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Pete Drake

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In den 60er bis 80er Jahren gehörte er zu den fleißigsten und einflussreichen Leuten im Country Music Business von Nashville – Pete Drake. An ihm kam kaum jemand vorbei, denn er betätigte sich als Musiker, Produzent, Songschreiber, Verleger, Geschäftsmann in Sachen Musik.

Geboren wurde er als Roddis Franklin Drake am 8. Oktober 1932 in der Südstaaten-Stadt Augusta, Georgia – berühmt wurde er als Pete Drake. Der Vater arbeitete als Pentecostal Prediger, die Mutter war Hausfrau, seine beiden Brüder Jack und Bill sagen als The Drake Brothers vorwiegend in Kirchen im Großraum Atlanta. Jack Drake ging dann nach Nashville, wo er Mitglied von Ernest Tubb’s Texas Troubadours wurde, für 24 Jahre. Bill Drake mochte den Tournee-Stress nicht und ging daher nach Kalifornien, wo er im Radio sowie als Gitarrist in Clubs arbeitete.

Pete Drake fuhr mehrmals nach Nashville, um seinen Bruder Jack zu besuchen. In der Grand Ole Opry sah und hörte er mit 18 Jahren Jerry Byrd die Steel Guitar spielen. Dieses Instrument faszinierte ihn so sehr, dass er daheim selbst eine Steel Guitar baute und wenig später eine gebrauchte Singleneck Steel kaufte. Besonders beschäftigt hatte ihn der Webb Pierce Hit „Slowly“ aus dem Jahr 1953. Dort spielte Bud Isaccs die Steel und verwendete als einer der ersten Musiker Pedalen, um den Klang zu variieren. Solch ein Gerät baute sich Pete Drake nach. Er würde noch viele weitere Jahre immer wieder versuchen, diesem Instrument weitere neue Klänge zu entlocken und Einsatzmöglichkeiten zu verschaffen. Mit seiner Band The Sons of the South und seinem aufregenden Steel Guitar-Spiel wurde er bald einer der beliebtesten Musiker in Atlanta. In seiner Band spielten auch Doug Kershaw, Jerry Reed, Jack Greene, Joe South und Roger Miller mit, die bald selbst Stars wurden.

Obwohl er inzwischen eine Familie gegründet hatte, machte er sich 1959 auf nach Nashville. Dort hatte freilich niemand auf ihn gewartet. Erst einmal musste er sich auf andere Weise sein Geld verdienen, so fuhr er Brote aus und jobbte in einem Lebensmittelladen. In der Freizeit aber lernte er immer besser Gitarre und Steel Guitar zu spielen. Sein erster echter Job waren einige Auftritte in der Band von Audrey Williams, der Witwe des legendären Hank Williams. Danach ging er erst mit Wilma Lee & Stoney Cooper und dann mit Marty Robbins auf Tournee. Diese Erfahrungen reichten, um dem Tourneeleben adieu zu sagen, Pete Drake wurde StudiomusikerMöglich machte das die Grand Ole Opry, die ihn als Musiker für die Opry Band verpflichtete. Das führte zu Kontakten mit zahlreichen Sängern, die ihn für ihre Sessions anheuerten. Roy Drusky war der Erste, er etablierte Pete Drake als Studiomusiker mit seinem Hit „Anytime“ aus dem Jahr 1960. Bald gehörte Drake zu den gefragtesten Musikern in Music City. Zu seinen Glanzzeiten in den späten 60er Jahren brachte er es auf bis zu 15 Sessions pro Woche bzw. 3 pro Tag.

Aber Drake hatte weitere Ambitionen, 1962 gründete er mit einigen Freunden Window Music, einen der dann erfolgreichsten Musikverlage, zu einer Zeit als es in Nashville noch kaum Verlage gab. Die ersten Autoren, die er verpflichtete, waren Ed Bruce sowie Bill und Dottie West. Viele spätere Erfolgs-Autoren verdanken ihren Start Window Music. Zeitweise wurde in Nashville jeden Tag mindestens ein Song aus dem Katalog des Verlages aufgenommen.

Pete Drake

Es konnte nicht ausbleiben, dass Pete Drake eigene Alben als Steel Gitarrist aufnahm. Zunächst bei Starday, dann bei Smash, wo ihm mit „Forever“ ein echter Hit gelang. Das besondere an der Aufnahme: die sprechende Steel Guitar. Drake hatte wieder etwas erfunden und erklärte das so: „Man spielt Noten auf der Gitarre über einen Verstärker. Im Mundwinkel befindet sich ein Plastikröhrchen. Dann formt man mit dem Mund während des Spielens Worte, man spricht sie aber nicht wirklich. Das Plastikröhrchen wird durch ein Mikrofon verstärkt, die Gitarre wirkt dabei wie die Stimmbänder.“ Hört sich kompliziert an, war aber ein Gag, der kurzzeitig Erfolg brachte und Pete Drake den Beinamen „King of the Talking Steel Guitar“ einbrachte.

Seine Hauptarbeit lag viele Jahre in der Studioarbeit entweder als Steeler oder als Produzent. Ellenlang ist die Liste der Stars, mit denen er gearbeitet hat. Er ist zu hören bei Hits wie „Rose Garden“ (Lynn Anderson), „Stand By Your Man“ (Tammy Wynette), „Behind Closed Doors“ (Charlie Rich), „He Stopped Loving Her Today“ (George Jones), „Lucille“ (Kenny Rogers), um nur einige wenige zu nennen. Auch an den drei in Nashville aufgenommenen Alben von Bob Dylan war er beteiligt. Und nicht nur mit Countrysängern hat er gearbeitet sondern auch u.a. mit Peter Frampton , George Harrison und Ringo Starr, dessen Album „Beaucoups Of Blues“ er produzierte.

Eine besondere Beziehung behielt Drake zeitlebens zur Opry bzw. deren Künstlern. Als Ernest Tubbs Vertrag mit MCA (früher Decca) nach 35 Jahren auslief und keines der Major Label Interesse zeigte, startete er 1977 mit einer Partnerin sein eigenes Label „First Generation Records“, nahm Tubb unter Vertrag und produzierte das bahnbrechende Album „The Legend And The Legacy“. Für die Doppel-LP nahm er 20 von Tubbs bekanntesten Songs auf und fügte jedem Song ohne Tubb’s Wissen einen Duett-Partner bei. Von Johnny Cash über George Jones, Merle Haggard, Conway Twitty, Marty Robbins machten sie alle mit. Ein Super-Geschenk zu Ernest Tubbs 65. Geburtstag. Auf First Generation erschienen noch etliche Jahre Alben von Künstlern, die man bei den Großen aussortiert hatte.

Mitte der 80er Jahre musste Pete Drake seinem hektischen, ruhelosen Lebenswandel aber vor allem seinem Laster Tribut zollen. Rund 40 Jahre war er starker Raucher, sicher eine Mitursache für die Lungenerkrankung. Ab 1985 musste er deutlich kürzer treten. Er ließ in seinem Haus in Brentwood ein Studio einrichten und konnte so daheim noch arbeiten, wenn die Gesundheit es zuließ. Am 29. Juli 1988 verlor Pete Drake den einsamen Kampf gegen die Erkrankung, er war nur knappe 56 Jahre alt geworden.

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Über Manfred Vogel (632 Artikel)
<p>Manfred Vogel gehört zur Stammbesetzung von Country.de und ist seit über 40 Jahren als Fach-Journalist und Kenner in Sachen Country Music gefragt.</p>