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Americana im Pädagog: Flirrende Klänge aus dem tiefen Süden

Yannick Monot und Helt Oncale verzücken im Pädagog das Publikum mit Cajun & Zydecomusik

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Americana im Pädagog - Yannick Monot & Helt Oncale

Aus dem tiefen Süden Louisianas, aus der Landschaft der Swamps und Bayous und aus der temperamentvollen Metropole New Orleans stammt die Cajun- und Zydecomusik. Dort hingebracht haben sie die aus Kanada von den Briten vertriebenen Franzosen. Aus deren Volksmusik entwickelte sich die Cajunmusik, aus der Mischung mit kreolischer und afroamerikanischer Musik entstand Zydeco. In Deutschland hört man diese Musik kaum. Umso erfreuter waren die Macher von Americana im Pädagog mit Yannick Monot und Helt Oncale wunderbare Interpreten dieser Musik nach Darmstadt holen zu können. Und das Ergebnis war großartig!

Die beiden Künstler fesselten ihr Publikum im gut gefüllten Gewölbekeller des Theater im Pädagog fast zweieinhalb Stunden mit schöner Musik, gekonnter Performance und humorvollen Geschichten. So wie der von dem texanischen Songwriter, der in New Orleans in einem Musiklokal die richtige Frau am falschen Ort traf. Denn der Barkeeper war ihr Mann. So entstand der Klassiker „Mr. Bojangles“, den Oncale sehr eindringlich intoniert. Als Bühnenpaar sind Monot und Oncale die perfekte Kombination. Monot ist das temperamentvolle Energiebündel an Akkordeon, Mundharmonika, Dobro und Gitarre, Oncale der Mann der ruhigeren und leiseren Töne an Gitarre und Geige. Beide besitzen viel Witz, den sie in die Erklärungen und Überleitungen der Songs einbringen. So erfahren die Gäste beispielsweise von Helt Oncale etwas über Alligatoren vor dem Song „Alligator Bait“ oder Yannick Monot erzählt in einer launigen Einleitung über den französischen Sänger Hughes Auvray dessen Freund ein Zimmermann war, bevor er Auvrays französische Version des Bob Dylan-Klassikers „Girl From The North Country“ anstimmt. Bei „Le File Du Nord“ ist es dann auch mucksmäuschenstill im Saal.

Und so aufmerksam das Publikum bei den ruhigeren Passagen ist, so anerkennend ist es bei den Soloeinlagen von Monot an Akkordeon und Mundharmonika oder von Oncale an der Geige. Immer wieder Szenenapplaus. Und so überträgt sich die gute Laune von der Bühne auf das Publikum und wieder zurück. Auf der Setlist stehen an diesem Abend noch viele interessante Songs wie „Mississippi On My Mind“, Doug Kershaws „Louisiana Man“, „Let’s Go To New Orleans“ oder der „Acadien Two Step“. Die Musik aus dem tiefen Süden der USA ist temperamentvoll und flirrend und entführt das Publikum nach Louisiana. Man atmet förmlich die Luft in den Bayous und hört den Mississippi fließen.

Am Ende der gut zweieinhalb Stunden dann ringsum zufriedene Gesichter. Wieder einmal hat „Americana im Pädagog“ tolle Musik, hervorragende Künstler und viel „American Spirit“ nach Darmstadt gebracht. Und diesmal sogar einen Hauch Frankreich.. Und sowohl das Publikum, als auch die Macher sind sich einig: Mit Yannick Monot & Helt Oncale muss es unbedingt ein Wiedersehen geben!

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Über Thomas Waldherr (529 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: Bob Dylan, Country & Folk, Americana. Rezensionen, Specials.
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