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I’ve Always Been Crazy: Waylon Jennings

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Der im Jahr 2002 im Alter von nicht einmal 65 Jahren verstorbene Waylon Jennings galt als eine Art Rebell. In Erinnerung geblieben ist er in erster Linie als Sänger und Entertainer, aber er war ein nicht minder guter Gitarrist und begnadeter Songschreiber. Was er unter anderen mit diesem Lied bewiesen hat.

Man kann es als einen der seltenen Momente bezeichnen, in denen ein Künstler sich weit öffnet und uns in sein Innerstes, in sein Seelenleben blicken lässt. „I’ve Always Been Crazy“ wurde so zu einem der persönlichsten Lieder, die Jennings geschrieben hat.

Als Kind von Traurigkeit hat Jennings zeitlebens nie gegolten. Angeeckt ist er immer wieder, sich selbst in Probleme bringen – für ihn kein Problem. Auch mit dem Gesetz machte er wiederholt Bekanntschaft, wenn er wieder einmal über die Stränge geschlagen hatte. Mit dem Bekenntnis „ich bin immer verrückt gewesen“ bringt er das auf den Punkt. Kann man es als eine Art von Erklärungsversuch betrachten? Eher wohl als ein „Sich-Luft-machen“. Jennings äußert sich im Lied so: „Ich bin immer verrückt gewesen und das hat mit Ärger eingebracht. Ich bin für Sachen zur Rechenschaft gezogen worden, die ich getan habe und auch für solche, die ich nicht getan habe. Ich kann nicht behaupten, ich sei stolz auf alles, was ich getan habe. Ich kann aber sagen, dass ich nie Jemanden absichtlich gekränkt habe.“ Und weiter heißt es: „Ich war immer anders, mit einem Bein über der Grenze, war mal einen Schritt voraus, mal einen zurück. Leicht war es nicht aber beklagen kann ich mich auch nicht. Ich war schon immer verrückt aber das hat mich davor bewahrt, wahnsinnig zu werden.“ An die Frau gerichtet, die ihr Leben mit ihm teilen möchte: „Schöne Lady bist du sicher, dass du mich verstehst, du gibst dich nämlich mit einem die Freiheit liebenden Mann ab. Bist du sicher, dass du wirklich das willst, was du vor dir siehst? Nimm dich in Acht davor, etwas nur so zu sehen wie du es gerne hättest.“

Das Lied endet praktisch mit der Feststellung, er wisse nicht, ob sein Verhalten Fluch oder Segen sei. Einen Grund oder einen Weg etwas zu ändern habe er bisher nicht gefunden.

Eine ziemliche Offenbarung, die man im zeitlichen Zusammenhang mit seiner Karriere und Leben sehen muss. Geschrieben wurde der Song für das gleichnamige, 1978 veröffentlichte Album. Zuvor hatte Jennings mit dem bahnbrechenden Album „Wanted! The Outlaws“ die so genannte „Outlaw-Welle“ mit losgetreten und sich das entsprechende Image angeeignet. Auf dieser Welle ritt er nun ganz oben nicht nur mit „I’ve Always Been Crazy“, das Album enthielt u.a. den in die gleiche Richtung weisenden Song „Don’t You Think This Outlaw Bit’s Done Got Out Of Hand“.

Waylon Jennings befand sich zu der Zeit in einer persönlichen Krise und vor allem im Drogensumpf. Freimütig äußerte er sich einmal dergestalt dazu, er habe den Song im Studio geschrieben als er und die Musiker voll mit Kokain gewesen seien. Ursprünglich sei der Song so um die 8 Minuten lang gewesen, man habe ihn dann auf die veröffentlichte Version gekürzt.

„I’ve Always Been Crazy“ stand im September 1978 drei Wochen auf Platz 1 der Billboard Singles Charts, es war seine neunte Nr. 1. Das gleichnamige Album erreichte als erstes Country-Album überhaupt bereits aufgrund der Vorbestellungen den „Gold-Status“.

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Über Manfred Vogel (622 Artikel)
Manfred Vogel gehört zur Stammbesetzung von Country.de und ist seit über 40 Jahren als Fach-Journalist und Kenner in Sachen Country Music gefragt.

1 Kommentar zu I’ve Always Been Crazy: Waylon Jennings

  1. Bernd Wolf // 1. Dezember 2013 um 11:38 //

    Ein Meisterwerk, gestern wie heute! 🙂

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