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Lynn Anderson: „Cry“ und „Listen To A Country Song“

Endlich digital: Legacy Recordings veröffentlicht die 1972er Alben "Cry" und "Listen To A Country Song".

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Lynn Anderson - Cry & Listen To A Country Song Lynn Anderson - Cry & Listen To A Country Song. Bildrechte: Foto, Andreas Weihs. Cover, Columbia Nashville, Legacy Recordings

Lynn Andersons sechs Jahrzehnte andauernde Karriere verzeichnete 12 Nr. 1-Singles und insgesamt mehr als 50 Top-40-Hit-Singles, davon 18 Top-10-Hits. Für „Rose Garden“ erhielt sie 1970 einen Grammy (Best Female Country Vocal Performance), die Academy of Country Music ernannte sie zweimal zur „Sängerin des Jahres“ und die Country Music Association ebenso zur „Sängerin des Jahres“. Lynn Anderson war die erste Country-Sängerin, die in der Tonight Show auftrat, die erste die den Madison Square Garden als Headlinerin ausverkaufte und die erste Frau, die einen American Music Award gewann. Record World, ein bedeutendes Musikfachmagazin der 1950er bis 1980er Jahre, zeichnete Anderson 1970-1980 als „Künstler des Jahrzehnts“ aus. Alles Superlative, die dem Country Music-Fan durchaus bekannt sind, aber natürlich auch mal wieder in Erinnerung zu rufen sind. Doch damit nicht genug: Ihr 1970 veröffentlichter und von Joe South geschriebener Hit „(I Never Promised You A) Rose Garden“ klingt auch heute immer noch aus den Radios dieser Welt und wurde seinerzeit mit einer Grammy-Auszeichnung bedacht. Viele weitere Hits in den sechs Dekaden ihrer Karriere folgten, sie alle aufzuzählen, ist schier unmöglich.

Seinerzeit (selbstverständlich mangels anderer technischer Möglichkeiten) nur auf Vinyl veröffentlicht, kamen zwei Jahre nach dem überragenden Erfolg von „(I Never Promised You A) Rose Garden“ im Jahr 1972 gleich zwei neue Alben der Sängerin auf den Markt: Cry und Listen To A Country Song.

Mit dem Album „Cry“ verließ Lynn Anderson zu Beginn der 1970er Jahre die strikten Countrypfade, die ihre Lieder bis dato ausgemacht haben. Schon mit „(I Never Promised You A) Rose Garden“, das neben der Nummer-1-Position in der Country-Hitparade auch die Pop-Charts eroberte, wandte sie sich mehr den Pop-orientierten Liedern zu. Der Titelsong, gleichzeitig auch Opener des Albums und ursprünglich geschrieben von Churchill Kohlman für Johnny Ray, landete nach seiner Veröffentlichung auf Platz 3 der Billboard Country Charts, aber ebenso auf Platz 16 in den Adult Contemporary Charts. Sie begann als eine der ersten Country-Künstlerinnen einen Crossover-Appeal zu entwickeln, brachte Glamour und Raffinesse in ihre Musik. Das war auch Produzentenlegende Clive Davis zu verdanken, der gemeinsam mit ihrem Ehemann Glenn Sutton, für das Album verantwortlich zeichnet. Die meisten der Songs von „Cry“ sind country-orientierte Popsongs, wie „We’ve Got To Get It On Again“ (Addrisi Brothers) oder „When You Say Love“ (Sonny & Cher). Die hierzulande bekannteste Melodie dürfte das von Delaney Bramlett geschriebene „Never Ending Song of Love“ sein, aber auch „Cotton Jenny“ (Gordon Lightfoot) oder Barbara Mandrells Hit „Tonight My Baby’s Coming Home“ dürften dem Musikliebhaber nicht unbekannt sein. Einfach nur schön ist „Bedtime Story“, erdacht von Glenn Sutton und Billy Sherrill – mit einer einschmeichelnden Melodie und einer traurig-schönen Steel. „Cry“ erreichte Platz 2 in den „Top Country Albums“ Charts und Platz 114 in den „Billboard 200“.

Nach diesem Erfolg veröffentlichte Lynn Anderson noch im gleichen Jahr ihr Album „Listen To A Country Song“. Der Titelsong wurde von Al Garth und Jim Messina geschrieben und ursprünglich für ein früheres Loggins & Messina-Album aufgenommen. Musikalisch schrammt der Countrysong schon sehr am Rock’n’Roll, steckt voller Energie und Lebensfreude. Neben einigen wieder von Glenn Sutton co-geschriebenen Liedern, enthält das Album mehrere Coverversionen, wie das als Single erfolgreich ausgekoppelte „Fool Me“ (Joe South), sowie das allseits bekannte „Reason To Believe“ (Tim Hardin), aber auch „There’s A Party Goin‘ On“ (Glenn Sutton, Billy Sherrill). Mit „It Don’t Do No Good To Be A Good Girl“ covert Lynn sogar ein Lied ihrer Mutter Liz Anderson.

Die elf Lieder des Albums sind sehr eingängig, melodiös, sogar fröhlich, und trotz ihrer tiefen Country-Wurzeln auch für ein musikalisch breiteres Publikum im Mainstream hörenswert. Seinerzeit erreichte das Album den dritten Platz in den „Top Country Album“ Charts, in den „Billboard 200“ mußte es sich mit Platz 160 begnügen, kann aber für die Sängerin dennoch als großer Verkaufserfolg gewertet werden.

Nun macht Legacy Recordings die beiden Classic-Alben „Cry“ und „Listen To A Country Song“ von 1972 für die Fans in aller Welt erstmals digital verfügbar. Dazu Tochter Lisa Sutton: „Lynn Anderson war eine Ikone für Millionen auf der ganzen Welt, aber für mich war sie Mutter. Es ist so aufregend, zwei ihrer klassischen Alben in dieser Zeit, erneut veröffentlichen zu lassen. Bis jetzt waren sie nur auf Vinyl erhältlich. Dies ist eine wunderbare Möglichkeit für alte und neue Fans, durch Musik zusammenzukommen. Bleib einfach dran, denn dies ist nur der Anfang!“

Hier gibt es die Alben in digitaler Form: Cry & Listen To A Country Song

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Über Andreas Weihs (59 Artikel)
Fotograf und Journalist. Fachgebiet: Country & Folk. Rezensionen und Konzertberichte.