20 Jahre Country Night Gstaad: Jubiläum ohne Glanz?
Nun stehen sie fest, die Künstler zur Jubiläumsveranstaltung. 20 Jahre gibt’s die Country Night Gstaad mittlerweile und viele, sehr viele Stars gaben sich förmlich Jahr für Jahr die Klinke in die Hand.
In den letzten Jahren konnte man Joe Nichols, Randy Travis, Tracy Lawrence, Joe Diffie, Terri Clark, Sara Evans, Gary Allan, John Michael Montgomery, Deana Carter, LeAnn Rimes, Mark Chesnutt, Rhonda Vincent und viele andere US-Topkünstler in dem kleinen Ort im Berner Oberland (Schweiz) bewundern. Umso größer war die Erwartungshaltung der doch verwöhnten Fans zum 20. Jubiläum. Zumal im Vorjahr die Fans aufgefordert wurden, eine Liste auszufüllen (mit ihren Wunschkanditaten), welchen Star sie einmal “live” in Gstaad sehen möchten.
Doch ob da zum Beispiel Marco Gottardi (Schweiz) und Bomshel ganz oben auf der Liste standen, mag man bezweifeln. Marco Gottardi, der Lokalmatador, dem will und kann man sicherlich seinen Auftritt in illustrer Runde können, doch bei Bomshel kann man die Verantwortlichen nicht verstehen, warum man sie über den großen Teich holt. Durchgestartet sind sie nie wirklich und laut Medienberichten, stehen sie fast schon wieder vor ihrer Auflösung.
Natürlich sind Clint Black sowie auch ein Ricky Skaggs (war bereits 1999 schon in Gstaad) zwei Musiker allererster Güte, die sicher dem Event einen besonderen Anstrich verpassen werden. Doch für ein großes Jubiläum hätte man sich Künstler gewünscht, die zurzeit von sich Reden machen. Chartkünstler, die der Erwartungshaltung der Gstaader Fans, die Künstler solcher Güte seit Jahren gewohnt sind, standhalten.
Wie gesagt, warum man ausgerechnet zum 20. Jubiläum der Country Night Gstaad 2008 einen, bzw. zwei Schritte zurückrudert, ist nicht klar bzw. nachvollziehbar. Eine Antwort findet sich vielleicht in einem persönlichen Gespräch mit den Herren Ed Bouchard und Marcel Bach.
Sicherlich ist dies keines falles Schwarzmalerei, denn die Country Night Gstaad hat in den vergangenen Jahren die Messlatte selbst sehr hoch gelegt und dann fällt, gerade jetzt beim großen Jubiläum, so ein schwächeres Programm umso mehr auf.
Allen Fans die sich ins Berner Oberland aufmachen, wünscht man trotzalledem eine wunderbare Zeit mit guter Musik und einem niveauvollen Ambiente. Denn das bietet gegenwärtig nur die Country Night Gstaad in dieser Form in Europa, mit Country Music in bester Qualität, obwohl es nicht die “Superstars” sind, die der Fan im Vorfeld erwartet hat.
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Hi Dirk,
grundsätzlich gebe ich Dir recht. Dieses Jahr wird meine 5. Country-Night und ich denke, sie war letztes Jahr mit Rhonda Vincent und Randy Travis ähnlich, wenn nicht sogar größer besetzt.
Die Verantwortlichen haben sich aber bestimmt um aktuellere Acts bemüht und wahrscheinlich einen Haufen Absagen kassiert. Ich konnte mit ihnen im September 2007 vor Ort sprechen und sie waren da noch guten Mutes einen echten Knaller zu bekommen.
Allerdings habe ich gesehen, dass Dierks Bentley im Sommer nach Frankreich kommt, so jemanden hätte man doch für Gstaad bestimmt einladen können…
Macht nix, ich freu’ mich trotzdem sehr darauf, da der Event an sich jedes Jahr wunderschön ist und außerdem 2 Tage Schweiz mit Käse, Bergen, guter Luft und Entspannung auch nicht schlecht sind.
