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Erstes Country & Linedance Festival Düren

Fast zwei Dutzend Künstler und Künstlerinnen beim 1. Festival in Düren - es war ein voller Erfolg!

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Ramblin Boots - Konfetti zum Schluß Ramblin Boots - Konfetti zum Schluß. Bildrechte: Michael Förschges (Country.de)

An Pfingsten 2023 war es nach langer Corona-Pause endlich wieder einmal möglich, ein größeres Event aufzubauen. Also gab es am 27. und 28. Mai 2023 in der Festhalle zu DürenBirkesdorf ein Event, bei dem sich unzählige Künstler und Bands auf der Bühne die Klinke in die Hand gaben. Das hatte für alle anwesende Countryfans und Linedancer den Bonus, dass sich an zwei Tagen insgesamt 22 Acts auf der Bühne präsentierten konnten. Leider gab es am Samstagvormittag die Info, dass eine Künstlerin aus gesundheitlichen Gründen ihren Auftritt absagen musste – das Publikum wünschte „Gute Besserung“.

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Start war also am Samstag, den 27.05. um 10:00 Uhr. Um die Stimmung aufzubauen und die Linedancer aufzuwärmen gab es zu Begin Musik von DJane Jamy Sheene. Die Halle füllte sich zeitnah und es kam die Mitteilung, dass alle potentiellen Eintrittskarten verkauft wurden und somit über 550 Fans den Weg zur Festhalle nach Birkesdorf fanden. Nach einer Stunde „Aufwärmphase“ für die Linedancer startete um 11:00 ein Workshop mit Gerd Schambach, der allen Tänzern eine neue Choreographie vorstellte. Und wie es bei solchen Workshops immer so ist, startet man erst einmal Schritt für Schritt um im Laufe der Zeit die komplette Choreographie abzuspeichern. Da die anwesenden Linedancer allesamt solche Workshop-Methoden gut kennen, schaffte man es, in der angesetzten Zeit von 45 Minuten gleich zwei neue Tänze zu erlernen.

Bevor es dann mit Livemusik startete, betrat die Moderatorin des Events – Eva East, die Bühne und begrüßte die bereits sehr zahlreich anwesenden Countryfans. Wie man es aus Zeiten der Festivals im Westerwald kannte, gab es auch in Düren die „Regel“ zur Verabschiedung der Künstler von der Bühne. Schritt eins ist ein „Getrampel“ mit den Boots, dann folgt der Applaus mit den Händen und geht als vorletzter Schritt über zum Pfeifen um dann mit einem lauten „Yeehaw“ dem Künstler Danke zu sagen.

Eva East mit Jaimy Taylor und Mona & Ronald Engelman

Eva East mit Jaimy Taylor und Mona & Ronald Engelman. Bildrechte: Michael Förschges (Country.de)


Um 12:15 startet dann der große Part mit Livemusik – „Eisbrecher“ war eine junge Countrylady aus den Niederlanden – bekannt unter dem Namen Jaimy Taylor. Sie ist schon seit Jahren „on stage“ und schaffte es innerhalb kürzester Zeit, das Publikum mit ihrer tollen Stimme und der sanften Art zu begeistern. Ihr Auftritt dauerte nur 45 Minuten, doch bereits für diese kurze Zeit bedankten sich die Anwesenden gemäß der von Eva East erstellten Regel – viel Lärm und ein Yeehaw.

Bevor es in Sachen Livemusik weiterging, gab es erst einmal eine kurze Unterbrechung um die Bühne entsprechend auszustatten. Dies bedeutete, DJane Jamy Sheene erfüllte eingegangene Wünsche zu Songs für Linedance. Um 13:15 versammelten sich vier Personen auf der Bühne zur offiziellen Eröffnung des Pfingstfestivals – die Rede ist von Eva East, dem Bürgermeister Ullrich und seine Frau, sowie dem Organisator des Events Frank Heidrich.

