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Jackson Browne: Standing In The Breach

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Obwohl er bereits seit mehr als vierzig Jahren aktiv ist, erscheint nun mit Standing In The Breach erst das vierzehnte Studio-Album von Jackson Browne. Der Singer & Songwriter, der seine größten Erfolge in den 1970er und 80er Jahren hatte, beweist hier, auf seinem ersten Album seit 2008, warum zu er den einflussreichsten und wichtigsten seiner Zunft in der amerikanischen Musik gehört.

Über einen perfekten Folk-Rock-Country-Sound legt er in unnachahmlicher Weise Songtexte über sein Schicksal und das der Menschheit, wechselt von Innenansicht zu Gesellschaftskritik, ohne dass es je bemüht wirkt. Das ist die alte Leichtigkeit, mit der er vor vielen Jahren Songs wie „Running On Empty“ zu Hitklassikern machte. Es lohnt sich immer noch Jackson Browne, der in diesen Tagen seinen 66. Geburtstag feiern konnte, zuzuhören.

Denn er hat was zu sagen und belässt es nicht dabei, sich als ein „he was famous long ago“ von treuen Fans und Musikern feiern zu lassen. Im Gegenteil: Er ist auch mit 66 Jahren nicht müde, den Finger in so manche amerikanische Wunde zu legen. Schon seit Ende der 1970er Jahre hielt er mit seinen politischen Ansichten nicht hinterm Berg. So kritisierte er 1986 mit dem Album „Lives In The Balance“ die Mittelamerikapolitik der USA und das 2008er-Album „Time The Conqueror“ war nichts anderes als eine Abrechnung mit der Bush-Administration.

In der Zwischenzeit unterstützte er u.a. eine Initiative für die Musikalische Erziehung in öffentlichen Grundschulen und zeigte sich 2011 bei den „Occupy Wall Street“-Protesten. All das fließt auf auch „Standing In The Breach“ in seine Songs ein. Er stellt Fragen und mahnt Entwicklungen an, ohne dabei belehrend zu sein. Und das alles noch in gute Musik verpackt, in der auch viel Countryfeeling steckt.

Verantwortlich für die starke Musik auf „Standing In The Breach“ sind seine langjährigen Bandkollegen Val McCallum (Gitarre), Mauricio Lewak (Schlagzeug), Jeff Young (Keyboard) und Bob Glaub (Bass). Mit ihnen wird er auch im Herbst auf Tour gehen. „Das ist meine absolute Wunschband, mit einigen meiner liebsten Musiker, die alle auch auf der neuen CD dabei sind. Ihre gemeinsamen Talente stützen das musikalische und emotionale Fundament meiner neuen Songs“, sagt Browne mit großem Stolz. Zu ihnen gesellt sich auf „Standing In The Breach“ noch die Pedal-Steel-Legende Greg Leisz. „Das Zusammenspiel zwischen Val McCallum und Greg Leisz auf diesem Album ist ein wirkliches Geschenk“, erfasst Brown die herausragende musikalische Qualität seines neuen Longplayers.

Wie ein gut geölter Motor, wie eine Lokomotive, die mit ordentlich Kohlen befeuert wird, tuckert und schnurrt die Musik bei Songperlen wie „Leaving Winslow“ oder „You Know The Night“. Ist ersterer ein ironisch-sarkastischer Ritt mit der Eisenbahn durch die USA, in dem er durchaus witzige Bilder für die gar nicht so lustige gesellschaftlicher Situation in den USA findet, ist der zweite ein sehr persönlicher Rückblick auf einen geliebten Menschen.

Schlüsselsongs des Albums sind natürlich der Titeltrack „Standing In The Breach“ und „Which Side“. „Standing In The Breach“ ist sein politisches Manifest in Zeiten der Umweltzerstörung und der immer größer werdenden Kluft zwischen Reichtum und Armut. Er setzt auf die Veränderung der Welt und den Erhalt des Planeten durch jeden Einzelnen. „Which Side“ ist ein perfekter und sehr cleverer Song. Er greift das Textschema und musikalische Fundament von Bob Dylans „Gotta Serve Somebody“ aus dessen christlich-missionarischer Phase auf, und stellt stattdessen die Frage „Beim Kampf um die Zukunft, Baby, auf welcher Seite bist Du?“ Und spielt damit direkt auf den alten amerikanischen Gewerkschaftssong „Which Side Are You On“ an.

Zehn neue starke Songs von Jackson Brown. Starke Texte treffen auf starke Musik. Schade, dass bislang keine Deutschland-Termine von Jackson Brown geplant sind.

Fazit: Einer der wichtigsten US-amerikanischen Singer-Songwriter meldet sich zurück und singt über das Persönliche und über das Politische. Über die Liebe und die Gefahr, dass uns dieser Planet um die Ohren fliegt. Kurzum: Er singt über das Leben. Unterhaltsam und nachdenklich machend zugleich. Ein großes Werk!

 
Jackson Browne - Standing In The Breach
 
Künstler / Albumtitel: Jackson Browne – Standing In The Breach
Format / Label / Veröffentlicht: CD, Vinyl & Digital (Rykodisc, Warner 2014)
 
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Trackliste:

01. The Birds Of St. Marks
02. Yeah Yeah
03. The Long Way Around
04. Leaving Winslow
05. If I Could Be Anywhere
06. You Know The Night
07. Walls And Doors
08. Which Side
09. Standing In The Breach
10. Here

 
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Über Thomas Waldherr (713 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: Bob Dylan, Country & Folk, Americana. Rezensionen, Specials.
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