Gruß
Daniel
Hallo Dirk
Ich bin etwas erstaunt über Deinen Bericht, weil ich von Dir bessere Kenntnis der Veranstalter-Problematik erwartet hätte. Du kannst nun mal nicht davon ausgehen, dass sich jeder US-Künstler darum reisst, nach Europa zu reisen. Vielen ist es zu beschwerlich oder sie scheuen das Unbekannte oder sie haben bereits andere Pläne für die Zeit der Country Night Gstaad usw. Und zeigt dann einer Interesse, ist immer noch nicht sicher, ob es zum Klappen kommt. Das kann dann mal schnell scheitern an übersetzten Gagenforderungen und Nebenkosten.
Es stellt sich auch die Frage, ob sich ein Veranstalter wegen einer möglicherweise zu hoch geschraubten Erwartungshaltung des Publikums in den finanziellen Ruin stürzen soll oder ob er Mass halten soll, um in den folgenden Jahren seinem Publikum, wie so häufig in der Vergangenheit, auch noch mit grossen Acts dienen zu können. Wir halten es mit der Vernunft, trotz aller Liebe zur und Begeisterung für die Country Music.
Was Bomshel anbetrifft, muss Deinerseits wohl eine Verwechslung vorliegen. Von einer bevorstehenden Auflösung dieser Gruppe ist uns nicht bekannt.
Im übrigen scheint das Publikum am Lineup grossen Gefallen zu finden, zumindest lassen die Vorverkaufszahlen diesen Schluss zu.
Allen Leuten recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann. Ich hoffe aber trotzdem, Dich auch dieses Jahr in Gstaad begrüssen zu können.
Mit den besten Grüssen aus der Schweiz,
Ed Bouchard, Pressestelle, Country Night Gstaad
Ich finde die Kritik am diesjährigen Line Up doch stark übertrieben. Sie zeugt nur von einer völlig überrissenen Erwartungshaltung. Zudem wird vergessen das auch im letzten Jahr kein Act mit aktuellen Charterfolgen in Gstaad war.
Das Programm ist zumindest was die beiden Hauptacts angeht genauso gut wie letztes Jahr. Clint Black und Randy Travis sind beides Grössen welche schon lange keine absoluten Chart Hits mehr hatten und Ricky Skaggs ist im Bluegrass Olymp wohl noch etwas höher einzustufen als Rhonda Vincent.
Ein Fragezeichen setze jedoch auch ich hinter Bomshel (vielleicht ein Geheimtip) und vor allem Mario Gottardi. Vor allem letzterer ist vieleicht wirklich nicht der geeignete Opening Act für eine Top Veranstaltung dieser Art.
Jedenfalls freue ich mich schon jetzt riesig auf Gstaad und danke Marcel Bach und Ed Bouchard für den jedes Jahr grossartigen Anlass.
Hallo Dirk,
ich stimme E.B. zu. Selbst in Amerika ist es so, dass Country nur in einem Umkreis von ca. 500 Meilen um Nashville wirklich groß ist. Als großer Kenner der Country Szene sollte Dir eigentlich bekannt sein, dass Country Stars aus USA erst einmal den Heimat-Markt bearbeiten und dann erst den Blick über den großen Teich richten.
Auch wenn ich dieses Jahr leider mal wieder keine Zeit finde in die Schweiz zu fahren, da ich sehr viel mit der Charity für behinderte Kinder um die Ohren habe, hoffe ich dass es noch viele Veranstaltungen in der Schweiz geben wird.
Anmerken möchte ich noch, dass Du es ja auch schon aus eigener Erfahrung besser wissen müsstest, wie schwer es ist, die Top 10 der Charts nach Europa zu bekommen. Aber als Redakteur kann ich Dich natürlich verstehen, da muss auch mal ein kritisches Wort erlaubt sein. Hätte mir natürlich auch gewünscht, dass die Top 10 der Charts vertreten sind.
Viele Grüße und bleib wie Du bist.
Christian
@Christian
Das Country Music nur 500 Meilen um Nashville populär ist ist ja wohl der grösste Unsinn den ich je gehört habe.
Schau mal nach Californien, Wisconcin, Texas, Minnessota etc.
Was da für Festivals sind und wieviele Sender es gibt.
@ Tom
Ich mache Dir einmal eine Vorschlag: Du kommst nächstes Jahr mit mir im Feb. / März nach Nashville und dann schauen wir einfach mal weiter.
Es ging um die großen Stars übrigens. Und die touren in der Regel um die 500 Meilen rund um Nashville, da dort die meisten Fans sind.
Und wir wollen ja jetzt nicht kleinlich sein, von Nashville / TN nach Dallas / TX sind es gerade einmal 663,91 Meilen.
