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Kevin Fowler: How Country Are Ya?

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Kevin Fowler ist so etwas wie der Prototyp des Texas Country Guys. Wer ihm dabei Attitüde unterstellt, ist definitiv an der falschen Adresse: „Ich bin im Mai geboren und hatte im September des Jahres meinen ersten Jagdausflug. Noch heute liebe ich es, mit der Familie in die Natur zu gehen. Unsere Campingurlaube in Colorado, Angeltouren zu Spring Break oder Bowhunting im Herbst haben mich mit zu dem gemacht, was ich heute bin“, fasst der Mann aus dem Panhandle seine Outdoor-Neigung zusammen.

Vor diesem Hintergrund kann der Titel seines 7. Studioalbums „How Country Are Ya?“ als Botschaft an alle die verstanden werden, die sich im Zuge des New-Country-Trends von den Wurzeln des Genres entfernt haben. Und Fowler selbst setzt hier eindeutige Zeichen. Nachdem seine letzten Alben als Nashville-Produktionen verhaltene Chartambitionen gezeigt haben, hat sich der Vorzeigeredneck aus Amarillo nun wieder mit Haut und Haaren der Tradition zugewandt.

In den Austiner Compound Recording Studios von seinem Band-Drummer Kevin Tondre produziert, ist „How Country Are Ya?“ auf die Belange des Heimatmarktes zugeschnitten und bedient die verschiedenen Facetten des Lone Star Way Of Life auf charmante und unterhaltsame Art und Weise. Das Publikum hat ihm dies gedankt und den fetzigen Titelsong an die Spitze der Regional-Radio-Charts gebracht. Auch der Follower „Love Song“, ein Honkytonk-Upbeat mit ordentlicher Fiddle- und Steelbeigabe, hat auf seinem Weg nach oben bereits die Top 10 erreicht. Diese bewusste Hinwendung zu seinem Kernpublikum findet sich auf sämtlichen der 14 Songsketches wieder und lässt Kevin Fowler einen gelungenen Gegentrend zum National Country Radio setzen.

Das Album beginnt mit „Earl Dibbles Jr.“. Dieser Feinripp-Macho ist das Alter Ego von Sängerkumpel Granger Smith, der das Redneckpublikum mit einem deftigen Country-Boy-Intro auf die Klänge des Titelsongs einstimmt. Ein Song wie „Guitars and Guns“ gibt mit vollem Instrumenteneinsatz alles wieder was das Countryherz begehrt und verliert durch Fowlers authentische Interpretation jeglichen Anflug von Klischee. „Before Somebody Gets Hurt“ ist eine wunderbare Midtempoballade, die durch Amy Rankin von den Rankin Twins harmonisch unterstützt wird. Songs wie „The Weekend“ und „I Could Make A Livin‘ Drinkin'“ stehen dafür, dass Country Life keineswegs nur aus harter Arbeit besteht. Zwei besonders bemerkenswerte Tracks finden sich in der Mitte des Albums. Auf „Panhandle Poorboy“ setzt Fowler einen emotionalen Höhepunkt, indem er sich mit viel Red-Dirt-Pathos in der Stimme zu seinen Dustbowl-Roots bekennt. „Borracho Grande“ ist eine herzerfrischende Mariachi-Schmonzette, die von Max Baca und seinen Los Texmaniacs musikalisch veredelt wird. Selbstverständlich darf ein Party-Song wie „Beer Me“ auf keinem Fowler-Album fehlen und wäre neben seiner Eigenschaft als Live-Hymne bestens geeignet, um überregional präsent zu sein. Nicht vergessen sollten wir „Mousturdonus“, ein fetziges guitar-based Instrumental, das Erinnerungen an Brad Paisleys grammydekoriertes Glanzstück „Throttleneck“ aufkommen lässt. Nach dem schon fast romantischen und cool eingesungenen „Whiskey And I“ endet das Album mit „Chicken Wing“ ähnlich charmant und humoristisch wie es begonnen hat.

Kevin Fowlers Erfolgsformel besteht in Gänze darin, dass er den Guy-Next-Door zu keiner Zeit spielt, sondern liebevoll und mit jeder Menge Augenzwinkern lebt. Seine Rolle als Botschafter der local community beschreibt er so: „Ich bin stolz, zur Etablierung unserer Musikszene beigetragen zu haben. Wir haben viele Schlachten geschlagen und Türen eingetreten. Nun ziehen wir mit jeder Menge Spaß von Ort zu Ort außerhalb unserer Grenzen, genauso wie wir damals in Texas begonnen haben.“

Fazit: Nach dem etwas beliebig wirkenden Vorgänger „Chippin‘ Away“ hat Kevin Fowler wieder ein blitzsauberes Countryalbum vom Stapel gelassen und die drei Jahre Kreativpause für eine traditionelle Rückbesinnung genutzt. Mit Witz, Charme und jeder Menge „catchy melodies“ peitscht der Panhandle-Guy die Red-Dirt-Songthemen durch die Gehörgänge seiner Fangemeinde und schafft frei von New-Country-Ambitionen ein kurzweilig-authentisches Musikportrait. Mit „How Country Are Ya?“ hat Kevin Fowler den selbstgestellten Echtheitstest definitiv bestanden.

Das aktuelle Album How Country Are Ya? von Kevin Fowler – Bestellen, Format, VÖ. und Label:

 
Kevin Fowler - How Country Are Ya?
 
Künstler / Albumtitel: Kevin Fowler – How Country Are Ya?
Format / Label / Veröffentlicht: CD & Digital (Kevin Fowler Records, 2014)
 
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Trackliste:

01. Intro
02. How Country Are Ya?
03. Guitars And Guns
04. Before Somebody Gets Hurt
05. The Weekend
06. If I Could Make A Livin‘ Drinkin‘
07. Panhandle Poorboy
08. Borracho Grande
09. Love Song
10. Habit I Can’t Break
11. The Girls I Go With
12. Beer Me
13. Mousturdonus
14. Whiskey And I
15. Chicken Wing

 
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Über Bernd Wenserski (588 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: New Country. Rezensionen und Specials.
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