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Let it snow, let it snow, let it snow

Christmas Market mit den Ramblin' Boots in Pullman City Bayern.

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Ramblin' Boots - Live Ramblin' Boots - Live auf der Bühne. Bildrechte: Michael Förschges

Den Monatswechsel von November auf Dezember verbrachte ich in Pullman City Bayern. Verbunden war der Besuch des Deutsch-Amerikanischen Weihnachtsmarktes mit dem abendlichen Auftritt einer Countryband aus dem Norden der Niederlanden – Ramblin‘ Boots. Ich hatte bereits auf dem Country Music Meeting in Berlin im Februar dieses Jahres das Vergnügen, die Band kennenzulernen und somit war der Abend kein großes Risiko.

Also rein ins Auto und auf nach Eging am See – doch je südlicher ich in die Republik vordrang, desto häufiger die Warnungen vor Blitzeis auf den Straßen. Nach dem Einchecken im Hotel machte ich mich auf in die Westernstadt bei Passau und erkundete erst einmal bei Temperaturen um den Gefrierpunkt die Stadt und vor allem das Angebot auf dem Weihnachtsmarkt. Klar hatten die in Pullman City ansässigen Lokale und Geschäfte geöffnet, aber auf der Mainstrreet und auch sonst im weitläufigen Gelände wurde vieles an Ambiente und kleineren Aktionen geboten, wie zum Beispiel Singing Santa oder auch Plätzchenbacken für die Kids. Für die Eltern gab es zum Beispiel eine Fackelwanderung durch das Gelände oder Meditative Inspirationen zum Thema Weihnachten. Und in ganz Pullman City hörte man aus unzähligen Lautsprechern die typischen Country-Christmas-Songs.

Und als am frühen Abend auch leichter Schneefall einsetzte war die Idylle fast perfekt. Gegen 18.00 Uhr öffnete dann auch die Music Hall ihre Pforten in der dann später am Abend die Livemusik stattfinden sollte. Ideal um sich zwischendurch einmal aufzuwärmen und gemütlich im Sitzen eine Burger oder Spare Ribs zu verdrücken, denn die Abende in Pullman City sind lang!

Ich sicherte mir zeitig einen guten Sitzplatz und genoss die Musik von CD zu meinen Burger. Um 21.00 Uhr war es dann soweit – der Vorhang auf der Bühne öffnete sich und da standen sechs Musiker aus den Niederlanden – Ramblin‘ Boots live on stage. Und um gleich die niederländische Mentalität in Pullman City einzuführen – „guten Freunden gibt man ein Küsschen“ – hieß der Opener dann auch „Brothers Of The Highway“. Es folgten weitere aktuelle Countrysongs und in Anbetracht des nahenden Weihnachtsfestes gaben die sechs Musiker natürlich auch Country-Christmas-Songs zu Gehör, wie zum Beispiel „Santa Looked A Lot Like Daddy“. Zwar kein Weihnachtssongs aber was gönnen sich die Erwachsenen, wenn die Kids im Bett sind – einen Glühwein, eine Grog oder auch nur einen guten Wein. Passend dazu gab es dann auch „Put Some Alcohol On It“. Aber schön zu erleben, dass die Band nicht nur Coversongs im Repertoire hat. An diesem Abend gab es dann auch die Premiere des ersten eigenen Songs mit dem Titel „1983“. Wer jetzt an das Gründungsjahr der Formation denkt, der liegt falsch, Ramblin‘ Boots gibt es erst sein Januar diesen Jahres. Das Set beschlossen die zwei Ladies mit ihren vier Cowboys dann wieder mit einem hochprozentigem Song „Drinkin‘ Dark Whiskey“ und so fand nach einer Stunde das erste Set ein Ende.

Wie gesagt, die Formation besteht erst seit Anfang des Jahres, daher hier einmal zumindest das Who is Who von Ramblin‘ Boots und zwar Ladies first: An der Fiddle Lady Martine, am Bass unterstützt Lady Julia die Truppe. Die Cowboys sind Roger an der Lead-Gitarre, Robert an der Akustik-Gitarre, Rene an der Pedal-Steel und Geert an den Drums. Gesanglich hat Ramblin‘ Boots gleich vier Vocalisten zu bieten und davon eine Lady. Neben ihrem Instrument unterstützt Julia die Gruppe auch am Gesang, ebenso wie ihre Bandkollegen Robert, Roger und auch Rene. Fiddle und Gesang ist halt schwierig gleichzeitig zu handeln und ein singender Drummer hat auch eher Seltenheitscharakter.