@Christian
Ich war 10 Mal in den USA und habe da jahrelang gearbeitet, ich weiss wovon ich rede.
Aber vielen Dank, dass Du weisst das die grossen Stars nur in Nashville auftreten.
Geb mal bei Pollstar die grossen Namen ein.
George Strait zb tritt ganz selten in Nashville auf.
Von den vielen Festivals in Cadott und Eau Claire, Wisconsin oder in Californien wie Stagecoach gar nicht zu sprechen…
@ Tom
Also ich habe nicht geschrieben, dass George Strait nur in Nashville Konzerte veranstaltet.
Du hast in den USA gelebt? Wo denn da genau?
hi
in Atlanta,da gibt es 2 coole Clubs wo ne menge gute Leute auftreten
Gruss
@ Ed Bouchard
Mich hat der Artikel von Dirk Neuhaus nicht verwundert, eher das Gegenteil ist der Fall, er spricht mir voll und ganz aus dem Herzen!
Denn führ ein 20 jähriges Jubiläum, eines augenscheinlich sehr erfolgreichen Festivals, fällt für mich, das line-up auch eher sehr dürftig aus.
In den letzten Jahren ist es Ihnen doch auch gelungen echte Hochkaräter, der US- Countryszene in die Schweiz zu holen, wenn ich da nur an Terri Clerk, Joe Diffie oder auch an Gary Allan, um nur einige zu nennen, denke, dagegen fällt das diesjährige Bühnenprogramm eher sehr mau aus.
Sie schreiben, das das Publikum am line-up gefallen findet, so wie ich das sehe, liegt dieses Phänomen eher an Ihrem merkwürdigen Vorverkaufsgebahren, denn man muss, um gute Karten zu bekommen, schon im selben Jahr fürs nächste Jahr Karten ordern und diese dann sehr früh bezahlen.
Man kauft damit quasi “die Katze im Sack”, was ja auch ok wäre, wenn man sich immer drauf verlassen könnte, das man wirklich etwas außergewöhnliches dafür geboten bekommt.
Desweiteren schreiben Sie, das u. a. mangelnde Zeit und auch die überhöhten Gagenforderungen der Grund sind, für das wegbleiben der wirklichen Stars, sorry, aber das ist für mich Bullshit, denn Sie wussten ja nicht seit gestern, das Sie irgendwann mal 20 jähriges Jubiläum feiern würden.
So etwas kann man doch langfristig planen, durch rechtzeitige Anfrage bei den Stars und finanziell sollte nach 20 Jahren auch ein gewisses Polster gebildet worden sein.
Wenn ich da nur an die Zinsen denke, die Sie allein schon durch den sehr frühen Vorverkauf erzielen, wenn Sie diese z.B. auf eine Tagegeldkonto eingezahlt hätten und das nur zehn Jahre lang, was meinen Sie, welche Stars Sie dieses Jahr hätten präsentieren können.
Sie sollten uns fans auch verstehen, bei einem 20 jährigen Jubiläum erwarte ich einfach mehr, als “Bomshel”, habe von denen vorher noch nie etwas gehört und ich bin täglich, virtuell in der Countryszene unterwegs.
Ihr Lokalmatador Marco Gottardi hört sich ja nicht schlecht an, aber ihn für das Hauptprogramm zu engagieren, halte ich noch etwas für verfrüht.
Mit Ricky Skaggs liegen Sie bei mir völlig falsch, da ich kein Bluegrass mag, aber das ist mein Problem, nicht Ihres, der Mann hat schon seine Berechtigung, grins.
Einzig und alleiniges Highlight ist für mich Clint Black, der Mann ist für mich nach wie vor ein Star der amerikanischen Countryszene, auf den ich mich sehr freue.
Ja, Sie haben richtig gelesen, ich besuche Ihr Festival, dieses Jahr zum ersten Mal, weil mir immer so viel davon vor geschwärmt wurde, deswegen ja auch meine und die meiner mitfliegenden Freunde relativ große Enttäuschung!
Denn unser finanzieller Aufwand, wir kommen aus Hamburg, ist recht groß und das wohl nur für einen Künstler der uns gefällt, aber egal, wir werden das Beste daraus machen und uns Ihr viel gepriesenes Festival mal anschauen, in der Hoffnung, das sich der ganze Aufwand für uns auch gelohnt hat.
