der Masse aufstrebender New-Country-Acts herausheben.

Fazit: Der Wahltexaner Sam Riggs setzt mit seinem zweiten Studioalbum „Breathless“ zum großen Sprung an. Ob ihn dieser über die texanische Grenze hinaus bis in das Zentrum der New-Country-Szene befördern kann, bleibt abzuwarten. Die Produktion ist geschmeidig, der Sound zeigt sich befreit vom lokalen Honkytonkstyle im zeitgemäßen Modern-Country-Rock-Gewand. Wenn es gelingt, mit Hilfe der großen Radiostationen einen Hitkandidaten wie „The Heartbreak Girl“ oder „Second Hand Smoke“ in Umlauf zu bringen, hätte der Texaner mit Charakterstimme alle Chancen für den erhofften Karriere-Big-Bang.

Sam Riggs - Breathless

Titel: Breathless
Künstler: Sam Riggs
Veröffentlichungstermin: 19. Februar 2016
Label: Deep Creek Records
Laufzeit: 42:09 Min.
Format: CD & Digital
Bewertung: 4 von 5 möglichen Punkten!

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Trackliste:

01. The Lucky Ones
02. Gravity
03. The Heartbreak Girl
04. Wake The Dead
05. Breathless
06. Second Hand Smoke
07. Burn Me Down
08. High On A Country Song
09. To Save Something You Love
10. One More Chance To Stay
11. Second Hand Smoke

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Über Bernd Wenserski (588 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: New Country. Rezensionen und Specials.
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