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7 Tage Texas – Auf der Suche nach dem „Real Country“

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Was treibt einen dazu, den Sommerurlaub in Texas zu verbringen? Das schöne Wetter mit Temperaturen von über 40 Grad im Hochsommer ist es sicher genauso wenig wie die vorwiegend platte Landschaft, die abgesehen von den zwei Nationalparks an der Grenze zu Mexiko wenig Abwechslung bietet. Zudem gilt der Texaner als eher skeptisch gegenüber allem Nichttexanischem, so dass man als europäischer Tourist keine überschwängliche Gastfreundschaft erwarten darf.

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Zieht man alle Faktoren zusammen, die das Wesen des Lone Star States ausmachen, ist man schnell beim Thema Musik. Und genau dieser Aspekt, der dem Countryfan das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt, macht Texas zu einem der spannendsten regionalen Musikmärkte der USA.

Unter dem Oberbegriff „Texas Country“ findet sich hier auf den Schultern der alten Local Heroes eine Beimischung verschiedenster Musikstile von Blues, Southern Rock über Folk bis hin zu Bluegrass, Tex-Mex und Cajun. Waylon Jennings, Willie Nelson, Townes Van Zandt, Guy Clark, Kris Kristofferson, Robert Earl Keen oder George Strait haben das musikalische Gerüst geschaffen, auf dem die jüngere Generation voller Stolz ihre Entwicklungen aufbaut. Nirgendwo sonst in den Staaten gibt es diese Fülle von geschichtsträchtigen Orten, den alten Dancehalls und Honkytonks, wo diese Musikform ihren ureigenen Ausdruck findet. Für einen Fan des Texas Country findet hier das Leben statt, das es in einer 7-tägigen Durchreise durch den Süden dieses eigentümlichen Bundesstaates zu erkunden galt.

Wir berichten darin von Austins kultigster Honkytonkbar, von deutschen Straßennamen inmitten des texanischen Niemandslandes, von einem Ort, den Waylon Jennings berühmt gemacht hat, einem Konzerterlebnis in Texas‘ traditionsreichster Dancehall und nicht zuletzt von der musikalischen Geburtsstätte des großen Willie Nelson!

1. Etappe: Austin – Von der 6th Street ins „Broken Spoke“

Wir starten in der Hauptstadt Austin, die sich als „Live Capital Of The World“ zu einem Sammelpunkt für traditionelle amerikanische Musik entwickelt hat. Neben dem Country findet die Vielfalt der Musikstile von Folk, Rock, Blues bis hin zum Reggae in den hiesigen Bars und Clubs ihren Ausdruck. In keiner anderen Stadt der USA gibt es pro Kopf mehr Musiklocations, die sich schwerpunktmäßig um die legendäre und inzwischen bei Studenten als Partymeile beliebte 6th Street gruppieren. Auch in Sachen Lebensqualität und Freizeitwert ist die mit Parks durchzogene Stadt am Lady Bird Lake regelmäßig unter den top-gerateten US-Metropolen vertreten.

Eines mussten wir nach der Landung auf dem beschaulichen Bergstrom-Airport schnell feststellen. In Texas gibt man sich nicht mit Mittelmaß zufrieden. Auch in der eher liberal geprägten Hauptstadt verfolgt einen der Slogan „Everything is bigger in Texas“ fast an jeder Ecke und findet beim Anblick des imposanten State Capitol seinen leibhaftigen Ausdruck. Dieses Capitol, das dem der Bundeshauptstadt Washington nachempfunden ist, überragt sein weltberühmtes Vorbild nochmals um sechs weitere Meter.

Stubbs-BBQ

Durch den gepflegten Capitol Garden vorbei an dem Tejano Monument zu Ehren der spanischen Siedlungspioniere führt uns der Weg auf die Congress Avenue, die in südlicher Richtung direkt auf den Musikdistrikt rund um die 6th Street zuläuft. Hier ergibt sich die erste kleine Ernüchterung. Bei Tage betrachtet macht das aus nur fünf Blocks bestehende „Musikmekka“ einen eher trostlosen Eindruck. Man kann nur erahnen wie die umliegenden Bar-Tempel mit Namen wie Bourbon Girl, Midnight Cowboy, The Jackalope, Buckshots, Flamingo Cantina oder Pete’s Dueling Piano Bar gegen Abend zum Leben erweckt werden. Anstatt kultiger Liveclubs scheinen die Karaokebars und Cocktail-Lounges deutlich in der Überzahl. In dem Moment fällt mir die Aussage unserer Hotelshuttlefahrerin ein, dass die 6th Street über die Jahre wohl ein wenig gelitten und sich das Leben in den südlicher gelegenen SoCo-District verlagert habe.

Kultig hingegen ist unserer erster Food-Stop bei „Stubbs-BBQ“ auf der angrenzenden Red-River-Street, wo man das im Smoker gegarte Texas-Brisket in Verbindung mit den hauseigenen Barbecue-Saucen geniessen kann. Im Untergeschoß befindet sich eine kleine Dancehall mit Bühne, in der hauptsächlich alternativer Country im Stile regionaler Größen wie Cody Canada oder American Aquarium gespielt wird. Nach dieser kleinen Stärkung geht es über den Colorado-River Richtung Süden, wo der Besuch des legendären Honkytonk „The Broken Spoke“ auf dem Programm steht. Doch zunächst ist bei Temperaturen um die 95 °F eine kleine Abkühlung in dem Naturfreibad Barton Springs Pool angesagt, bevor wir uns in dem Kultwesternladen Allens Boots das stilechte Outfit für den Dancehall-Besuch zusammenstellen. Tatsächlich gelingt es mir, ein paar Old Gringo Nevada Boots zum Sales Price zu erstehen, die als Rüstzeug für den bevorstehenden Abend perfekt erscheinen.

The Broken Spoke

„The Broken Spoke“, 1964 gegründet und mehrfach als beste Honkytonk-Bar in Texas ausgezeichnet, hat von Willie Nelson über Kris Kristofferson bis Ray Price alle denkbaren Lone-Star-Legenden zu Gast gehabt. Heute sind es zumeist lokale Nachwuchskünstler, denen von Dienstag bis Samstag allabendlich die Gelegenheit geboten wird, sich zu beweisen. Sobald man die knorrige Saloontür öffnet und das urige Honkytonk-Restaurant betritt, umgibt einen ein Hauch von guter alter Westernromantik. Das viel gepriesene Chicken Fried Steak, das wir zu den Live-Klängen von TJ Bonta geniessen, ist in der Tat hervorragend und dem Texas-Motto getreu äußerst sättigend. Geht man an der Saloontheke vorbei in den hinteren Bereich, gelangt man zur Dance Hall, in der zu späterer Uhrzeit Two-Step-Lessons abgehalten werden. Neben dem „Tanzsaal“ befindet sich die sogenannte „Tourist-Trap“, in der wie in einem kleinem Museum Fotos und Requisiten aus den frühen Tagen des Broken Spoke ausgestellt sind. Als wir bereit sind, zu zahlen, beginnt sich der Saloon in Anbetracht der bevorstehenden Dance Lessons zu füllen. Und siehe da, die Honkytonk-Tanzwilligen sind allesamt deutlich unter 30 und tragen stilecht ihre Westernboots zur Schau. Da fühlt man sich als „Old Gringo from Germany“ auf besondere Art und Weise verbunden. Auf jeden Fall war dieser Auftakt schon mal die perfekte Einstimmung für das, was in den nächsten Tagen folgen sollte …

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Über Bernd Wenserski (591 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: New Country. Rezensionen und Specials.
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