Um 13:40 ging es dann weiter mit dem zweiten Act – einer weiteren Lady aus den Niederlanden mit dem Namen Audrey Smits. Wer sich jetzt schon Gedanken macht, warum es auf einem Festival in Deutschland niederländische Künstler gibt, dem sei erklärt, dass Düren in der Nähe der Grenze zu den Niederlanden liegt und vor allem ist Countrymusik eh eine internationale Herausforderung und auf Festivals gilt nur die Qualität und nicht die Herkunft. Zurück zu Audrey: Sie schaffte es wie schon Jaimy Taylor in kurzer Zeit die Linedancer zu motivieren, die Tanzfläche zu benutzen mit ihren Songs wie „Goodbye Joe“ und auch „Any Man of Mine“. Und wie es unter Künstlern üblich ist, holte Audrey einen Kollegen, der später seinen eigenen Part hatte, mit auf die Bühne zu einem Duett “It´s so easy to fall in love“ – es war Marco Hemelrijk. Und wie gelernt verabschiedete das Publikum die Sängerin gemäß der Regel, aber erst nachdem sie eine Zugabe präsentgierte – „All you ever do is bring me down“.

Weiter ging es mit dem nächsten Umbau, der musikalisch von DJ Thunder Gomes überbrückt wurde, um die Stimmung aufrecht zu halten. Der Technik-Crew gelang es schon nach 10 Minuten für einen weiteren Künstler aus den Niederlanden die Bühne wieder freizugeben. Er war schon bekannt, weil er einer Kollegin im Duett half – wir reden von Marco Hemelrijk. Marco ist ein Countrysänger aus Amersfoort in den Niederlanden und startet sein Engagement schon im Alter von 15 Jahren. Sein Repertoire an diesem Samstag bestand aus einer abwechslungsreichen Mischung aus flotten und ruhigen Songs wie „Cowboys don´t cry“ und auch „God blessed Texas“. Sein Statement zum bisherigen Ablauf des Festivals war „It´s alright, It’s OK“ und natürlich durfte ein Duett mit Audrey Smits auch nicht fehlen „In another´s eyes“ das gleichzeitig auch die geforderte Zugabe war. Um 15:00 Uhr verließ Marco die Bühne und bevor das nächste Duo loslegen konnte, mussten die Techniker wieder die Bühne vorbereiten, was wieder bedeutet, dass es Songs aus der Konserve gab – wieder von DJ Thunder Gomes.

Nach 15 Minuten war es soweit und das Duo Mona & Ronald Engelmann legten los. Unter anderem gab es den Song „Don´t close your eyes“ und auch „Dance the night away“. Die Party dauerte noch etliche Stunden am ersten Tag und so sollten die Linedancer ihre Kondition gut aushalten, was auch gut funktioniert hat, wie es sich am frühen Sonntagmorgen zeigen sollte. Auch in diesem Set gab es eine kleine Überraschung; es gab zwei Duette mit Jaimy Taylor. Das erste Duett verlief mit Mona und Jaimy – Mutter und Tochter – zu „Mama he´s crazy“. Stellt sich nur die Frage, ob mit „HE“ Ronald gemeint war. Als zweites Duett sangen dann Vater und Tochter zusammen „In the Ghetto“. Und wie ja schon erwähnt, stammte Jaimy aus den Niederlanden – wo auch ihre Eltern (Mona & Ronald) wohnen.

Die Uhr zeigte inzwischen 15:50 an und es gab einen fliegenden Wechsel auf der Bühne ohne Musik vom DJ. Ein international bekannter Künstler betrat bewaffnet mit seiner Gitarre die Bühne und begrüßte die Fans in Deutsch, obwohl Eddy Gee aus den Niederlanden angereist ist. Eddy hatte sein Repertoire gut gemischt mit Cover- und eigenen Songs. Anders wie bei den bisherigen Künstlern benötigte Eddy keine musikalische Unterstützung von CD – er begleitete sich selbst mit seiner Gitarre. Mit dem Song „People are crazy“ honorierte er die Einstellung des Publikums, verrückt nach guter Countrymusik zu sein. Zudem gab es auch eine Premiere live on stage. Eddy sang das erste Mal die deutschsprachige Version seines eigenen Songs „I need you“ der auf Deutsch „Ich brauch´ dich“ heißt. Natürlich gab es auch Songs, die von anderen Interpreten stammen, aber als letzten Song gab es selbstverständlich noch einen eigenen Song „Daydreaming“. Um den Traum von einem tollten Tag zu honorieren, verlangten die Fans natürlich noch nach einer Zugabe. Mit „Driving my life away“ verabschiedete er sich um 16:30 dann von der Bühne.

