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Dave Rawlings Machine: Nashville Obsolete

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Dave Rawlings Machine (Nashville Obsolete)

Es gibt Musik-Acts, die werden mit teurer Produktion und viel Werbung aufgeblasen und hinter den Fassaden ist eigentlich gar nicht so viel. Und es gibt Musik, die ist schlicht arrangiert und zurückhaltend produziert, aber sie berührt einen, weil sie Tiefgang und Seele hat. Und weil solche eine Musik immer in Gefahr ist, überhört zu werden, trommle ich heute einfach mal ganz laut für die Dave Rawlings Machine und deren Album Nashville Obsolete.

Dave Rawlings ist als Produzent der „Old Cow Medicine Show“, den „Daws“ und von Gilian Welch bekannt, mit der er auch seit einiger Zeit liiert ist. Gilian wurde ja durch ihre Mitwirkung am „O Brother, Where Art Thou?“-Soundtrack schlagartig bekannt. Welchs von Rawlings produzierte Musik ist sparsam instrumentiertes oftmals dunkles Americana, das auch als „American Primitivism“ bezeichnet wird.

Zusammen mit Gilian und anderen Musikern hat Dave noch das Live-Projekt „Dave Rawlings Machine“ am Laufen. In den Konzerten spielen sie beschwingte Bluegrass, Folk, Country, Singer-Songwritermusik. Auf der zweiten Platte von „Dave Rawlings Machine“ ist die Musik irgendwo zwischen Gilians Solomusik und den Live-Performances von Dave und seinen Kumpanen angesiedelt. Weder ganz dunkel und schwermütig noch völlig leuchtend und beschwingt, sondern zart, melodisch, oft nachdenklich und manchmal sperrig. Und hier und da klingt der gute Dave (Rawlings) ganz nach dem alten Bob (Dylan).

Es sind nur sieben Songs. Aber die sind allesamt faszinierend. Großes Thema des Albums ist das uramerikanische „On The Road“. Sowohl „Weekend“, als auch „The Trip“ und „Pilgrim“ spielen unübersehbar mit dem Klischee, ohne es zu strapazieren. Im Gegenteil: Rawlings Variationen zum Thema sind frisch und stark. Schon mit „The Weekend“ malt er mit ganz leichten Pinselstrichen nur die Andeutung alter romantischen Wildwest-Romanzen, wenn er von „der Ballerina, der Opernsängerin, der Southern Belle“ singt. Höhepunkt des Albums ist zweifellos der elf Minuten lange Roadsong „The Trip“, ganz in der erzählerischen und bildreichen Tradition Dylans, quasi ein Country-Pendant zu dessen rastlosen und verschlungenen Folk-Roadmovie „Tangled Up In Blue“.

Unterlegt sind Rawlings‘ und Welchs-Stories mit wundervoller Country-Folkmusik. Schönes Guitar-Fingerpicking von Dave, dazu beschwingtes Geigen- und Mandolinenspiel für das Brittany Haas (Fiddle) und Jordan Tice (Mandoline) verantwortlich sind, die das reguläre Setting, das aus Daves Mitmusikern Willie Watson (Old Crow Medicine Show) und Paul Kowert (Punch Brothers) besteht, erweitern. Weitere starke Songs sind „The Last Pharao“, das ganz ein Stück der schwarzen Old Time String Band „Mississippi Sheiks“ sein könnte und „Candy“, das musikalisch seinem Namen alle Ehre macht. Wie es sich hier überhaupt um ein musikalisch feines, zärtliches Album handelt. Alte Musiktraditionen bewahrend, stellt es bestes Americana dar. Und der Name verrät: Im heutigen Nashville-Country-Mainstream ist für solche Musik kein Platz mehr.

Fazit: Eine der schönsten Americana-Platten 2015. Zart, unaufdringlich, aber stets berührend und faszinierend. Prädikat: Höchste Südstaaten-Front-Porch-Tauglichkeit!

Dave Rawlings Machine - Nashville Obsolete

Titel: Nashville Obsolete
Künstler: Dave Rawlings Machine
Veröffentlichungstermin: 18. September 2015
Label: Acony Records
Vertrieb: Cargo Records
Format: CD & Digital
Laufzeit: 44:47 Min.
Tracks: 7
Genre: Americana

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Trackliste:

01. The Weekend
02. Short Haired Woman Blues
03. The Trip
04. Bodysnatchers
05. The Last Pharaoh
06. Candy
07. Pilgrim (You Can’t Go Home)

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Über Thomas Waldherr (616 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: Bob Dylan, Country & Folk, Americana. Rezensionen, Specials.
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