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Skeeter Davis

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Eine lange Karriere in der Country Music war ihr vergönnt, eine Nr. 1 als Solistin aber ist ihr nie gelungen. Dafür wurde sie eine der ersten Country-Sängerinnen, deren Aufnahmen so produziert waren, dass sie eine ganze Weile auch in den Pop-Charts aufkreuzten. Bekannt war sie aber auch als eine kommunikative Frau, mir erzählte sie einmal, sie sei für ihr Mundwerk gefürchtet, denn sie würde viel und gerne reden: Skeeter Davis.

Mary Francis Penick, wie sie mit bürgerlichem Namen hieß, wurde als ältestes von sieben Kindern am 30. Dezember 1931 im Städtchen Dry Ridge in Kentucky geboren. Schon als Kind bekam sie vom Großvater der Spitznamen „Skeeter“ (umgangssprachlich für Moskito), weil sie sich als sehr lebhaft erwies. Niemand ahnte damals, dass das Teil ihres Künstlernamens werden würde. Als die Familie innerhalb Kentucky’s umzog, lernte Mary Frances Penick an der High School Betty Jack Davis und Wanda Rose Rader kennen.

Skeeter DavisAlle drei hatten Spaß am Gesang, also sangen sie auch gemeinsam. In der Schule, in der Kirche und dann auch öffentlich. Als Davis Sisters machten sie erstmals richtig auf sich aufmerksam durch ihre Auftritte beim „Barnyard Frolics“ in Detroit. Dann wurde es für Wanda Rose Radar zu viel, sie stieg aus, die beiden anderen machten als Duo weiter. Bei Fortune Records entstanden erste Demo-Aufnahmen, die aber erst später veröffentlicht wurden, nachdem das Duo bereits bekannt war.

1951 nahm RCA die Davis Sisters unter Vertrag. Es dauerte bis 1953, ehe für den ausgeprägten Harmoniegesang der richtige Song gefunden war. „I Forgot More Than You’ll Ever Know“ blockierte acht Wochen lang die Spitze der Country-Hitlisten und kletterte sogar in den Pop-Charts bis Position 65.

Dann schlug das Schicksal unerbittlich zu. Auf der Rückfahrt von Wheeling nach Cincinnati gerieten die Davis Sisters in einen Verkehrsunfall, bei dem Betty Jack Davis ums Leben kam. Skeeter Davis überlebte mit schweren Verletzungen und brauchte lange zur Genesung. Danach versuchte sie mit Betty Jack’s Schwester Georgia Davis an früheren Erfolg anzuknüpfen – vergeblich. 1956 heiratete Skeeter Davis und zog sich für zwei Jahre komplett zurück.

1958 war sie wieder da, erneut bei RCA, diesmal solo und mit „Lost To A Geisha Girl“ stieß sie erstmals in die Top Twenty vor. Gemeinsam mit Chet Atkins entwickelte sie einen für sie typischen Sound, der stark in Richtung Pop ausgerichtet und dadurch gekennzeichnet war, dass sie mit sich selbst im Chor sang. Ihr eigenes „Set Him Free“ und „I’m Falling Too“ brachten sie in die Top Five. Zum Floyd Cramer Instrumental-Hit „Last Date“ schrieb sie einen Text und sang sich so mit „My Last Date (With You)“ auf Platz 2 sowie in die Pop Charts. Conway Twitty schrieb übrigens später einen anderen Text zu der Melodie und schaffte damit Platz 1, ebenso wie Emmylou Harris 1983.

1963 gelang ihr der große Wurf mit „The End Of The World“, ihrem größten Hit überhaupt. Allerdings blieb sie damit in den Country Charts auf Platz 2 hängen, schaffte aber in den Pop Charts die gleiche Platzierung. Mehr als eine Million Singles wurden verkauft. Bis 1976 blieb die Sängerin, die seit 1959 Mitglied der Grand Ole Opry war, ständig in den Country Charts vertreten. Auch wenn ein großer Hit nicht mehr dabei war, liefen Singles wie „Gonna Get Along Without You Now“, „What Does It Take“, „I’m A Lover (Not A Fighter)“ und „I Can’t Believe That It’s All Over“ gut. Als Duett-Partnerin sang sie mit Bobby Bare, Don Bowman, Porter Wagoner und George Hamilton IV. Im Laufe der Jahre nahm sie diverse Tribute Alben auf, u.a. zu Buddy Holly, Lester Flatt & Earl Scruggs und Dolly Parton.

1971 erschien ihre Biographie in Buchform, die nach einem ihrer Songs betitelt wurde: „Bus Fare To Kentucky“. 1973 wurde sie für mehr als ein Jahr aus der Opry verbannt, weil sie gegen deren Regeln verstoßen und ihren Auftritt zu einem politischen Protest missbraucht hatte. Etwa ab dieser Zeit ließen ihre Plattenerfolge nach, allerdings aus anderen Gründen. Ein Wechsel zu Mercury brachte Mitte der 1970er Jahre alte Erfolge nicht zurück. Sie wandte sich religiöser Musik zu und begab sich eine Weile als eine Art Missionarin nach Afrika.

Von ihren drei Ehen, davon eine mit Star DJ und Moderator Ralph Emery, hielt keine. 1985 erschien eines ihrer letzten Alben „She Sings, They Play“, das sie mit der R&B Gruppe NRBQ aufnahm. Damals war sie mit dem Band-Mitglied Kenneth Depew verheiratet. Bis in die 90er Jahre hinein blieb Skeeter Davis als Sängerin aktiv und tourte durch so exotische Länder wie Singapur, Babados aber vor allem auch durch Schweden, wo sie viele Fans hatte.

2001 wurde bei Skeeter Davis Brustkrebs diagnostiziert. Sie trat noch bis 2002 in der Opry auf, ehe ihre Krankheit dies unmöglich machte. Sie starb am 19. September 2004 in einem Hospiz in Nashville an Brustkrebs.

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