Laut Ablaufplan sollte jetzt auch mal eine junge Lady aus Deutschland die Bühne betreten und uns mit ihren Songs begeistern. Es handelt sich um Julie Carpenter aus dem Westerwald – leider musste sie ihren Besuch in Düren aus gesundheitlichen Gründen Absagen und auf 2024 verschieben. Nochmals gute Besserung der jungen Countrylady.

Ich vermute einmal, dass in Deutschland kaum einer diesen nächsten Künstler kennt – Daddy Redneck. Trotzdem gab es irgendwann mal die Premiere on stage auf einem Festival in Deutschland. Und selbst wenn man nichts über ihn weiß, seine leidenschaftliche Hingabe seine Songs zu präsentieren, fasziniert jedes Mal das Publikum. Eigentlich hieß es, Daddy Redneck käme wie viele seiner Kollegen auch aus den Niederlanden, aber er hatte sicher die weiteste Anreise nach Düren – er wohnt nun rund 2.200 km entfernt in Spanien. Aber wenn man seine Fans wiedersehen will, dann ist keine Anreise zu weit. „Papa“ unterstütze sich wie Eddy auch mit seiner Gitarre – aber ab und zu auch mit einer Band von der CD. Gestartet ist er mit „God bless Texas“ und später hieß es „Southbound Train“. Obwohl Texas nicht in Spanien liegt und der Zug nach Hause nicht gen Süden fahren würde schaffte es Daddy Redneck als erster Act das Publikum so zu begeistern, dass er gleich zwei Zugaben abliefern sollte. Sein allerletzter Song in 2023 war „Bye bye Johnny“ – wir stellten uns dann die Frage, ob er selber Johnny heißt. Im Nachgang stellte sich heraus, dass Daddy Redneck eigentlich Martin Michiels heißt.

Und wiederum brauchten die Techniker keinen Umbau umsetzen, da eine weitere Lady mit Gitarre um 17:15 die Bühne betrat – Ottilia Ehren. Ottilia war als Solo-Künstlerin on stage, aber ist laut Eva East ein „Urgestein der Countryszene in Deutschland. Ottilia ist seit 1975 in der Szene unterwegs mit diversen Bands und aktuell nur noch mit ihrer 12string Gitarre on Tour. Sie startete mit einem langsamen Song „Honky Tonk healin`“ und später widmete die junge Dame einem älteren Kollegen aus den USA zu seinem 90. Jahrestag einen Song „Blue eyes crying in the rain“ – wir reden von Willie Nelson. Ein anderer Kollege sowohl von Willie als auch von Otti bekam von ihr auch einen seiner Songs on Stage in Düren. Es handelte sich um „dreaming my dreams“ von Waylon Jennings – eine sehr gefühlvolle Ballade. Und gerade nachdem wir uns gefreut haben über die tolle Musik und den Gesang von Ottilia Ehren aus Deutschland war ihr Zeitfenster von 45 Minuten auch schon abgelaufen. Allerdings erlaubte Eva East uns eine Zugabe. Ottilia entschied sich für ihre Version von „I don´t care if you love me“.

Bevor die erste Band mit insgesamt sechs Mitgliedern auf der Bühne musizierte, musste die Technik-Crew erst einmal jede Menge Arbeit abliefern. Zudem hatte die Band auch noch jede Meng eigene Technik im Gepäck aber um die Atmosphäre im Saal nicht zu beeinträchtigen schaffte es DJane Jamy Sheene in 30 Minuten die Tanzfläche durchgehend gut gefüllt zu halten mit Musik aus der Konserve.

Ramblin Boots

Ramblin Boots. Bildrechte: Michael Förschges (Country.de)