Countrywayne
Ich finde das Lineup etwas seltsam. Bomshel ist vor allem überraschend. In der Originalbesetzung haben sie sich schon aufgelöst, es kommt also jetzt die sogenannte Zweitbesetzung zum Zuge – das Album ist nie erschienen.
Wenn ich mir anschaue, wer zum Beispiel in Craponne sich tummelt, ist für mich klar, welches Festival ich besuchen werde. Gstaad wird es nicht sein.
Ich kann voll und ganz nachvollziehen, das Dirk diesen Artikel online gestellt hat, denn mit seinen obigen Aussagen gehe ich absolut konform.
Dies geht wahrscheinlich vielen so, weil man doch einfach ein bißchen enttäuscht ist von dem Lineup.
Auch ich werde eine von denjenigen sein, die in diesem Jahr das Festival zum ersten Mal besuchen werden. Dazu gebracht hat mich die positive Resonanz der vergangenen Jahre und natürlich die Namen der Künstler, die bisher in Gstaad aufgetreten sind.
Ohne zu überlegen hab ich dann Karten für mich und meine Eltern gekauft, da mir eigentlich klar war, dass bei einem 20 jährigen Jubiläum bestimmt die ein oder andere “Größe” dabei sein wird.
Leider wurde das nicht wirklich bestätigt, hatte mir wirklich mehr erhofft.
Die Folge wird sein, dass ich versuchen werde zwei Karten nun wieder zu verkaufen, da der Aufwand und die Kosten für solch ein Lineup dann doch einfach zu hoch sind.
Da ärgert man sich doch sehr, dass man wie schon gesagt wurde “Die Katze im Sack kaufen muss”, wenn man gute Karten haben möchte.
Mein Fazit wird sein, dass ich höchstwahrscheinlich nicht mehr nach Gstaad reisen werde, denn nochmal alles im Voraus buchen und kaufen, ohne zu wissen welche Künstler mich erwarten mach ich nicht nochmal.
Naja, so lernt man halt immer wieder dazu im Leben
Gruß
Sarah
Leute jetzt macht aber mal nen Punkt.
Ihr macht hier die Country Night ganz schön nieder, obwohl ihr teilweise noch nicht einmal dort gewesen seid. Ich fass es echt nicht, was ich hier lesen muss.
Sicherlich ist es ärgerlich, wenn man eine weite Anreise hat und dann die Erwartungen nicht erfüllt werden, aber wartet doch einfach erst mal ab und urteilt nach der Country Night.
Anderenfalls muss man halt warten bis genaueres bekannt ist und kauft dann erst seine Tickets. Keiner zwingt irgendwen die Tickets vor Bekanntgabe der Acts zu bestellen. Offizieller Ticketverkauf ist immer schon der 01.04. und zu dem Datum war bekannt wer dieses Jahr in Gstaad auftreten wird.
Außerdem, wer sagt, dass man nur vorn gut sieht? Das ist absolut nicht richtig. Es gibt sogar die Möglichkeit während des ersten Songs jedes einzelnen Interpreten direkt vor die Bühne zu gehen, um zu fotografieren. Im letzten Jahr wurde sogar wieder eingeräumt, dass man sogar ein bisschen länger dort verweilen durfte.
Klar ist, dass wir wohl alle viel zu hohe Erwartungen an das Line up der 20. Country Night hatten. Leider muss man da aber wirklich den Veranstaltern ein bisschen Schuld geben. Das was letztes Jahr nach der Aktion mit den Flyern an Hoffnungen aufgekeimt ist wurde über die Monate hin schon ein wenig zur Hysterie, was zu den wildesten Spekulationen geführt hat, aber trotz allem, ihr müsst alle zugeben, es wurde nie versprochen, dass dieser oder auch jener Sänger/in kommen würde.
Ich hatte mir auch diverse andere Interpreten gewünscht.
Im Großen und Ganzen kann ich Jonas eigentlich nur zustimmen, denn auch ich sehe eigentlich keinen Qualitätsunterschied zur letzten Country Night.
Zum Thema „das große Geld“. Ich könnte mir vorstellen, dass einige Einnahmequellen, mit dem Verlust der Aufzeichnung fürs Schweizer Fernsehen, versiegt sind.
