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Cam: Untamed

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Cam (Untamed)

Zum Ende des Countryjahres 2015 dürfen wir uns über das Albumdebüt einer vielversprechenden weiblichen Künstlerin freuen. Camaron Marvel Ochs lautet der bürgerliche Name der 31-jährigen Kalifornierin, die unter dem Kürzel Cam zum leisen Aufstieg des Female Country in diesem Jahr beigetragen hat. Neben Little Towns „Girl Crush“ und Jana Kramers „I Got The Boy“ konnte „Burning House“ als dritte Ballade einer weiblichen Leadvokalistin eine Edelmetallauszeichnung abräumen.

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Die für die moderne Countryszene untypische, reduziert-arrangierte Songperle wird von ihrer Sängerin mit maximaler Hingabe interpretiert und beweist, dass auch die leisen Töne in den Zeiten der synthetischen Feelgood-Songs Gehör finden können. Nicht zu Unrecht hat das renommierte Rolling-Stone-Magazine „Burning House“ kurzerhand auf Platz 1 der besten Countrysongs des Jahres 2015 gesetzt.

Die damit verbundene Erwartungshaltung gilt es nun auf dem 11-teiligen Debütalbum mit dem Titel Untamed zu bestätigen. Die Zusammenarbeit mit dem Produzententeam Tyler Johnson und Jeff Bhasker (Kanye West, Bruno Mars u.a) lässt schon mal einen populären, chartfreundlichen Einfluss vermuten. Dass ihr Cross-Over-Flirts keineswegs fremd sind, hatte die engelsgleich gelockte Blondine bereits als Songwriterin für Miley Cyrus‘ letztes Album „Bangerz“ angedeutet.

Mit ihrer vierteiligen EP „Welcome To Cam Country“ konnte die Singer-Songwriterin aus der Kleinstadt Lafayette nahe San Francisco zu Beginn des Jahres schon mal ein erstes Statement abgeben. Dieses bildet letztlich auch das Gerüst für „Untamed“, welches sich als stilistisch variables und gefühlvoll interpretiertes Modern-Countryalbum präsentiert.

Der Titelsong startet schon mal stilecht „ungezähmt“ mit einem zirpenden Grillenintro, das in eine bluesige Harp übergeht und von einem „stompy beat“ nach vorne gepeitscht wird. Fühlt sich zunächst ein wenig nach Mississippi-Delta-Blues an, bevor durch Cams Interpretation eine fetzige Pop-Note hinzufügt wird. In jedem Fall ein gelungener Start! Auf „Hungover On Heartache“ machen wir erst mal Bekanntschaft mit der Abteilung melodischer Country-Pop, wie er von den Airplay-Stationen sicher gerne aufgenommen wird. Dieses Schema bedient Cam auch auf dem bereits als Single veröffentlichten „My Mistake“, das mit einem nostalgischen 90’s-Style zu überzeugen weiß.

„Want It All“ könnte der Schlüsselsong für Cams weitere Karriere werden, mit dem sich der Megaerfolg von „Burning House“ kommerziell fortsetzen ließe. Vielleicht ist es gerade dieser schräg zurückgenommene Refrain, der sich in den Gehörgängen festsetzt und im Countryradio virale Wirkungen auslösen könnte. Auch „Half Broke Heart“ überzeugt durch einen unangestrengten Groove, der sich ein wenig wie die kleine Schwester von Kenny Chesneys „Save It For A Rainy Day“ anfühlt.

Cams Fähigkeiten als Songwriterin kommen immer dann besonders zum Vorschein, wenn der Country über die Popbeilagen die Oberhand gewinnt. Kostproben sind das großartig inszenierte, bittersüße „Cold In California“ oder das mit einem funky Beat unterlegte, witzige „Country Ain’t Never Been Pretty“ – Songs, die dem melancholisch-ironischen Tiefgang einer Kacey Musgraves durchaus nahe kommen. Auf dem String-Rocker „Runaway Train“ beweist Cam ihre Upbeat-Qualitäten, während das mit einer zarten Melodik behaftete „Mayday“ zu den gesanglichen Highlights zählt. Wer ungeschminkte Balladen mit dem Tiefgang eines „Burning House“ erwartet, braucht ein wenig Geduld und wird dann zum Abschluss mit dem feinsinnig-lyrischen „Village“ belohnt.

Was als Eindruck zurückbleibt, ist ein variantenreiches Album einer melodisch begabten und sensiblen Singer-Songwriterin, das auch in einer akustisch-arrangierten Unplugged-Version großartige Wirkung erzielen dürfte.

Fazit: Cam, die blonde Singer-Songwriterin aus Kalifornien, kann mit ihrem Albumdebüt „Untamed“ ein Highlight für die im Aufbruch befindliche weibliche Countryszene setzen. Das sensible Songwriting steht über allem und schimmert auch an den wenigen Stellen durch, an denen die Country-Pop-Schminke etwas dicker aufgetragen wurde. Wir erleben eine Interpretin, die den Spagat zwischen Kunst und Kommerz mit Bravour erfüllt und sich damit als vorweihnachtliche Empfehlung für den Countrygabentisch anbietet.

Cam - Untamed

Titel: Untamed
Künstler: Cam
Veröffentlichungstermin: 11. Dezember 2015
Label: Arista Nashville
Vertrieb: Sony Music
Laufzeit: 37:20 Min.
Format: CD & Digital
Tracks: 11
Genre: Country
Bewertung: 4,5 von 5 möglichen Punkten!

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Trackliste:

01. Untamed
02. Hungover On Heartache
03. Mayday
04. Burning House
05. Cold in California
06. My Mistake
07. Runaway Train
08. Half Broke Heart
09. Want It All
10. Country Ain’t Never Been Pretty
11. Village

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Über Bernd Wenserski (598 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: New Country. Rezensionen und Specials.
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