Um 18:30 stelle Eva East die international bekannte Band aus den Niederlanden vor – Ramblin`Boots. Die Boots sind auch in Deutschland bestens bekannt und starteten gleich mit „This is Country Music“ von Brad Paisley. Aber schon der zweite Song war ein eigenes Stück mit dem Titel „Bonedry“. Demnach war das Repertoire der Band – bestehend aus 2 Ladies und 4 Cowboys – eine gute Mischung aus Cover- und eigenen Songs. Sehr gut kam auch die Besetzung im Publikum an; Fiddle und Pedal-Steel-Gitarre sind halt Instrumente, die bei guten Countrysongs zu hören sind. Zudem gab es auch unterschiedliche Sänger und Sängerin, was natürlich auch ein abwechslungsreiches Programm möglich macht. Nach rund einer Stunde wunderte man sich, warum man zwar noch alle Instrumente hörte, aber es nur noch die Drums und die Pedal-Steel auf der Bühne gab. Der Song war ein instrumentales Stück mit dem Titel „Ridge Runner“ und ermöglichte es vier von sechs Boots sich im Publikum zu tummeln und aufblasbare Instrumente zu verteilen und die Stimmung weiter aufzuheizen. Das absolute Highlight dieser Aktion war dann die „Explosion“ zweier Konfettibomben, die silberne Streifen über die Tanzfläche schossen. Und natürlich ging es dann on stage weiter mit eigenen und Coversongs, die aber für die Boots angepasst wurden – so zum Beispiel „The devil went down to Georgia“. Im Original ist der Teufelsgeiger Johnny, aber bei den Boots ist der Name der Kontrahentin des Teufels Martine. Warum? Na die junge Dame an der Fiddle heißt halt so. Und dass sie den Teufel besiegt, konnte jeder mitbekommen. Dann waren auch schon die 90 Minuten für diesen Auftritt um und es gab als letzten Song „Southbound Train“ bei dem die Boots nochmal alles darboten, was sie so können. Das ganze Set erfreute das Publikum so sehr, dass es nach einer Zugabe forderte – selbstverständlich verweigert keiner so eine Bitte. Also gab es als finalen Song „We´re from the Country” als eigne Variante von “I´m from the Country”.

Und wieder musste nun DJane Jamy Sheene die Linedancer musikalisch unterstützen, da der Wechsel der Bands auf der Bühne wieder 30 Minuten Arbeit für die Techniker bedeutete. An dieser Stelle einmal großen Respekt für die guten und schnellen Einsätze on stage und dafür ein Danke!

Um 20:45 Uhr kam dann ein echter Country-Interpret mit seiner Band auf die Bühne in Birkesdorf. Geboren in Havre und aufgewachsen in Montana ist Doug Adkins seit seinem 18. Geburtstag Songschreiber und Gitarrist. Los legte er mit seiner Band mit einem Song von Jason Aldean „Dirt Road Anthem“. Auch für diesen Act waren 90 Minuten angesetzt und Doug schaffte es locker mit seiner „soften“ Art, die Countryfans zu begeistern mit eigenen und Coversongs. Wie immer waren auch dieses Mal die 90 Minuten sehr schnell um und Doug wollte sich mit dem Klassiker „Achy Breaky Heart“ verabschieden. Aber erstens kommt es anders als man denkt – logischerweise wollten die Countryfans auch von unserem US-Guy eine Zugabe hören – es gab „Pretty little thing called love“ von Queen.

Doug Adkins

Doug Adkins. Bildrechte: Michael Förschges (Country.de)


Durch die Zugabe war das Ende von Doug´s Auftritt erst um 22:20 Uhr und ein letztes Mal an diesem Samstag musste die Technik auf der Bühne umgebaut werden, bevor die letzte Band sich präsentieren konnte. Also gab es wieder einen DJ-Einsatz, Thunder Gomes hatte rund 45 Minuten Zeit, die Linedancer fit zu halten und den Musikfans was auf die Ohren zu geben.

Punkt 23:00 Uhr war es soweit – der letzte Act am Samstag legte los. Es war eine fünf-köpfige Band aus Deutschland mit der Besetzung von 3 Ladies und 2 Gentlemen on stage. Diese Konstellation ist nicht so häufig, daher sollte längst bekannt sein, um welche Truppe es sich handelt: Yendis. Das Repertoire dieser Band richtet sich stark aus an modern Country Style und Countryrock. Es gab Songs wie „Some days you gotta dance“ oder auch „Something in the water”, wobei der letzte Song sicher nicht eine Information handelte, dass man an der Theke Mineralwasser entweder mit aber auch ohne Kohlensäure bekam. Aber Yendis präsentiert nicht nur Countrysongs aus den USA, Australien oder England – es gab auch einige Songs einer Truppe aus Schweden. Sicher gibt es auch in Schweden Countrykünstler, aber hier ist die Rede von ABBA im Yendis-Style. Als letzten Song hatte Yendis den Klassiker von John Denver geplant und bat um aktives Mitsingen, denn der Text von „Country Roads“ ist ja sicherlich jedem Countryfan bekannt. Auch hier reichte es nicht aus, sich „normal“ zu verabschieden nach einem Set von knapp zwei Stunden. Das Publikum forderte eine allerletzte Zugabe und da ja kein weiterer Künstler auf seinen Auftritt wartete, gab es noch einen allerletzten Song mit der Warnung beim Verlassen der Halle keinesfalls den „Highway to Hell“ zu befahren. Schließlich geht es ja in 9 Stunden weiter mit dem Programm in der Festhalle zu Düren.

