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Simone Felice: Simone Felice

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Sie sind die zur Zeit wichtigsten amerikanischen Vertreter des Neo-Folk & Country-Rock: Die Familie Felice. Während die Brüder Ian und James und ihre Kumpane als „The Felice Brothers“ der oftmals düsteren amerikanischen Realität durchaus auch mit Humor beikommen, mag es Bruder Simone Felice auf seinem ersten Soloalbum vorwiegend dunkel.

Das mag nicht zuletzt auch schweren Schicksalsschlägen geschuldet sein, die in seinem Leben erlitten hat. Als zwölfjähriger hatte er eine schwere Schädel-Operation, 2010 wird er am offenen Herzen operiert. So einer entwickelt zwangsläufig eine äußerst sensible Wahrnehmung für die Tragödien des Lebens.

Und so ist dann auch sein Album – das zu gleichen Zeit wie sein Buch „Black Jesus“ erscheint – eine Sammlung melancholisch bis trauriger Geschichten über die Verlierer des taumelnden amerikanischen Riesen. Bobby Ray ist so einer, nach dem hat Simone das erste Stück des Albums benannt oder Eddie Blackbird, der Indianer aus „New York Times“. Aber auch den tragischen Pop-Heldinnen „Courtney Love“ und „Sharon Tate“ sind zwei Lieder gewidmet. Zwei, die so hoch geflogen sind und so tief abgestürzt, jede auf ihre Weise an der Kehrseite des amerikanischen Traums – der Gewalt – zugrunde gegangen. Eine lebende Tote, die Witwe Kurt Cobains, eine tatsächliche Tote, die von der „Manson Family“ ermordete zweite Frau Roman Polanskis.

Schön, dass es da wenigstens einen Lichtblick gibt: „You & I Belong“ ist eine wunderschöner Liebesong, wie ein helle Lichtung im dunklen Wald. Doch in diesem Umfeld wirkt der Song zu schön, um wahr zu sein und man fragt sich, ob nicht hinter einem Baum doch schon wieder das Unglück lauert.

Musikalisch ist die Felice-Herkunft des Protagonisten nicht zu verleugnen, schließlich spielen seine beiden Brüder auf der Platte mit. Ebenso wie die Musiker von „Mumford & Sons“, ihrem britischen Gegenstück. Wenn man dann noch bedenkt, dass Felice bei dem „Avett Brothers“-Album „I And Love And You“ mitgewirkt hat, wird klar, dass sich hier vor aller Augen nichts anderes als die Geburt und die Herausbildung eines der fruchtbarsten und kreativsten Musikerkreises der letzten Jahre abspielt. Vergleichbar vielleicht mit Bob Dylan und „The Band“ Ende der 1960er. Sie erdeten damals den psychedelisch abdrehenden Rock mit Country. Die Jungs von heute setzen dem Folk die Zähne wieder ein und holen den Country-Rock aus seiner Beschaulichkeit. Musik, um den taumelnden Riesen tanzend zurück in die Spur zu bringen? Nein, eher Mutmachmusik für die, die er beim Sturz in die Bedeutungslosigkeit mit ins Unglück zu ziehen droht.

Fazit: Simone Felice legt ein sehr geschlossenes, faszinierend-dunkles Werk vor. Das sollte man sich unbedingt anhören. Aber es wäre beruhigender, wenn es auch einen Ausweg ins Helle gäbe – auf der Platte und im Leben!

   
Simone Felice
CD: „Simone Felice“
Das Debütalbum
Veröffentlicht: 2012
Label: V2 Benelux (Soulfood)

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Trackliste:

01. Hey Bobby Ray
02. You & I Belong
03. New York Times
04. Courtney Love
05. Stormy-Eyed Sarah
06. Charade
07. Dawn Brady’s Song
08. Gimme All You Got
09. Sharon Tate
10. Splendor In The Grass

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Über Thomas Waldherr (626 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: Bob Dylan, Country & Folk, Americana. Rezensionen, Specials.
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