Ich für meinen Teil bin jedenfalls froh, dass es dieses tolle Festival gibt und komme jedes Jahr gern wieder.
Eigentlich wundert mich nach diesen Aussagen hier nicht mehr, warum man in Deutschland kein ähnliches Event auf die Beine stellt bzw. stellen kann (wegen mangelndem Interesses der Fans und damit verbunden dem mangelndem Interesse der großen Stars) Wahrscheinlich wissen die Veranstalter all zu genau, dass man es in Deutschland leider nicht genügend Leuten recht machen kann.
@Maike
Meine Absicht war es mit Sicherheit nicht dieses Event nieder zu machen. Es ist lediglich der Fall, dass ich ein wenig enttäuscht bin über das Lineup eines 20 Jährigen Jubiläum.
Klar, mich trifft natürlich eine gewisse Selbstschuld, dass ich die Karten schon so früh im Voraus gekauft habe, aber wenn ich solch ein Event besuche, dann kommen für mich nur die allerbesten Karten in Frage, dass ist nun mal Fakt, da bin ich halt eigen.
Deine Argumentation bezüglich, jetzt kannst du verstehen, dass es solche Veranstaltungen nicht in Deutschland gibt, ist in meinen Augen schwachsinnig.
Würde es hier einen Veranstalter geben, der das Risiko eingeht und solch ein Event aufzieht, dann bin ich davon überzeugt, dass es erfolgreich werden würde.
Denn es gibt Countryfans in Deutschland!
Klar brauch sowas auch eine gewisse Anlaufzeit und man kann nicht davon ausgehen, dass das erste Festival gleich ausverkauft ist, aber ich kann mir gut vorstellen, dass wenn es sich erstmal etabliert hat bestimmt auch Besucher aus Europa zu erwarten sind. Wir fabrizieren es ja nicht anders und fahren auch zu namenhaften Festivals nach Frankreich, in die Schweiz, Dänemark oder nach Holland.
Das Programm ist einfach nicht so übel wie viele behaupten. Immerhin hatten die auftretenden Künstler zusammen 23 Country Nr. 1 Hits. Mit Ricky Skaggs kommt zudem ein ehemaliger CMA Male Vocalist of the Year.
Ich würde hier einfach nicht zu schwarz sehen. Gstaad wird auch dieses Jahr Top Qualität bringen und es würde mich nicht wundern wenn bessere Konzerte geboten würden als evtl. mit gewissen aktuellen Topstars. Gstaad fernzubleieben würden sehr viele nachher bereuen. Geht hin und gebt den Altstars eine Chance.
Ich habe mir zum 20. Jubliäum eigentlich auch mehr erwartet. Tickets habe ich schon lange gekauft. Es ist uns ja allen klar, dass es nicht so einfach ist, die ganz grossen Stars zu uns zu holen. Aber Bomshel ist nicht das, was ich mir erwartet habe. Nach der Umfrage letztes Jahr hat man sich einfach mehr erhofft. Grundsätzlich finde ich die Country Night Gstaad eine tolle Veranstaltung und habe sie auch schon sehr oft besucht. Aber beim 20. Geburtstag macht man sich halt grosse Hoffnungen.
Nach der Umfrage im letzten Jahr – die aus heutiger Sicht unglücklich war – habe ich zum 20. Jubiläum eigentlich auch mehr erhofft. Aber es ist etwa das Lineup, das ich erwartet habe. Grundsätzlich finde ich die Country Night Gstaad eine tolle Veranstaltung und konnte bisher nur 2 Mal nicht dabei sein. Ich bin froh, wenn ich für gute Countrymusic nicht immer nach Hamburg (Keith Urban), München (Dixie Chicks), London (Dwight Yoakam) oder an das Craponne-Festival reisen muss.
Ich glaube, dass viele Fans in Europa – und speziell auch einige in dieser Rubrik – die Countryszene in den USA zu wenig gut kennen. Natürlich sind Clint Black und Ricky Skaggs nicht zwei Musiker der allerersten Güte, aber sie werden, was nach meiner Erfahrung in Gstaad beliebt ist, für gute und traditionelle Musik sorgen. Das ? bei Bomshel ist berechtigt, mich haben sie letztes Jahr am Festival in Porterfield auch nicht überzeugt und vor zwei Wochen haben sie am Festival in Fort Loramie nur im Partyzelt spielen können. Dass man auf der Hauptbühne auch einer einheimischen Band eine Chance gibt, finde ich richtig.
