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Westernfreunde Dedinghausen eröffnen ihr Pfingstlager mit Livemusik aus dem Westerwald

Julie Carpenter zu Gast in Dedinghausen, Westerwald.

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Julie Carpenter - Live Julie Carpenter. Bildrechte: Michael Förschges, Country.de

Das lange Pfingstwochenende stand vor der Tür und somit auch die Zeit des Sommerlagers der Westernfreunde Dedinghausen. Der Schützenplatz verwandelte sich in eine kleine Westerncity und das Bürgerhaus wurde zur Grand Ole Opry. Bei den Ansprüchen der Westernfreunde war dies nicht Musik aus der Konserve abgetan, sondern es verlangt nach Livemusik. Bereits aus der Country Christmas 2018 den WfD (Westernfreunde Dedinghausen) bekannt und in guter Erinnerung geblieben, wurde die junge Countrysängerin Julie Carpenter aus dem Westerwald engagiert.

Nach einer chaotischen Anreise ging es um 20:30 Uhr mit den ersten Songs von Julie Carpenter los. Diese lies es dann auch erst einmal ruhig angehen und eröffnete den Abend mit einer schönen Ballade. Danach wurde es im Tempo auch schon etwas schneller und mit „Son Of A Preacher Man“ schaffte Julie es auch, dass die ersten Linedancer die Tanzfläche eröffneten. Damit die Tanzfläche nicht so schnell wieder verwaist, wählte die junge Countrylady immer wieder gut tanzbare Songs aus ihrem Repertoire aus. Und sollte mal jemand ein Blackout in Sachen Schrittfolge haben, so war das „Rockin‘ Cowgirl“ Jamy Sheene zur Stelle. Jamy sollte an den kommenden Tagen noch spezielle Linedance Workshops geben und war daher auch vor Ort. Aber auch für die Nichttänzer gab es immer wieder Songs zum Mitsingen und zu denen es eine kleine Anekdote gab.- so verarbeitete Julie ihre chaotische Anreise nach Dedinghausen aufgrund des Pfingstreiseverkehrs mit dem Song der Texas Hühner „Traveling Soldier“. Zum Ende des ersten Sets gab es dann eine Premiere mit dem Song „Blue Eyes Crying In The Rain“ – dem Willie Nelson Song, den Julie an diesem Abend erstmals vor Publikum darbot. So wie die Resonanz auf diesen Song ausfiel, wird er wohl auch im Repertoire bleiben.

Das Spektrum der Künstlerin reicht von Klassikern bis hin zu aktuellen Songs aus Nashville. Dies konnte man bestens am zweiten Set des Abends festmachen. Julie startete mit einem ihrer Lieblingssongs – „Coalminers Daughter“ von Loretta Lynn. Hätte Loretta diesen hören können, sie hätte ihn sicher genauso großartig gefunden, wie die WfD und ihre Gäste. Auf die Frage, ob sie immer so gut drauf wäre, gab es natürlich auch eine passende musikalische Antwort von Julie Carpenter. Diese war der Song „Except for Monday“ – aber montags sind ja Gott sei Dank in der Regel auch keine Country Festivals … Ihr ganzes Können präsentierte die Countrylady dann mit „Amazing Grace“ und ich habe es bislang eher selten erlebt, dass es bei so einem Song dermaßen still war im Raum, dass man die sprichwörtliche Stecknadel hätte fallen hören können. Der Name Jolene ist sicherlich auch den jüngeren Countryfans bekannt, durch das Remake durch Boss Hoss. Auch Julie hat diesen Song im Portfolio – allerdings in der Originalversion von Dolly Parton.

Und nun kam der Punkt, wo offenherzig demonstriert wurde, was in der Countryszene üblich ist – Gemeinschaft. Dies demonstrierte die Countrylady aus dem Westerwald in dem sie zum nächsten Titel einfach ihre Kollegin Jamy Sheene mit auf die Bühne bat zum, gemeinsamen Singen. Zu zweit gab es dann aktuelle Töne aus dem Pay-TV: „Telescope“ aus der Serie Nashville. Draußen war es in der Zwischenzeit schon dunkel geworden und der Grillstand hatte auch schon geschlossen – wer Hunger hatte, für den gab es als letzten Song des zweiten Sets noch einen guten Tipp mit „Fishin‘ In The Dark“.

