Meldungen

J.J. Cale ist tot

Country.de - Online Magazin bei Facebook

Anzeige - Keith Urbvn - Album bestellen

Musiklegende J.J. Cale ist tot. Der Songwriter und Gitarrist ist am vergangenen Freitagabend einem Herzinfarkt erlegen. Cale, dessen sogenannter „Tulsa-Sound“ sich aus Blues, Country, Rock und Jazz speist, und die absolute Verkörperung des „Laid-back“ darstellt, wurde 74 Jahre alt.

J.J. Cale, der mit seinem Sound Rock- und Bluesmusiker wie Eric Clapton, Deep Purple oder Mark Knopfler beeinflusste, hatte auch einige Verbindungen zur Countrymusik. Er selber unternahm Ende der 50er einen gescheiterten Versuch als Countrysänger in Nashville, als Songschreiber und Vorbild für Countrykünstler wie Johnny Cash und Waylon Jennings hatte er dann mehr Erfolg im Genre.

John Weldon Cane wurde 1938 in Oklahoma City geboren und spielte bereits als Zehnjähriger Gitarre und war in Tulsa während der Schulzeit Mitglied mehrerer Bands. Ab 1959 tingelte Cale durch die amerikanischen Clubs und zu dieser Zeit unternahm er auch den erfolglosen Nashville-Ausflug. Den Künstler-Vornamen J.J. legte er sich zu, um nicht mit John Cale von Velvet Underground verwechselt zu werden.

In der Branche wurde er als „Schweiger aus Tulsa“ bezeichnet. Er brachte erst 1965 seine erste Single heraus und veröffentlichte in seiner Karriere rund 20 Alben. Mit zum Teil jahrelangen Pausen dazwischen, da er die Arbeit im Plattenstudio nie in den Mittelpunkt stellte. Sein lässiges Bluesgitarrenspiel ist verewigt in Hits wie „Cocaine“ und „After Midnight“, die beide vom Kollegen Clapton erfolgreich gecovert wurden. Sein zurückgenommener Sprechgesang beeinflusste ebenfalls viele. So paarte „Dire Straits“-Frontmann Mark Knopfler ihn mit einer dylanesken Stimmlage und so ergab sich mit dem charakteristischen – ebenfalls auch von Cale beeinflussten Gitarrenspiel – der typische Knopfler-Sound.

J.J. Cales „Tulsa Sound“ war gut für die Countrymusik adaptierbar und da er auch ein sehr guter Songwriter war, sangen seine Songs auch etliche Countrykünstler: „Call Me The Breeze“ wurde u.a. von Johnny Cash und „Lynyrd Skynyrd“, sein „Louisiana Women“ von Waylon Jennings gespielt. Ein ganz Großer, der Rock, Blues und Countrymusik gleichermaßen inspiriert hat, ist von uns gegangen. „Der Schweiger“ wird fehlen.

Anzeige - Rob Georg: Weitere Informationen hier klicken!
Über Thomas Waldherr (581 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: Bob Dylan, Country & Folk, Americana. Rezensionen, Specials.
Kontakt: Facebook