Die Stars der allerersten Güte haben von April bis Oktober alle ihre grossen Touren durch die verschiedenen US-Staaten und sind mit viel Personal (2-3 Vorbands) und grossen Mengen Material (mehrere Trucks) unterwegs. Hier ein paar Beispiele von diesem Sommer: Kenny Chesney mit Keith Urban, LeeAnn Rimes und Miranda Lambert; Toby Keith mit Montgomery Gentry; Rascal Flatts mit Taylor Swift; Brad Paisley mit Jewel, Chuck Wicks und Julianne Hough; Brooks & Dunn mit ZZ Top und Rodney Atkins; Sugarland mit Kellie Pickler und Ashton Sheperd; Travis Tritt mit Keith Anderson und Steve Azar, Reba McEntire mit Kelly Clarkson; Martina McBride mit Chris Young und Jack Ingram; Carrie Underwood mit Little Big Town; Alan Jackson mit Trace Adkins. George Strait mit Little Big Town und Sarah Jones sowie Tim McGraw mit Jason Aldean und Halway To Hazzard haben ihre Touren bereits abgeschlossen. Nach meiner Beurteilung ist der Unterbruch einer solcher Tour nur an bestimmten Wochenenden, wo z.B. die grossen Festivals in Wisconsin, Ohio, Michigen und California durchgeführt werden, möglich. An diesen Festivals treten ja immer ca. 20 dieser Künstler/Bands auf.
Wer von der allerersten Güte wäre in diesem Jahr für Gstaad in Frage gekommen? King George Strait (beginnt erst wieder im Januar 2009 und macht nächstes Jahr eine Frühlings- und eine Sommertour), Tim McGraw (kenne seine Pläne nicht), Gretchen Wilson (gibt 2006 Einzelkonzerte im kleineren Konzertlokalen und in Casinos), Dierks Bentley (gleich wie Wilson), Big & Rich (gleich wie Wilson).
Strait und McGraw wären sicher nur mit einer Europatournee zu finanzieren; ich kenne von ihnen die Eintrittspreise in den USA zu gut. Hingegen hätten Gretchen Wilson oder Dierks Bentley in Gstaad sicher grosse Freude gehabt und bezüglich Geld nicht weniger verdient als „zu Hause“. Wilson habe ich am 5. Juli 2008 im House of Blues in Atlantic City vor einem sehr spärlichen und reservierten Publikum gesehen. Bentley kommt gerne nach Europa. Bereits 2005 hat er in Oshkosh, vor 27’000 Zuschauern erwähnt, dass er auf Joe Nichols, der in 2 Monaten nach Gstaad könne, sehr neidisch sei! Er hoffe auch einmal auf einen Europatrip. Ob aber Dierks dass Gstaader Publikum überzeugt hätte? Ich zweifle daran. Auf der CD und im Radio sind seine Songs super, aber bei den Live-Gigs – ich habe ihn die letzten Jahren immer mindestens einmal gesehen – hat er mich immer weniger überzeugt. Auch wieder am 17. Juli 2008 in Twin Lake war der Anteil vom Bassdrum viel zu hoch; viele Leute liefen davon. Schade, das ist nicht CH-tauglich. Auf das Echo von Craponne bin ich gespannt. Big & Rich sind für uns sicher kein Thema.
Damit sind wir bei den Künstlern/Bands der zweiten und dritten Kategorie. Die Vorgruppen vom oberen Absatz kommen ja nicht in Frage und dann bleiben Gary Allen, Jason Aldean, Clint Black, Tracy Byrd, Mark Chesnutt, Terri Clark, Diamond Rio, Joe Diffie, Emerson Drive, Sara Evans, Sammy Kershaw, Tracy Lawrence, Lonestar, Lorrie Morgan, J.M. Montgomery, Neal McCoy, Joe Nichols, Blake Shelton, Randy Travis, Travis Tritt, Josh Turner, Phil Vassar, Clay Walker, Trisha Yearwood, Dwight Yoakam, etc. etc. übrig. Meine Favoriten wären natürlich Tracy Byrd (kommt 2009 ins Albisgüetli), Diamond Rio, Emerson Drive, Sammy Kershaw, Neal McCoy, Blake Shelton, Josh Turner. Aber mit Clint Black ist die Gruppe der möglichen Gstaad-Headliner ja vertreten.