Das zweite Set starte gegen 22.15 Uhr und stellte mit dem Opener dieses Durchgangs auch gleich klar, welche Stilrichtung die Livemusik darlegt „This Is Country Music“ – für alle die, die es noch nicht erkannt hatten. Nach „I Will Never Let You Go“ gab es dann auch wieder besinnliche Musik mit einem George Strait-Song „What A Merry Christmas This Could Be“. In der Hoffnung, dass der Schnee vom Nachmittag sich zwischenzeitlich in Wasser aufgelöst hatte, hieß es dann „Mud On The Tires“. Dass die Boots mit ihren Stil gut beim Publikum ankamen zeigte sich zum einen an der immer sehr gut gefüllten Tanzflächen oder aber auch daran, dass spontan Musikwüschen aus dem Publikum an die Band herangetragen und natürlich auch erfüllt wurden. So geschehen zum Beispiel beim Wunschsong „Sweet Home Alabama“. Sollte das Set ursprünglich nach „Guitars And Cadillacs“ enden, war die Stimmung in der Music Hall aber so gut, dass schon jetzt Rufe nach einer Zugabe laut wurden. Und da ja noch ein letztes Set vor den Ramblin‘ Boots lag, gab es als Zugabe in diesem Set dann auch „God Blessed Texas“ – bei dem Song hörte man mehr als die vier Sänger auf der Bühne, ich hatte das Gefühl die ganze Music Hall in Pullman City singt mit! Den Abschluss machte dann „Some Days You Gotta Dance“ und es fiel der Vorhang, so dass die Protagonisten auf der Bühne eine kleine Pause einlegen konnten.

Kommen wir noch einmal kurz auf die Bandgeschichte zu sprechen. Klar, ein knappes Jahr on stage, was soll da schon zu erzählen sein, mag man denken. Aber ein Blick auf den abgelaufenen Tourplan zeigt nicht nur Auftritte in den Niederlanden und dem Deutsch-Niederländischen Grenzgebiet, auch von der Nordesseküste bis ins tiefste Bayern waren die Sechs schon unterwegs – eine Fahrstrecken von rund 850 Kilometern. Ebenso gab es schon Auftritte in Dänemark auf einem Festival. Auch gewannen Ramblin‘ Boots bei den DCMA – dem Niederländischen Pendant zur CMA in den USA, den Titel „Newcomer des Jahres 2018“ und auch den Titel „Beste Akustik-Band 2018“. Aktuell ist man derzeit häufiger im Studio um die Fans mit einer ersten EP zu beglücken. Hier bleiben wir von Country.de natürlich dran!

Um 23.30 Uhr öffnete sich dann der Vorhang der Bühne in der Music Hall zum dritten und letzten Set an diesem Abend. Diese letzte Runde begann mit einem Instrumentalsong – dem „Nervous Breakdown“. Aber aufgeregt mussten die Ladies und Cowboys auf der Bühne gar nicht sein. Die Stimmung im Saal war hervorragend und selbst die Linedancer hatten zu jedem Song einen Tanz parat. Dass es Ramblin‘ Boots auch mal ruhiger angehen lassen können zeigte sich beim Song „But For The Grace Of God“ beim dem nicht nur Linedance dargeboten wurde, sondern teilweise auch Klammerblues getanzt wurde, aber wen stört es? Danach ging es dann aber mit Tempo weiter und die Gruppe stellte eine musikalische These auf „You Can Never Have Too Much Fun – natürlich mit dem Song von Daryle Singletary. Stellt sich einem die Frage, ob man wirklich zuviel Spaß haben kann an einer Sache. Nun, kurz vor Ende des Sets meldete sich auch Rene zu Wort und präsentierte den Charlie Daniels-Titel „Devil Went Down To Georgia“. Allerdings hatten sie das Problem, dass bei den Boots kein Johnny mitspielt – also wurde aus dem Knaben Johnny die Lady Martine und alles klappte wunderbar; Unterhaltung ist einfach alles.

Um 0.25 Uhr wollten die Boots sich mit „Little Liza“ für dieses mal aus Pullman City verabschieden, aber wie schon beim Setende zuvor, gab es zahlreiche lautstark vorgetragene Wünsche nach einer Zugabe. Und da es sich eine junge Band erst recht nicht leisten kann, das Publikum zu verärgern, gab es dann als wirklich allerletzten Song an diesem frühen Samstagmorgen dem 1. Dezember dann noch die Zugabe „Southbound Train“. Allerdings waren die Boots mit all ihrem Equipment natürlich nicht mit dem Zug nach Pullman City angereist – dafür gab es den bandeigenen Van in dem alles Platz finden und die Technik sich im Anhänger verstauen lässt.

Nach kurzer Pause fand man dann noch die Musiker bei den Fans im Saal zum Austausch von Fanartikeln und Autogrammen. Das Ende dieses Auftrittes war dann endgültig gegen 1.30 Uhr und beim Verlassen der Music Hall staunten wir nicht schlecht über die geschlossenen, einige Zentimeter hohe Schneedecke. Diese machte nicht nur mir den Weg zurück ins Hotel zur Rutschparty. Aber unter Strich war es ein toller Abend mit klasse Livemusik in Pullman City. Und wer weiß, vielleicht komme ich ja in 2019 nochmal vorbei und berichte über ein anderes Event.

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