Yendis

Yendis. Bildrechte: Michael Förschges (Country.de)


Nach einer kurzen Nacht ging es am Sonntag ab 10:00 Uhr weiter mit Tag 2 des sehr umfangreichen Programms auf dem Festival in Düren – Birkesdorf. Wie schon am Vortag gab es eine Stunde Musik aus der Konserve um anzukommen und für die Linedancer zum Aufwärmen. Koordinator an diesem Morgen war nun DJ Thunder Gomes, der auch den im Anschluss stattfindenden Linedance Workshop als Trainer stemmte. Der erste Linedance war ein Bonus an eine junge Countysängerin, die im Laufe des Tages sich auf der Bühne präsentierte. Getanzt wurde zu einem bekannten Song „No no never“ von Texas Lightning. Es handelte sich um eine leichte Choreographie, damit möglichst alle Tänzer schnell sich vertraut machen konnten mit der Schrittfolge. Und schon nach 15 Minuten war es machbar, dass alle die zum Sound passende Steps hinbekamen. Als zweiten Tanz gab es eine etwas anspruchsvollere Choreo im Catalan-Style mit der Bezeichnung „8 Seconds“. Thunder gab alles und brauchte aber doch etwas länger als die 8 Sekunden, bis auch alle diese Version tanzen konnten. Erledigt war diese Aktion dann um High Noon – sprich um 12:00 Uhr mittags.

Im Anschluss präsentierte sich die Moderatorin Eva East auf der Bühne, begrüßte die anwesenden Zuschauer und verkündete einmal den weiteren Ablauf des Festivals. Im Background war bereits die Technik auf der Bühne fertig für die erste Künstlerin des Tages – Virginia Stone aus Deutschland. Um 12:20 startet die Solokünstlerin mit ihrem Set. Und wie es so ist, bei Solokünstlern benötigt man bei seinen Auftritten Hilfe in Sachen Musik. Also hat man heutzutage einen USB-Stick mit seiner Musik dabei und die Technik spielt ab. Es gab unter anderen „Amarillo by morning“ und auch „I need you now”. Viele andere Titel hatte Virginia im Repertoire und alles pauste den schon zahlreich anwesenden Countryfans, die dann am Schluss auch gleich noch auf ihren Wunsch hin gleich zwei Zugaben erhielten.

Von 13:00 Uhr an gab es für DJane Jamy Sheene einen kurzen Einsatz von 10 Minuten bis die Technik-Crew wieder die Bühne für den nächsten Act fertig hatte. Es stand ein Duo auf der Bühne, das nicht nur zusammen eine Show abliefert, sondern privat auch miteinander verheiratet sind.

Der zweite Act waren die Glorreichen Zwei – als Starter das Filmthema der Glorreichen Sieben mit Trompete live on stage. Der Rest des Sounds war vom Datenträger, aber das ist bei Solisten, Duos halt so. Bei den glorreichen Zwei handelt es sich um Claudia & Dirk Pawelka, die eine seltene aber durchaus erfolgreiche Kombination aus Countrysongs und Western-Instrumentalmusik präsentierten. Dabei übernahm Claudia den Vocal-Part und Dirk nutze seine Solo-Trompete um diverse Titelmelodien von Westernfilmen zu vervollständigen. Songs gab es natürlich auch wie zum Beispiel „Hey good lookin’“.

Die nächste 10-Minuten-Pause oblag dann zur Abwechslung wieder einmal DJ Thunder Gomes, der erklärte es gäbe nur einen Linedance zum Relaxen. Was aber von den aktiven Tänzern keiner ahnte, dass das Tempo des Tanzes sich zusehends verschärfte und das Durchhalten recht anstrengend wurde. Zum Schluss haben gerade vier Linedancer es geschafft, die Herausforderung zu bestehen – Glückwunsch!

