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Dave Alvin: Dave Alvin & The Guilty Women

Joshville. Weitere Informationen

Seit mehr als 30 Jahren ist der Kalifornier Dave Alvin schon im Geschäft. Nach einer Phase mit der Band „Blasters“, die er mit seinem Bruder Phil gegründet hatte, wendete er sich Mitte der 1980er der Country- und Folkmusik zu. In den ersten Jahren war er vor allem als Songwriter – u.a. für Dwight Yoakam – erfolgreich. 1991 wurde sein zweites Album „Blue Blvd.“ sowohl von Kritik als auch vom Publikum gefeiert. 2000 erhielt er für sein Album „Public Domain“ einen Grammy für das „Best Contemporary Folk Album“. Mit seiner Sammlung von traditionellen Folk-Songs war er einer der Vorreiter der Renaissance von traditioneller Folk, Country und Old Time Music.

In den letzten Jahren tourte er regelmäßig mit den „Guilty Men“ über die Countryfestivals. Dies endete mit dem Tod seines Freundes und Bandbassisten Chris Gaffney. Zeit für Alvin etwas Neues zu beginnen. Und siehe da: Mit Cindy Cashdollar, Nina Gerber, Laura Lewis, Christy McWilson, Sarah Brown, Amy Farris und Lisa Pankratz – den „Guilty Women“ – war schon bald ein neuer Weg gefunden.

Wer Alvin und die „Guilty Women“ beim „Hardly Strictly Blues Festival 2008“ live oder über Internet-Mitschnitte sehen konnte, erlebte überbordende Spielfreude einer geglückten Mischung von hervorragender Einzelkönnern. Logisch, dass man da rasch auch ein Album einspielte. Ein starkes Album, dessen Songs und Produktion aber diese Spielfreude nur bedingt wiedergeben. Zum einen ist ein Großteil der Nummer einfach langsam und getragen, zum andern ist die Ausrichtung des Albums mitunter zu gezwungen „künstlerisch wertvoll“, wo rustikale Authentizität besser gewesen wäre.

Mit „Marie Marie“ im Cajun/Zydeco-Gewand geht es flott und süffig los. „California’s Burning“ könnte von seiner treibenden Melodielinie und der apokalyptischen Atmosphäre und Lyrik her auch ein Bob Dylan-Song sein. Mit dem bewegenden „Downey Girl“ beginnt dann der Reigen der melancholischen Songs. Sehr berührend sind hier insbesondere „Potter’s Field“ und „Weight Of The World“. Aus dem langsamen Rahmen fallen nur noch die schöne Western-Swing-Nummer „Boss Of The Blues“ über Big Joe Turner – hier ist Cindy Cashdollar von „Asleep At The Wheel“ voll in ihrem Element – sowie der „Rausschmeißer“ „Que Sera Sera“. Der Doris Day-Klassiker im Midtempo wirkt aber leider auch wie mit angezogener Handbremse gespielt. Highlight der Platte ist aber immer wieder der wunderschöne Gesang von Christy McWilson, der sich mit Alvins mal cool, mal spröd, mal bärigem Timbre sehr gut ergänzt.

Fazit: Ein hörenswertes Album, dass die vielfältigen Möglichkeiten der Künstler gekonnt andeutet, ohne sie aber wirklich auszureizen. Es bleibt zu wünschen, dass „Dave Alvin & The Guilty Women“ bald mal eine Live-Platte veröffentlichen.

   
Dave Alvin And The Guilty Women
CD: „Dave Alvin And The Guilty Women“
Erscheinungsdatum: 2009
Label: Yep Roc

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Trackliste:

01. Marie Marie
02. California’s Burning
03. Downey Girl
04. Weight of the World
05. Anyway
06. Boss of the Blues
07. Potter’s Field
08. River Under the Road
09. These Times We’re Living In
10. Nana and Jimi
11. Don’t Make Promises
12. Que Sera, Sera (Whatever Will Be, Will Be)

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