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Don McLean: Still Playin‘ Favorites

Don McLean verpasst den Klassikern eine Frischzellenkur, katapultiert die Songs in die aktuelle Zeit.

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Don McLean - Still Playin' Favorites Don McLean - Still Playin' Favorites. Bildrechte: Time Life

In der heutigen Musikszene gibt es nur wenige wirkliche Konstanten. In der Country- und Folkmusik gehört Don McLean zweifelsohne dazu, der sich immer wieder mit neuen Alben und Konzerttourneen nachhaltig in Erinnerung bringt. Mit solidem musikalischen Output und wunderbaren Bühnen-Performances. In diesen Tagen ist sein neuestes Album Still Playin‘ Favorites erschienen, der Nachfolger seines 1973 veröffentlichten Cover-Albums „Playin‘ Favorites“.

Auch mit dieser neuen Zusammenstellung greift McLean wiederum tief in die Wurzeln der amerikanischen Musik ein und verleiht Country-, Folk-, Gospel-, Blues- und Soul-Juwelen einen Rock’n’Roll-Touch. Es beginnt mit dem SUN-Klassiker „So Doggone Lonesome“, den Johnny Cash erstmals 1956 aufnahm und der jetzt zeitgemäß aufpoliert wurde. Es sind vor allem Lieder aus den 1950er und 1960er Jahren, die McLean für dieses Album auswählte, Lieder die ihn als Künstler prägten und beeinflussten. Darunter sind „Greenback Dollar“ von Hoyt Axton (1963), „Hide No Hair“ von Ray Charles (1965), „Little Sister“ von Elvis Presley (1961) und „Most Likely You Go Your Way (And I’ll Go Mine) von Bob Dylan (1966). Noch weiter zurück in der Musikhistorie geht es mit „I’m Going To Live The Life I Sing About in My Song“ von Mahalia Jackson (1955) und „Six White Horses“ von Clyde Moody (1951).

Ein besonderes Highlight: „Backwater Blues“, das ursprünglich 1927 von Bessie Smith aufgenommen wurde. „Meine Version ist nur ein bisschen mehr Rock’n’Roll, ein bisschen härter, mit Schlagzeug und Doppelgitarren“, sagt der 75-jährige über den Blues-Klassiker. In der Tat hat das mehr als sechs Minuten lange Werk einiges für den Zuhörer zu bieten. Ein treibender Rhythmus und jaulende Blues-Gitarren steigern sich bis zum fulminanten Finale des Songs. Ein Meisterwerk. Zwei wunderschöne Countryballaden beschließen das Album: das traditionelle „Tell Old Bill“ und das von Johnny Cash postum veröffentlichte und von David Allan Coe geschriebene „She Used To Love Me A Lot“. Beides wunderbare Versionen, getragen von der ausdrucksstarken Stimme McLeans.

„Still Playin` Favorites“ erweitert seine ursprüngliche Hommage an die großen Songwriter, die die amerikanische Musik und damit auch McLeans Arbeit mitgeprägt haben. „Ich liebe es einfach, Songs von guten Autoren zu hören, die Sinn machen und Texte haben, die etwas sagen und die ziemlich einfach sind“, erklärt der heute 75-jährige Sänger das Konzept hinter dem Album. Dafür griff er tief in die Liederkiste, um die besten Perlen hervor zu zaubern. Den Spaß, den McLean offensichtlich bei den Aufnahmen hatte, kann auch der Zuhörer nachvollziehen.

Fazit: Don McLean verpasst den Klassikern eine Frischzellenkur, katapultiert die Songs in die aktuelle Zeit. Der Sound ist frisch und modern, die Lieder zeitlos. Was dabei aber besonders zum Tragen kommt, ist McLeans Gesangsstimme. Sie ist ausdrucksstark und intensiv. Die verschiedenartigen Songs zeigen eindrucksvoll, wie sicher und wandelbar sie ist, und dass sie voller Energie steckt. „Still Playin‘ Favorites“ ist ein Album, dass wirklich Spaß macht.

Don McLean – Still Playin‘ Favorites: Das Album

Don McLean - Still Playin' Favorites

Titel: Still Playin‘ Favorites
Künstler: Don McLean
Veröffentlichungstermin: 23. Oktober 2020
Label & Vertrieb: Time Life
Formate: Digital (D)
Tracks: 14
Genre: Country & Folk

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Trackliste & Songschreiber: (Still Playin‘ Favorites)

01. So Doggone Lonesome (Johnny Cash)
02. Greenback Dollar (Hoyt Axton, Ken Ramsey)
03. Hide Nor Hair (Morton Craft, Percy Mayfield)
04. I Ain’t Never (Webb Pierce, Mel Tillis)
05. Little Sister (Doc Pomus, Mort Shuman)
06. I’m Going To Live The Life I Sing About in My Song (Thomas A. Dorsey)
07. Six White Horses (Clyde Moody)
08. Treat Me Nice (Jerry Leiber, Mike Stoller)
09. Most Likely You Go Your Way (And I’ll Go Mine) (Bob Dylan)
10. Backwater Blues (Bessie Smith)
11. The Keys To The Kingdom (Jenny Lou Carson)
12. Got The Bull By The Horns (Amos E. Byrd, Billy Jones)
13. Tell Old Bill (Traditional, Arranged by Don McLean)
14. She Used To Love Me A Lot (Charles W. Quillen, Dennis Morgan, Kye Fleming)

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Über Andreas Weihs (77 Artikel)
Fotograf und Journalist. Fachgebiet: Country & Folk. Rezensionen und Konzertberichte.