Um 14:00 Uhr betrat Patrick Koers die Bühne – ein Solist aus den Niederlanden. Patrick stammt aus Rosmalen und sein Vater hat ihn in jungen Jahren auf seinen Fahrten im LKW mitgenommen. Das hatte zur Folge, dass Patrick mit sämtlichen Countrysongs von Johnny Cash, Waylon Jennings und auch Willie Nelson vertraut machte. In Düren gab es aber auch Songs anderer Interpreten wie zum Beispiel Alan Jacksons „Renember when“ oder als Duett mit Pam M Jones „He drinks Tequila“. Auch am Schluss durfte Patrick noch eine Zugabe spendieren. Dank Funkmikro sprang er von der Bühne uns reihte sich direkt neben Thunder Gomes auf der Tanzfläche ein und tanzte mit zu seinem Song „Must’ve had a Ball“.

Am frühen Nachmittag um 14:30 Uhr kam eine weitere Soloünstlerin aus Deutschland auf die Bühne: Jamy Sheene – the Rocking Cowgirl. Jamy ist nicht nur DJane sondern auch Countrylady mit Sologesang und seit vielen Jahren auf Bühnen zu Hause. Ihre Leidenschaft ist Countrymusik, Hunde und Pferde. In ihrem kurzen 30 Minuten Set in Düren gab es tolle Songs wie zum Beispiel „Here comes trouble“. Dabei lief alles gut und Jamy hatte ja auch keinen Stress – höchstens ein wenig Lampenfieber. Vielleicht war es aber auch der Song „You can have him, Jolene“ der ein wenig den Puls erhöhte.

Bevor dann nach Jamy das nächste Duo auf die Bühne kommen konnte musste die Technik wieder arrangiert werden. Diese Zeit nutze Thunder Gomes um mit den Anwesenden nochmals die Choreo zu „No no never“ zu vertiefen, wenn ja in Kürze Jill Fisher ihre Version präsentiert. Dafür reichten mal wieder schlappe 10 Minuten.

Um 15:15 trat das Duo It´s Alright auf die Bühne und legte los. Es folgen nun ein paar Infos zu diesem Duo: It´s Alright besteht aus Pam M Jones und Will Claase aus den Niederlanden. Beide haben bereits eine sehr lange Erfahrung in der Countryszene und haben keine Angst auf der Bühne zu stehen. Was das Repertoire anbelangt, so kann man die Songs in Düren einfach so zusammenfassen, dass die Songs gefühlvoll und mit einer Leichtigkeit hervorragend vorgetragen wurden und natürlich auch passend zu den Stimmen. Es gab unter anderem „Somewhere between“ und auch „He drinks Tequila“. Und wie so oft ist die Zeit schneller um als gewünscht, aber auch am Sonntag bedankt sich das Publikum nach jedem Auftritt gemäß der Regel von Eva East – trampeln, klatschen, pfeifen und ein Yeehaw.

Es gab bislang am Sonntag das ein oder andere Duo und einige Solokünstler on stage. Als nächstes kam eine kleine Band mit drei Personen um sich vorzustellen. Doch vorher brauchte die Technik-Crew wieder ein wenig Zeit und auch ein Soundcheck war erforderlich. Die so benötigten 25 Minuten überbrückte DJane Jamy Sheene wieder mal mit Musikwünschen bis 16:10 Uhr.

Yara Beeks & Band

Yara Beeks & Band. Bildrechte: Michael Förschges (Country.de)


Und nun war es soweit: Eine ganz junge Countrylady aus den Niederlanden betrat zusammen mit ihren beiden Kollegen als Yara Beeks & Band zum allerersten Mal in Deutschland eine Bühne. Yara und ihre Gitarre vereinen sich mit Martin Stegeman am Upright Bass und den Background Vocals und Dennis Spee an den Drums. Yara hat bereits einige Erfahrung im Schreiben und Aufführen ihrer eigenen Musik. Ihr Repertoire umfasst natürlich nicht nur eigene Songs, sondern auch Werken von The Chicks, Dolly Parton, Danny Vera und auch Johnny Cash. So gab es in Düren unter anderem „Ring of fire“ und eine moderne Version von „Jolene“ und natürlich auch eigenen Songs wie „Rusty“. Schade, dass die halbe Stunde so schnell abgelaufen war, aber das Publikum wünscht sich ein Wiedersehen in Düren 2024 und ggf. auch andere Auftritte in Deutschland. Toi, toi, toi!