Die Bluegrassmusic, die in Gstaad jeweils gut ankommt, ist mit Ricky Skaggs sicher gut vertreten.
Noch zur 3. Gruppe, der erfolgreichen US-Nachwuchskünstler bzw. der neuen 2008-Bands. Es wäre natürlich sensationell, wenn in diesem Jahr jemand wie Lady Antebellum, Heidi Newfield (exTrick Pony), Randy Owen(exAlabama), Luke Bryan, Jake Owen oder Jason Michael Carroll in Gstaad zu sehen wären. Aber wer hätte diesen Vertrag vor einem Jahr unterzeichnet? Niemand, bzw. ich nicht! Erst im Winter/Frühjahr hat man das Potential von diesen gesehen. Im Moment haben alle im Radio und bei Konzerten so Erfolg, dass sie im Normalfall für nächstes Jahr als fixe Vorgruppe einer grossen Tournee verpflichtet werden.
Viele Bands und Künstler habe ich sicher vergessen, aber auch einige, die von mir aus nicht zur CH-Countryszene passen, nicht aufgeführt.
Für die Zukunft hoffe ich, dass in Gstaad jedes Jahr 2 Künstler/Bands aus dem Abschnitt mit der zweiten und dritten Kategorie zu sehen sind. Das wäre sensationell.
Bei einer erneuten Umfrage sollte auch einmal der gewünschte Eintrittspreis abgeklärt werden. In den USA zahle ich für ein Konzert meistens über 120 USD. Für Gstaad Lineups wie 1989-2000, 2002, 2005 und 2007 zahle ich gerne etwas mehr.
Was ich nicht mehr wünsche sind Bands, die nicht auf Tournee sind, bzw. nicht eingespielt sind. Das habe ich in Gstaad leider schon ein paar Mal bemerkt.
Sorry, es ist ein bisschen lang, bzw. kompliziert.
Waren die nörgler gestern alle Anwesend?! Ricky und Clint haben bewiesen warum sie lebende Legenden sind!!! Danke Marcel Bach für dieses Line Up!!!!!!!
Hi Jonas,
hier wurde unsererseits auch nicht die Qualität eines Blacks & Skaggs in Frage gestellt.
Team Country.de
Was soll ich dazu noch sagen…?!
Die standing ovation für Ricky Skaggs am Samstag Abend zeigt wohl irgendwie doch, dass das Programm beim Publikum angekommen ist. Möchte gerne mal wissen wie viele von euch Nörglern anwesend waren und “heimlich” auch aufgestanden sind für Ricky Skaggs. Jedem nach seinem Gusto – mir hats gefallen und ich habe mich gerne mitreissen lassen. (und wohlverstanden, ich besitze keine einzige Bluegrass CD in meiner Sammlung).
Wen es stört, dass er Tickets schon dieses Jahr kaufen muss fürs nächste Jahr, der soll halt warten bis im Frühling das Line up bekannt gegeben wird und dann jene Tickets kaufen die noch übrig bleiben. So ist das Leben – wer zuerst kommt, malt zu erst. Sehts doch mal von der andern Seite. Jene die bereit sind “die Katze im Sack” zu kaufen, werden belohnt mit den bessern Sitzplätzen. Ist doch fair, oder? Es kann ja nicht sein, dass man 5 min bevor es losgeht noch den Anspruch auf volle Auswahl hat.
Wer dieses Jahr enttäuscht wurde, für den tut es mir leid. Ich jedenfalls habe von allen Künstlern einen tollen, musikalisch überzeugenden Auftritt gesehen. Selbst eine unbekannte Band wie Bomshel hat ihr Bestes gegeben und mit viel Spielfreude geglänzt. … und falls diese 2 Mädels irgendwann mal ganz gross rauskommen sollten, dürft ihr alle mal raten wer dann die ersten sein werden, die die Klappe aufreissen und schreien “die hab ich schon mal live gesehen”! Geeenauuu! Die Nörgler! Kein Künstler wird als Berühmtheit geboren.
Wenn all jene, die mit dem Gebotenen unzufrieden sind, nächstes Jahr zuhause bleiben, haben wir, die gerne wieder hin gehen, die grössere Chance auf gute Tickets. Besten Dank an euch.
