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Mo Pitney: Karrierestart mit „Country“!

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Mo Pitney

Was könnte naheliegender sein, als einen Song über das bodenständige Leben abseits der großen Städte einfach nur „Country“ zu nennen? Unter diesem Titel hat sich ein 22-jähriger Sänger aus einer Kleinstadt im Norden von Illinois mit der Frage „Wofür steht eigentlich Country?“ musikalisch auseinandergesetzt. Dabei geht es im Sinne seiner Altersgenossen keineswegs um „Dirt Roads“, „Pick-Up-Trucks“ oder „Tailgate-Parties“, sondern um Werte, die schon von den musikalischen Vätern als countrytypisch besungen wurden.

Mo Pitney heißt der Youngster, der „Country“ als ein Gefühl beschreibt, dass überall stattfinden kann, auf keiner Landkarte zu finden ist und im Endeffekt im Herzen seinen Platz hat. Dieses Gefühl entsteht, wenn man bei Sonnenaufgang auf der Veranda die Gitarrensaiten zupft, mit seinem Hund am Fluss spazieren geht oder schlicht und ergreifend zur Stelle ist, wenn jemand Hilfe braucht. Ein Gefühl des Bewusstseins für seine Umgebung, ohne die egozentrische Betriebsamkeit, die den Alltag mehr und mehr vereinnahmt.

Natürlich findet dieses Feeling auch seinen Ausdruck in der Musik. In der zweiten Strophe des Songs heißt es: „Wer sich per Anhalter nach Nashville durchschlägt, um eine Opry-Show zu sehen oder durch die Lande reist, nur um guten Country zu hören, trägt dieses Gefühl in sich.“ Pitney, der im Alter von 12 Jahren mit Gitarre spielen begann und Johnny Cashs „At San Quentin“ als sein Einstiegswerk bezeichnet, wendete sich zunächst dem Bluegrass zu, bevor ihn die Songs von Keith Whitley zum Country zurückführten. Diese innere Überzeugung spiegelt sich folglich in der Interpretation seiner Hitsingle wieder.

Dieser leise, nachdenkliche Song setzt einen starken Gegentrend zu der vordergründigen „Bro-Stilistik“ und führt das Wesen des Country mit einer fließenden Melodie und Mo Pitneys intimer Interpretation auf seinen wahren Kern zurück. Seit Easton Corbin hat kein New-Country-Newcomer so frisch und gleichzeitig traditionsnah geklungen. Die Kritiker sind begeistert und selbst das trendsetzende Countryradio kann sich dem Charme dieses Songs, der seit mittlerweile 15 Wochen in den Billboard Airplay Charts Einzug hält, nicht entziehen.

Am Ende von Country wird es dann noch mal nationalbewusst bis melancholisch. „Country“ ist auch das Gefühl, am Nationalfeiertag die Parade vor dem Courthouse Square zu erleben oder in die traurigen, braunen Augen einer Mutter zu blicken, die den Namen ihres gefallenen Sohnes am Grabstein berührt. Zurück bleibt in jedem Fall das Gefühl, dass Country sehr viel mehr ist als das was die spaßbezogenen Trendsetter dem Publikum aktuell präsentieren.

Kann der talentierte Newcomer Mo Pitney nun mit diesem Song die Szene aufmischen und eine Trendwende auslösen? Die realistische Antwort lautet: Solange die oberflächlichen Partythemen kommerziell funktionieren, macht eine Schwalbe allein noch keinen Sommer. Dennoch spürt man auch bei den großen Künstlern der Szene eine stärkere Hinwendung zur Tradition und genau dies dürfte dem Genre auf lange Sicht zu Gute kommen.

Das Lyric-Video zu „Country“:

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Über Bernd Wenserski (587 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: New Country. Rezensionen und Specials.
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