Um viertel vor fünf – sprich 16:45 Uhr – betrat Andy Boe aus Deutschland die Bühne. Eigentlich ist die Rede von Andreas Böttcher, der der ein oder anderem aus dem TV bei Voice of Germany kennen könnte. Andy ist seit Jahrzehnten in der Countryszene unterwegs und hat Songs von Josh Turner, Darius Rucker, Alan Jackson, Brooks & Dunn sowie Luke Combs im Repertoire. Auf seine Frage in Düren „Why don´t we just dance“ kam umgehend ein RRRRRRR von Thunder Gomes. Als kleine „Wiedergutmachung“ gab es noch ein Wagenrad – „Wagon Wheel“ bevor es zum fließenden Übergang mit einer netten jungen Countrylady aus Deutschland kam. Andy bat Jill Fisher mit zu ihm auf die Bühne um zusammen mit ihm einige Duette zu präsentieren; unter anderem gab es „I run to you“.

Gegen 17:30 verabschiedete sich Andy Boe von der Bühne und überließ Jill Fisher die Show. Jill ist sicherlich gut bekannt, denn sie ist seit knapp 20 Jahren on stage bei diversen Veranstaltungen. Auch war sie bereit wie auch ihr Duettpartner bei The Voice of Germany und sogar schon in der Heimat der Countrymusik – Nashville – um Aufnahmen zu machen. Ihr aktueller Hit ist ihre deutsche Version des Hits „No no never“ von Texas Lightning. Der Erfolg dieser Single half ihr, sich um ihr neues Album zu kümmern, welches in 2024 veröffentlicht werden soll. Natürlich gab es ihren aktuellen Hit live on stage, zu dem Thunder Gomes ja auch einen eigene Linedance Choreographie erstellt hatte. Der Titel des Songs ist ja bekannt. Um 18:00 verließ Jill Fisher die Bühne und da als nächstes eine größere Band auftrat, war es wieder notwendig, von der Vorbereitungszeit ein wenig abzulenken – Einsatz für DJane Jamy Sheene für sage und schreibe 45 Minuten.

Johnny Cash Experience

Johnny Cash Experience. Bildrechte: Michael Förschges (Country.de)


Um 18:45 Uhr startete dann Johnny Cash Experience ihren Auftritt in der Festhalle zu Birkesdorf. Wie der Name es ja schon verrät, besteht das Repertoire der Truppe aus Songs ihres Idols Johnny Cash. Gestartet wurde mit dem „Folsom Prison Blues“ zu einem Auftritt von 90 Minuten. Des Weiteren gab es den Themen-Song einer TV-Serie die vor langer, langer Zeit auch hier in Deutschland zu sehen war und deren Titel auch ein altbekannter Song ist – Bonanza. Was an dieser Stelle besonders zu erwähnen ist, ist die stimmlich Lage des Sängers Joe Sander, der bei geschlossenen Augen den Eindruck erweckt, Johnny würde wieder live on stage sein. Weitere Songs waren unter anderem „Ghostriders in the sky“ und auch „Ring of fire“. Dass diese Musik beim Publikum bestens ankam, zeigte der Wunsch nach einer Zugabe. Hier kam nun die Herausforderung, dass man bei „Jackson“ ja eine Sängerin benötigen würde und die Frage kam, wer denn mitsingen wolle. Ganz schnell meldeten sich Jamy Sheene und auch Jill Fisher und übernahmen zusammen den Part der Lady. Interessant, dass der Platz vor der Bühne stark befüllt war mit Fans, die allesamt eine Videoaufzeichnung diese besonderen Song machten.

Gegen 20:15 Uhr musste Jamy Sheene wieder ihre Arbeit als DJane antreten, denn die Man in Black von Johnny Cash Experience verließen die Bühne und es dauerte 45 Minuten bis zum nächsten Auftritt einer Band. Also wieder einmal Wünsche der Linedancer abarbeiten und Musik zum Tanzen zur Verfügung stellen.