Um 22:40 starte dann das dritte Set mit dem Erfolgshit von Sara Evans „Suds in the Bucket“. Auch im dritten Set schaffte es Julie exzellent mit ihrer Songauswahl die Countryfans in der Music Hall zu begeistern. Die Arbeit lag dabei bei ihrem Herren für die Technik, der immer schnellstens das passende Musikstück finden musste und sich auch so um die Technik kümmerte. Ob sein Name wirklich „Bobby“ lautet, wurde nicht verraten, jedenfalls lautete der Titel „Me and Bobby McGee“. Auch mit der aktuellen Uhrzeit hatte unsere Lady so ihre Probleme: Gegen 23:30 Uhr behauptete sie, es wäre bereits 01:15 Uhr – allerdings nur musikalisch mit dem entsprechenden Titel von Lady Antebellum. Auf jedem Fall traf sie dann später mit der Aussage „Long Time Gone“ wieder voll auf den Punkt – musikalisch sowieso und auch war ja bereits die längste Zeit des Abends schon vergangen. Als letzten Titel des dritten Durchgangs gab es dann noch „Summerfly“ bevor sich unsere Countrylady eine letzte kurze Pause gönnte.

Um 23:30 Uhr startet Julie dann in das letzte Set an diesem Abend. Wie es sich gehört bedankte sie sich für das Engagement und wünschte allen Beteiligten und Gästen schon jetzt einmal ein schönes Pfingstwochenende. Das Ganze verpackte Julie geschickt in den Amy McDonald Song „This Is The Life“. Aber Achtung – wer es übertreibt und über die Stränge schlägt, der muss damit rechnen, in einem kleinen, kargen Raum untergebracht zu werden, der vergitterte Fenster hat. Er oder Sie hat dann den „Folsom Prison Blues“. Da es solchen Etablissements nicht besonders gemütlich ist, findet man in den Zimmern auch kein gemütliches Bett, sondern oft nur eine alte Pferdedecke auf dem Boden: „Blanked On The Ground“. Aber all das schreckte natürlich keinen der anwesenden Countryfans ab – wir weisen uns ja zu Benehmen und so gab es dann um Mitternacht als geplant letzten Song von Julies Seite noch einmal einen musikalischen Auszug aus der TV-Serie Nashville; diesmal mit „Sanctuary“.

Eigentlich hatte Julie geplant, von der Bühne zu kommen, mit ihre Fans ein wenig zu plauschen und dann die Heimreise in den Westerwald anzutreten. Doch das Publikum in der Music Hall zu Dedinghausen hatte da andere Vorstellungen und verlangte lautstark nach einer Zugabe. Und welcher Künstler kann solch eine Bitte schon abschlagen – Julie gab nach kurzer Rücksprache mit ihrem Techniker bekannt, dass sie noch einen Song hätte, aber nur wenn alle mitsingen würden. Das der Text von „Country Roads“ allen bekannt war, ist als gegeben vorauszusetzen. Also gab es Rudelsingen mit dem John Denver-Klassiker – doch damit waren die Countryfreunde noch nicht zufriedengestellt und wollten noch mehr. Als wirklich allerletzten Song gab es dann zum Abschied noch einmal „Amazing Grace“ und der Abend endete zumindest musikalisch um 0:15 Uhr. Trotz der vorgerückten Uhrzeit und dem Heimweg vor Augen nahm sich Julie noch Zeit für Ihre Fans. Ihr Begleiter baute in der Zeit die Technik ab und verlud alles ins Auto. Im Laufe des frühen Samstag endete dann ein toller Freitagabend in Ostwestfalen-Lippe.

Truck Stop 2019
Über Michael Förschges (51 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: Country. Konzertberichte und Rezensionen.
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