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Joshua Scott Jones: The Healing

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Die Karriere von Joshua Scott Jones erlebt mit dem Album „The Healing“ ihre Wiedergeburt. Mit dem Gewinn der CMT-Casting-Show „Can You Duet“ zählten Steel Magnolia im Jahr 2009 zu den Hoffnungsträgern unter den Country-Duos, ging es doch letztlich darum, die grosse Lücke der in Auflösung begriffenen Szenestars wie beispielsweise Brooks & Dunn und Sugarland auszufüllen.

In der Tat gelang es Joshua Scott Jones mit seiner Partnerin und Verlobten Meghan Linsey sowie ihrem Debütsong „Keep On Loving You“ der erhoffte Karriereeinstieg in die Top 5 der US-Countrycharts. Auch das von Dann Huff produzierte Album startete mit Platz 7 in den Billboard 200 respektabel.

Doch was anschließend folgte, waren nur noch Scherben. Keine der drei Folgesingles erreichte die Top 20. Während andere Duos wie Florida Georgia Line oder Thompson Square mit ihren Hits die Szene aufmischten, gaben die hoffnungsvoll gestarten Newcomer ihre Auflösung bekannt. Joshua Scott Jones begab sich zur Behandlung seiner Drogensucht in eine Entzugsklinik und parallel dazu ging auch die private Beziehung der einstigen Partner in die Brüche.

„Ich dachte damals, Alkohol und eine gute Show gehören zusammen“, sagt der 33-Jährige nach erfolgreichem Kurverlauf heute. „Nun weiss ich, dass das Gegenteil der Fall ist und ich alles um mich herum viel besser geniessen kann.“ So ist der Titel des vorliegenden Soloalbums „The Healing“ im Hinblick auf die persönliche Entwicklung des Sängers entsprechend authentisch. „Diese Platte reflektiert die Geschichte von dem, was ich durchgemacht habe. Obwohl ich in meiner Karriere schon mal oben war, freue ich mich, das alles noch mal neu zu erleben. Diesmal sauber, gesund und mit klarem Verstand.“

Doch was bedeutet die Wiederauferstehung des Joshua Scott Jones musikalisch? Ist der frische Countrypop der „Magnolias“ etwa einem introvertierten Melancholiesound gewichen oder hat die moderne Country-Party-Stilistik auch hier ihren Niederschlag gefunden? „The Healing“ steht letztlich für einen interessanten stilistischen Spagat, der das Album in drei Sequenzen unterteilt.

Der erste Part präsentiert sich zeitgemäß-modern mit klarem Appell an die allseits mächtigen Radiostationen. In der zweiten Sequenz wird melodischer Countrypop vorgeführt, der in der Tat gewisse Steel-Magnolia-Anwandlungen in sich trägt. Erst im dritten Part scheint sich Jones von Stilvorgaben weitgehend befreit zu haben und lässt in traditionellerem Gewand Einblicke in sein Seelenleben zu. Die Klammer zwischen diesen Sequenzen bildet die Stimme, die im Country verwurzelt mit einer tiefen Hingabe ein wenig von dem Schmerz vergangener Jahre wiedergibt. Gerade im Mittelteil erinnert der Twang ein wenig an Lady-Antebellums Charles Kelley, während gegen Ende speziell bei dem hingebungsvollen Titelsong „The Healing“ die Verletzlichkeit eines David Nail durchscheint.

Mit der aktuellen Leadsingle „Honk (If You’re Tonky) wird die Partysequenz eröffnet und dem Radiopublikum ein weiteres „Schmuckstück“ in Sachen textlicher Stupidität und rhythmischer Geschmeidigkeit angeboten. Das Zeug zum Charthit ist durch die rowdyhafte Intonierung dennoch vorhanden. Danach folgt mit „D.U.I.“ der sicherlich einprägsamste Song des Albums. Wenn es so etwas wie einen ultimativen Ohrwurm gibt, dann ist die Hymne über das Fahren unter Alkoholeinfluss ganz vorne dabei. Dieser hochmelodische Track ist dermaßen perfekt produziert und hingebungsvoll performt, dass die Auswahl als nächste Single nicht überraschen dürfte. Der dritte und letzte Track der Partysequenz „Tennessee Blue“ ist ein locker-flockiger Funsong der weniger aufdringlichen Sorte, bevor mit „City Of Angels“ der Country-Pop-Block eingeläutet wird. Bei diesem West-Coast-Getaway wirkt Jones‘ Stimmpathos mangels origineller Hookline bisweilen etwas überzogen. Auch das an David Nails aktuellen Singlehit „Kiss You Tonight“ erinnernde „Rearview“ bedient das Countrypopmuster, mit dem Lady Antebellum vor einigen Jahren zu den großen Abräumern wurden. Der originellste Song der Mittelsequenz ist das leicht bluegrassige „Whiskey Anthem“, dass sich trotz seines Classic-Touchs geschmeidig genug für eine Chartplatzierung präsentiert.

In der mit Song Nr. 8 beginnenden letzten Sequenz unterstreicht Joshua Scott Jones, dass er im Countrygenre richtig aufgehoben ist. Erst hier, in Gesellschaft der klassischen Instrumente von Fiddle, Steel bis Banjo, kommt die Gefühlstiefe des Interpreten in allen Belangen voll zur Geltung. „Tennessee House“ ist modern, aber immer noch country, „Lover Let Me Show you My Heart“ ist ein Old-School-Ditty mit ordentlich Hall und Schmalz, ganz nach dem Geschmack der Traditionsbewahrer. Ein persönlicher Favorit ist das mit einem perlenden Piano beginnende „Just How A Heart Breaks“, in der Mr.Jones eine nahezu perfekte stimmliche Balance zwischen Leidenschaft und Kontrolle findet.

Fazit: Joshua Scott Jones scheint seine zweite Karrierechance in der Tat zu nutzen und hat mit „The Healing“ eine stilistisch einwandfreie Darbietung abgeliefert. Sein Stimmfarbe besitzt Wiedererkennungswert, spiegelt viel von dem Überlebenskampf der letzten Jahre wieder und macht ihn zu einem der Top-Newcomer des laufenden Jahres. An vereinzelten Stellen im Mittelteil wirkt das Album ein wenig überproduziert und glatt, wodurch die rauhe Seele des „Geheilten“ etwas untergraben wird. Wenn Joshua Scott Jones auch zukünftig weiter den Mut besitzt, seinem Countryfaible ausreichend Raum zu geben und die Magnolia-Einflüsse beiseite zu packen, ist diese leidenschaftlich-charmante Art, Songthemen zu präsentieren, für das Genre eine klare Bereicherung.

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Joshua Scott Jones - The Healing
 
Künstler / Albumtitel: Joshua Scott Jones – The Healing
Format / Label / Veröffentlicht: CD & Digital (JSJ Music 2014)
Bewertung: 4 von 5 möglichen Punkten
 
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Trackliste:

01. Honk (If You’re Tonky)
02. D.U.I.
03. Tennessee Blue
04. City Of Angels
05. Rearview
06. Whiskey Anthem
07. You & I
08. Tennessee House
09. Lover Let Me Show You My Heart
10. Just How A Heart Breaks
11. The Healing

 
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Über Bernd Wenserski (588 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: New Country. Rezensionen und Specials.
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