Music Road Pilots

Music Road Pilots. Bildrechte: Michael Förschges (Country.de)


Punkt 21:00 Uhr landeten dann fünf Piloten zusammen mit einer Lady auf der Bühne – die Music Road Pilots aus den Niederlanden in Begleitung von Sarah Jory. Die Piloten gibt es seit rund 15 Jahren und ihr Repertoire besteht aus eigenen und Coversongs. Gestartet wurde mit „Wanna be a Hillbilly“ der dann gefolgt wurde von einer Songpremiere mit „Leavin´to me“. Im weiteren Verlauf folgten etliche weitere Premieren von eigenen Songs, die ab und zu durch Coversongs unterbrochen wurden. Als geplanter letzter Song gab es die Pilots-Version von „Devil went down to Georgia“ weil es ja auch eine Fiddle in der Band gibt. Allerdings durften die Piloten mit ihrer Begleitung erst nach einer Zugabe abheben. Der finale Act „Southbound Train“ endete um 22:35 Uhr – fünf Minuten später als geplant. Aber das ist bei Liveevents normal, dass der Ablaufplan schon mal verzögert wird.

Es war schon spät und es war warm, das waren wohl die hauptsächlichen Gründe, warum die Anzahl der Gäste langsam aber sicher immer geringer wurde. Sicherlich war auch die Dauer der Rückreise nach Hause für den ein oder anderen ausschlaggebend. Für alle, die noch den letzten Act erleben wollten, gab es eine letzte Pause. DJane Jamy zog nochmal alle Register, um die Stimmung zu erhalten und es so harmonisch wie möglich zu halten, denn die Pause zog sich über ganze 40 Minuten.

Gone Country

Gone Country. Bildrechte: Michael Förschges (Country.de)


Schließlich war es um 23:15 Uhr soweit – vier Jungs aus Bielefeld standen auf der Bühne. Klar gibt es das Gerücht, dass Bielefeld nicht existiert, aber die Bühne hatte die vier Jungs live on stage. Diese Kombination hatte den Namen Gone Country. Das Repertoire der Gruppe fällt in den Bereich “New Country“ mit Titeln von Brad Paisley, Blake Shelton, Alan Jackson und auch Johnny Cash. New Country bedeutet für diese Band eine musikalische Ausrichtung rockig, poppig und unbedingt tanzbar. Mit Songs wie „Gentle on my mind“, oder aber auch “Bad case of loving you” erreichte Gone Country trotz später Zeit eine tolle Stimmung in einer leider schon recht leeren Festhalle. Als Mitternachtsimbiss gab es von Zac Brown „Chicken fried“ wobei die Grillstation schon seit zwei Stunden geschlossen war. Auch an der Bar schiens es schon Einschränkungen zu geben – „Whiskey´s gone“. Mit „Wake me up when it´s all over“ stellte Gone Country die aktuelle Situation in Düren dar – viele Countryfans waren schon um 0:30 Uhr im Bett, wollten aber sicherlich am Ende der Veranstaltung noch geweckt werden. Als letzten Song riefen die Jungs alle Anwesenden vor die Bühne und man sang dann zusammen „Country Roads“ mit einer Handvoll Gäste. Aber auch wenn nur noch ein Minimum an Zuschauern anwesend war, die Meute forderte nach einer Zugabe. Da ja kein weiterer Act auf seinen Auftritt warten musste, war es für die Band kein Problem, dem Wunsch nachzukommen und mit einem Top-10-Country-Medley und als allerletzten Song „Boot Scootin‘ Boogie“ den Abend abzuschließen. Da es aber noch rund fünf Minuten bis zum offiziellen Ende der Veranstaltung gab, wollten die letzten Fans auch noch bis zum bitteren Ende Livemusik. Also gab es eine aller-allerletzte Zugabe bei dem bitte aber auch mitgesungen werden solle. Bei einem bekannten Song namens „Wagon Wheel“ für die letzten Anwesende kein Thema und so endete am Montagmorgen um 01:00 Uhr das erste Country und Linedance Festival in Düren. Es waren zwei anstrengende Tage mit einer kurzen Nacht aber wir hoffen, dass es auch in 2024 wieder ein entsprechendes Event in Düren geben wird. Keep It Country!

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Über Michael Förschges (74 Artikel)
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