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Jamestown Revival: Young Man

Die beiden Kunpels aus Magnolia, Texas, überzeugen mit einem reifen, hörenswerten, musikalisch starkem Americana-Werk.

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Jamestown Revival - Young Man Bildrechte: Jamestown Revival Recordings, Thirty Tigers

Es ist so eine typische Americana-Geschichte. „Ich denke wirklich, dass dies ein Album ist, in dem es darum geht, erwachsen zu werden und sich in einer Identität niederzulassen“, sagt Jonathan Clay, die eine Hälfte des Duos Jamestown Revival aus Magnolia, Texas. Young Man ist das erste Album der Band ohne E-Gitarren. Die beiden sind noch ein Stück weit traditioneller und puristischer geworden. Harmoniegesang, Walzertakt, Fingerpicking und Slide-Gitarren bestimmen den Sound. Und die Fiddle. „Dies ist unser erster Ausflug mit Geige und wir haben uns nicht zurückgehalten“, sagt Zach Chance, der andere Teil des Duos. „Wir haben viel geschrieben über die Fragen und die Perspektiven jetzt, wo wir viel älter sind und das hier schon länger machen. Es ist fast so, als ob wir manchmal ein Gespräch mit uns selbst führen würden. Wir wollten, dass es sich anfühlt erdig und rootsy, also war die Geige ein großer Teil dieser Identität.“

Irgendwann kommen sie halt alle zurück zu den Roots. Aber nicht viele machen es so gekonnt wie die beiden Jungs aus Texas, die ihrem Namen zusammengestellt haben aus dem Ort Jamestown, Virginia (erste dauerhafte englische Siedlung in Nordamerika) und der Country-Rock-Legende Creedence Clearwater Revival. Also Tradition und Aufbruch.

Wie gesagt, keine E-Gitarre, und daher ist es auch das ruhigste Album von Clay und Chance geworden. Produziert wurde es von Robert Ellis und mit dabei waren auch ihre langjährigen Begleiter, Bassist Nick Bearden und Drummer Ed Benrock. Aufgenommen wurde es im Niles City Sound-Studio in Fort Worth, Texas. In Live-Atmosphäre, ohne Netz und doppelten Boden. Und das hört man dem Album auch an, es macht eine seiner Stärken aus.

Es ist wirklich ein ruhiges Album, aber es ist keine Sekunde langweilig. Denn wie die beiden sich die ganze Bandbreite des Americana – Folk, Jazz, Bluegrass, Roots-Rock – hier für ihre Zwecke zurechtlegen, ist großartig. Manchmal klingt es ein bisschen nach Crosby, Stills, Nash & Young und The Doobie Brothers, dann wieder erinnert es an Guy Clark oder Townes Van Zandt. Man merkt, dass hier Texaner am Werk sind.

Alleine der Einstieg ist schon grandios. „Coyote“ ist ein wunderbarer Cowboy-Song (mit singender Säge!), der nach einsamer Prärie und nächtlichem Lagerfeuer klingt. Ein ebensolcher Ohrwurm wie der Titeltrack „Young Man“, der herrlich stampfend besten Country & Western-Folk bietet. „Moving Man“ ist dagegen leicht jazzig und funky, mit coolem Rhythmus. Und auch die weiteren Songs wie „Slow It Down“ oder „Old Man Looking Back“ sind richtig schöne, melodig-rumpelige, klasse Americana-Stücke. So bleibt man gerne dran, auch wenn die ausgelassenen Losgeh-Stücke hier fehlen. Es ist ein eindringliches, reifes Werk geworden. Und gerade deswegen beste Unterhaltung.

Fazit: Well done, Mr. Clay & Mr. Chance! So kann es weitergehen, eine sehr schönes Stück Americana. Ein erster wirklicher Meilenstein für Jamestown Revival!

Jamestown Revival – Young Man: Das 2022er Album

Jamestown Revival - Young Man

Titel: Young Man
Künstler: Jamestown Revival
Veröffentlichungstermin: 14. Januar 2021
Label und Vertrieb: Jamestown Revival Recordings, Thirty Tigers (Membran)
Formate: CD, Vinyl & Digital
Tracks: 10
Genre: Americana

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Trackliste: (Young Man)

01. Coyote
02. Young Man
03. Moving Man
04. Northbound
05. These Days
06. One Step Forward
07. Slow it Down
08. Way it Was
09. Old Man Looking Back
10. Working on Love

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Über Thomas Waldherr (681 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: Bob Dylan, Country & Folk, Americana. Rezensionen, Specials.
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