CU
Sacha
Hi Sascha,
ich habe auch nicht die Qualität der auftretenden Künstler angezweifelt. Sondern, dass ausgerechnet zu einem Jubiläum “tiefgestapelt” wird. In den Jahren zuvor hat man Künstler wie Clay Walker, Joe Nichols, LeAnn Rimes, Terri Clark, Tracy Lawrence, Rhonda Vincent und Randy Travis, um nur einige zu nennen. Und pünktlich zum “großen Jubiläum” schaltet man einen Gang zurück.
Ich war vor Ort und war natürlich von Skaggs und Black sehr angetan. Doch bleibe ich dabei, unter einer Jubläumsveranstaltung stelle ich mir was Anderes vor. Glanz und “Tam, Tam” … wenn ich weiß, dass ein Jubiläum naht, dann muss ich mir Jahre vorher Gedanken machen … damit am Ende auch eine prunkvolle Veranstaltung geboten werden kann. Das hätten sich – ich hab’ mit dutzenden Fans vor Ort gesprochen – wirklich gewünscht. Das haben die Verantwortlichen leider versemmelt.
Lieber Dirk
Ich verstehe einfach deine Bewertung der Künstler nicht. Du erwähnst die 2007er Acts Travis und Vincent und sagst man habe jetzt mit Blake und Skaggs “einen Gang zurück geschaltet”. Was heisst hier zurück geschaltet?
Rhonda Vincent ist live grossartige und ich habe ihr Konzert geliebt, aber sie hatte bisher keinerlei Charterfolge ausserhalb der Bluegrass Charts. Ricky Skaggs ist hingegen eine warhafte Bluegrass Legende und auch für Rhonda noch ein Vorbild. Ich denke dass eine Legende wie Ricky Skaggs gegenüber Rhonda Vincent wohl kaum ein Gang zurück geschaltet ist.
Randy Travis letzter Top Chart Erfolg (Three Wooden Crosses 2002, übrigens einer der grössten Country Songs aller Zeiten) lag bei seinem Auftritt genau so Jahre zurück wie Clint Blacks grosse Erfolge. Die beiden sind auch von Ihrem immensen Einfluss auf die Country Musik vergleichbar. Auch hier sehe ich (als grosser Travis Fan) einfach keinen zurück geschalteten Gang.
PS: Auch noch von “Versemmelt” zu sprechen ist ja wohl ein völliger Fehlgriff in der Wortwahl.
Lieber Jonas,
ich bleibe dabei. Wer im Vorjahr (2007) eine Country Night ankündigt mit den Worten: Wenn ihr die Liste anschauen könntet, wer alle darauf steht, der wird ein Event in Gstaad erleben, wie niemals zuvor. So äusserte sich sinngemäß Marcel Bach. Da muss man einfach mit leben, das hätte er nicht so großspurig ankündigen dürfen – Punkt! Dann diese Flyergeschichte, die Besucher sollten ihre Lieblingsstars aufschreiben. So, und dann kommt ein Wiederholungstäter Skaggs (war 1999 schon einmal zu Gast in Gstaad), ein Gottardi und Bomshel? Nein, dass ist für einen Besucher für mich, der seit vielen Jahren nach Gstaad reist ein Rückschritt.
Wie gesagt, mir hat die Veranstaltung schon gefallen. Ich habe auch nie was Anderes behauptet, aber eines Jubiläums würdig war die 20. Country Night Gstaad nicht. Da hätte man ein paar Highlights mehr bringen müssen.
Wer jahrelang ein hohes Niveau bei der Künstlerauswahl hat und europäische Maßstäbe setzt, der sollte “muss” zum Jubiläum beim Besucher einen “Wow-Effekt” erzielen. Dies geschah aber nicht.
Lieber Dirk
Alles klar. Dass dies nicht ein sensationelles Jubiläums Kracher Programm war ist schon richtig. Und dass man die Erwartungen unnötig hochgeschraubt hat auch.
Nur ist es falsch zu sagen man habe zurück geschaltet. Man hat halt nur nicht hochgeschaltet, sondern die gewohnte Qualität beibehalten und war wohl nicht bereit finanziell über den Verhältnissen zu leben. Darüber kann man entäuscht sein. Vielleicht erleben wir aber gerade wegen des umsichtigen Umgangs mit Gagen noch mindestens 20 weitere Jahre Country in Gstaad. Das sollte man bedenken.
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