Josh Thompson: Turn It Up
Letztlich war eine Restrukturierung innerhalb der Plattenfirma „Schuld“, die einen Transfer von Columbia Nashville zu RCA Records nach sich zog und den Karriereaufstieg des Mannes aus dem hohen Norden ins Trudeln brachte. Das geplante Album „Change“ wurde nie veröffentlicht und die sauber konzipierte aber insgesamt zu wenig radiofreundliche Single „Comin‘ Around“ blieb auf Chartposition 31 stehen. Da RCA Records seine Promotionaktivitäten mehr oder weniger einstellte, folgte 2012 der Wechsel zu Show Dog Universal Music. Dort ist nun, rund eineinhalb Jahre später, „Turn It Up“ erschienen, mit dem der nun 36-Jährige den Versuch unternimmt, wieder Anschluss an die Szene zu finden.
Zur Ehrenrettung des Künstlers muss immerhin gesagt werden, dass Josh Thompson auf 9 von 10 Titeln seine Songwritingcredits mit eingebracht hat. Die Ausnahme bildet die auf Radiopräsenz getrimmte und mit einer infektiösen Hookline ausgestattete Leadsingle „Cold Beer With Your Name On It“, deren Airplay-Charterfolg überraschend auf Rang 27 endete. Ansonsten wirkt dieses Album wie ein eher halbherziger Versuch, dem Rock & Pop dominierenden New Country-Trend Rechnung zu tragen und lässt die Frage aufkommen, warum dem Team „Show Dog / Thompson“ in den 18 Monaten ihrer Zusammenarbeit konzeptionell nicht mehr eingefallen ist.
„Turn It Up“ wird dominiert von gitarrenbasiertem New-Country-Rock, der sich weder songthematisch noch melodisch von der Masse der vorhandenen Szeneproduktionen absetzt. Songs wie der uninspirierte, country-rockende Opener „Down For A Get Down“, das aufgesetzt-rowdyhafte „Hillbilly Limo“ oder das überflüssig-profane „Drink, Drink, Drink“ werden nur durch die Gesangsdarbietung Thompsons vor dem Totalabsturz bewahrt. Da ist es schon ein kleines Highlight, wenn anstelle der „crankin‘ guitars“ wie auf dem Titelsong mal ein Banjo im Hintergrund durchschimmert oder auf dem melodisch gelungenen „A Little Memory“ eine Pedalsteel zu vernehmen ist. Auch das midtempobasierte „Left This Town“ versprüht mit seiner Instrumentierung einen „classic touch“ und zählt aufgrund Thompsons cooler Vocalperformance zu den Aktivposten. Die neue Single „Wanted Me Gone“ könnte in das Strickmuster des aktuellen Radiotrends passen und ist letztlich so etwas wie der Schicksalssong für den Sänger aus Cedarburg in Wisconsin. Zündet auch dieser charttechnisch nicht, dürfte die Zukunft Josh Thompsons als kommerziell etablierter Countrysänger mehr denn je in Frage stehen.
Fazit: Josh Thompson ist mit hohen Erwartungen in dieses Projekt gestartet und in Anbetracht des vorliegenden Ergebnisses den Ansprüchen zum Großteil schuldig geblieben. Seinem speziellen Sound in der Stimme, der ihn auch durch die Tiefen des Albums manövriert, steht ein Mangel an Originalität in der Gesamtproduktion gegenüber. Wer seinen Fans nach vier Jahren Pause nur rund eine halbe Stunde Musik präsentiert und einen Großteil der Songs an zum Teil abgenutzten Gebrauchsmustern orientiert, könnte am Ende zu wenig getan haben, um in der eng besetzten New-Countryszene seinen Platz zu behaupten.
Das aktuelle Album Turn It Up von Josh Thompson – Bestellen, Format, VÖ. und Label:
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| Künstler / Albumtitel: Josh Thompson – Turn It Up Format / Label / Veröffentlicht: CD & Digital (Show Dog, Universal, 2014) |
| Trackliste:
01. Down For A Get Down |


