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Jake Bugg: Shangri La

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Sein selbstbetiteltes Debütalbum wurde geradezu hymnisch besprochen, er selbst als der neue „Bob Dylan“ gefeiert. Glücklicherweise hat ihn diese völlig überflüssige schwere Hypothek nicht gelähmt. Im Gegenteil: Mit Shangri La legt Jake Bugg nun sein zweites Album vor. Und siehe da: Es hält alle Versprechen.

Produziert wurde die zwölf neuen Songs von Rick Rubin, der ja schon Altstars wie Johnny Cash, Neil Diamond oder „ZZ Top“ betreut hat. Nun also den Wunderknaben Jake Bugg. Heraus gekommen ist eines der besten Alben des Jahres. Schneller, treibender Folk-Indie-Country-Rock von einem Künstler, der um seine Wurzeln weiß, aber Musik für heute macht.

Ende letzten Jahres löste Jake Bugg den absoluten Hype aus. Quer durch alle Gazetten und Feuilletons wurde der Newcomer gefeiert und gleich einmal mit den Größten seiner Zunft verglichen. Armer Junge! Doch allen unnötigen und abgenudelten Dylan-Vergleichen zum Trotz: Hier ist wirklich einer am Werk, der noch Großes leisten kann. Seine Melange aus Folk, Country, Blues und Britpop ist außergewöhnlich, seine Stimme und sein Vortrag sind unkonventionell und kraftvoll. Und auch als Live-Künstler ist er überzeugend.

Nun, nur knapp ein Jahr nach seinem Erstling, legt er das zweite Album vor. Und siehe da: Er macht unbeeindruckt sein Ding, schüttelt starke Songs und gute Musik nur so aus dem Ärmel und schafft mit „Shangri La“ ein hervorragendes, hörenswertes Werk. Und er macht das wiederum allen Nörglern und Zweiflern zum Trotz. Denn sogleich gibt es die Medien, die dem „Hosianna“ von Gestern jetzt das „Kreuziget Ihn!“ folgen lassen. Er und sein Umfeld kümmern sich nicht um diese Mechanismen. Bugg macht einfach seine Musik und legt zum Auftakt von „Shangri La“ gleich ein höllisches Tempo vor. Mit „There Is A Beast And We Feed It“, „Slumville Sunrise“ und „What Doesn’t Kill You“ haut er ein schnelles und kräftiges Dreierpack raus. Der erste Song ein Rockabilly-Kracher, der zweite ein treibender Indie-Country-Shuffle-Rocker, der dritte ein Rocksong mit Punk-Attitüde.

Mit „Me and You“ folgt die Überraschung auf dem Fuß: Ein verträumter Country-Folk-Popsong. Und damit ist nach den vier Songs der Plan offengelegt. Bugg hat immer noch viel zu sagen: Zornig über die Lebensumstände der Arbeiterklasse Großbritanniens, sanft über die schwierigen Lebens- und Liebesperspektiven in diesen Zeiten. Bei „Messed Up Kids“ geht es um die traurigen Biografien der Kinder der sozialen Brennpunkte. An anderen Stellen entdeckt Bugg aber auch seine eigene Innerlichkeit wie sich das für einen Singer-Songwriter eben gehört. Wunderschöner Anspieltipp ist auch „Pine Trees“. Ein melodischer sehnsuchtsvoller Folksong. Seine Musik hat – welche Stile er auch immer gerade mischt – ganz viel „wahres“ Country-Feeling. Er spielt den „Blues des weißen Mannes“ und erzählt von Armut, Trinken und Gewalt und der Hoffnung diesem Teufelskreis zu entfliehen. Sollen andere doch cool sein oder Folk-Pop-Liedchen trällern, er gibt uns härteren Stoff und das ist auch gut so.

Bugg beherrscht das lyrische Vokabular und das musikalische Instrumentarium von Country, Folk und Rock perfekt. Und das mit neunzehn Jahren. Diesmal hat ihm Erfolgsproduzent Rick Rubin geholfen, dessen Aufnahmestudio der Platte den Namen gab. Aber wie Bugg die Genres bewahrt, wie er sie mixt und wie er als Kind schwieriger Verhältnisse in Nottingham diese beschreibt, indem er so unterschiedliche Vorbilder wie Oasis, Bob Dylan, The Everly Brothers und Johnny Cash zusammenbringt, ist seine eigene hervorragende Leistung.

Fazit: Allen Besserwissern zum Trotz: Der Junge hat es drauf und entwickelt sich zur festen Größe. Weiter so!

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Jake Bugg: Shangri La
Künstler: Jake Bugg
Albumtitel: Shangri La
Format: CD, Vinyl & Digital
Veröffentlicht: 2013
Label: Mercury (Universal)

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Trackliste:

01. There’s A Beast And We All Feed It
02. Slumville Sunrise
03. What Doesn’t Kill You
04. Me And You
05. Messed Up Kids
06. A Song About Love
07. All Your Reasons
08. Kingpin
09. Kitchen Table
10. Pine Trees
11. Simple Pleasures
12. Storm Passes Away

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Über Thomas Waldherr (713 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: Bob Dylan, Country & Folk, Americana. Rezensionen, Specials.
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