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Jim Ed Brown

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Jim Edward Brown wurde am 1. April 1934 in Sparkman, Arkansas, als eines von fünf Kindern der Familie geboren. Die Browns fristeten ein karges Leben in ärmsten Verhältnissen. Der Vater arbeitete als Holzarbeiter in den Wäldern, seine beiden Söhne nahm er oft mit. Der jüngste Sohn kam noch im Kindesalter bei einem Unfall im Wald ums Leben.

Jim Ed Brown half dem Vater so gut es ging, auch noch in den Anfangsjahren seiner Gesangskarriere. Abwechslung in den Alltag brachte die Musik, vor allem wenn sich die Familie am Wochenende am Batterie-Radio versammelte und der Grand Ole Opry lauschte. Jim Ed und seine ältere Schwester Maxine waren so fasziniert, dass sie mitzusingen begannen. Dabei fiel auf, wie gut ihre Stimmen harmonierten.

Jim Ed BrownBald darauf traten sie gemeinsam auch öffentlich auf und wurden schließlich Mitglieder des „Barnyard Frolic“ beim Sender KRLA in Little Rock. Als Maxine Brown den Song „Looking Back To See“ schrieb, stand der Karriere nichts mehr im Wege. Der Song wurde 1954 ein Hit (Nr. 8 in den Charts), für das Duo und öffnete so manche Pforte. Über den „Louisiana Hayride“ kamen sie zum „Ozark Jubilee“, der populären TV Show mit Red Foley.

Als sich die jüngere Schwester Bonnie dem Duo anschloss, waren The Browns geboren. RCA nahm das Trio 1956 unter Vertrag, dem in der Folgezeit zahlreiche Hits gelangen. Am erfolgreichsten waren „I Take The Chance“, „I Heard The Bluebirds Sing“, „Scarlet Ribbons“ und natürlich „The Three Bells“ (siehe hierzu auch die Rubrik „Story zum Song“).

Mitte der 60er Jahre wurde es immer schwieriger für die inzwischen verheirateten und Mutter gewordenen Schwestern, die Familie und den Musiker-Job zu vereinbaren. Mitunter half die jüngste Schwester Norma aus, wenn eine der beiden anderen verhindert war aber 1967 wurde der Schlussstrich gezogen, The Browns aufgelöst. Es war eine allmählich gereifte Entscheidung, die Jim Ed Brown genügend Zeit gab, sich auf eine Solo-Karriere vorzubereiten. Er nutzte diese Zeit, blieb bei RCA und veröffentlichte schon 1965 erste Solo-Platten.

Wegen seiner stimmlichen Ähnlichkeit zum 1964 verstorbenen Jim Reeves versuchte RCA, Brown als dessen Nachfolger aufzubauen. Was Jim Ed Brown weder glücklich machte noch gelingen sollte. Immerhin aber stellten sich ab 1965 kleine Hits ein, beginnend mit „I Heard From A Memory Last Night“. 1967 gelang ihm sein größter Erfolg mit dem vom Kollegen Nat Stuckey geschriebenen „Pop A Top“ kletterte er bis auf Platz 3.

Einen Nr.1 Hit als Solist konnte er also nie verbuchen. Umso erstaunlicher ist seine Popularität, denn über all die Jahre bis in die Gegenwart hinein gehört er zu den vom Publikum geliebten Entertainern in der Country Music. „Morning“ und „Southern Loving“ erwiesen sich als weitere Hits, die er auch heute noch singen muss. Immer ist es seine einschmeichelnde, weiche Stimme, die die Hörer fasziniert. Durch die Fernseh-Serien „Nashville On The Road“ und „Jim Ed Brown’s Country Place“ steigerte sich seine Popularität noch, wenngleich die Platten sich allmählich weniger verkauften. Buck Owens sagte mir einmal zu diesem Phänomen: „Wenn du jede Woche per Bildschirm in den Wohnstuben zu Gast bist, warum sollen die Leute dann deine Platten noch kaufen. Fernseh-Serien können eine Plattenkarriere ruinieren.“

Im Fall Brown’s wurde dem Abwärtstrend erfolgreich entgegen gesteuert. 1976 tat er sich mit der damals unbekannten Helen Cornelius zusammen, sie wurden das bis Ende der 70er Jahre erfolgreichste Duo. Gleich die erste Single wurde auch ihr größter Hit: „I Don’t Want To Have To Merry You“, eine Nr.1. 1981 aber war die Plattenkarriere des Jim Ed Brown praktisch zu Ende, in den Charts spielte er keine Rolle mehr. Dafür aber im Fernsehen. Sechs Jahre moderierte er die beliebte Sendung „You Can Be A Star“. Zusammen mit Ehefrau Becky machte er die Serie „Going Our Way“, in der sie im Wohnwagen durch die U.S.A. fuhren und darüber berichteten.

In der Grand Ole Opry, deren Mitglied er seit über 40 Jahren ist, tritt er auch heute noch regelmäßig auf die Bühne und ans Mikrofon. Und das eine oder andere Konzert irgendwo im Lande lässt sich der Veteran auch nicht nehmen.

Damit nicht genug, im Jahre 2003 begann Jim Ed Brown mit der wöchentlichen Radiosendung „Country Greats Music Radio Show“, die von rund 200 Sendern übernommen wird. Darin erzählt er Wissenswertes und Anekdoten aus seinem reichhaltigen Erfahrungsschatz und spielt natürlich die entsprechende Musik dazu. Damit ist er so erfolgreich, dass die Sendung auch heute noch im Programm ist. Dass Brown erzählen kann, habe ich schon 1969 erlebt als ich ihn zum ersten Mal im NCO Club Spangdahlem interviewen durfte. Daran hat sich in einigen weiteren Begegnungen im Laufe der Jahre nichts geändert. Der Mann ist ein erstklassiger Balladensänger und ein ebensolcher Gentleman.

Wesentlich mehr über ihn, seine Familie und die Browns kann man im Buch „Looking Back To See“ erfahren, das seine Schwester Maxine geschrieben hat. Eines der offensten, fesselndsten Bücher in Sachen Country Music, das ich gelesen habe.

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