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Truck Stop: Ein Stückchen Ewigkeit

Truck Stop liefern mit "Ein Stückchen Ewigkeit" ein abwechslungsreiches Album bei dem keine Sekunde Langeweile aufkommt.

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Truck Stop - Ein Stückchen Ewigkeit Truck Stop - Ein Stückchen Ewigkeit. Bildrechte: Telamo

Es ist wieder einmal soweit: Deutschlands populärste Countryband war im Studio und nun können die Fans das Resultat bewundern. Knapp zwei Jahre nach „Made in Germany“ legen Truck Stop ihren neuen Silberling Ein Stückchen Ewigkeit mit 14 brandneuen Songs vor. Nach ihren letzten Alben, die vollends musikalisch überzeugten, liegen die Erwartungen nun besonders hoch. Kann die Band auch hier begeistern?

Um die Frage schon vorab zu beantworten: Ja! „Ein Stückchen Ewigkeit“ ist wieder ein typisches Truck-Stop-Album geworden, musikalisch frisch und modern, die Themen mitten aus dem Leben, unterhaltsam und oft mit einem Augenzwinkern dargeboten. Stets auf der Höhe der Zeit. Dabei ist Countrymusic für Truck Stop kein starres Korsett, in das sie sich hineinzwängen müssen. Vielmehr lassen sie immer wieder die Noten in die eine oder andere Richtung tänzeln. Wie beim Titelsong und Opener „Ein Stückchen Ewigkeit“ – das bereits vorab als Single ausgekoppelt wurde. Wenn man über etwas Fantasie verfügt, könnte man sich dieses Lied durchaus als „Stadion-Hymne“ vorstellen, mit einem mitreißendem Rhythmus und einem eingängigen Refrain. Dazu ein lebensbejahender Text, der das Leben und die Liebe feiert.

Immer wieder greifen Truck Stop in ihren Liedern das Thema Liebe auf. Dabei beschränkt sich das nicht nur auf die Zwischenmenschliche, sondern ebenso die zu ihrer Stadt Hamburg – u.a. zu Hören in „Das Gold der Elbe“, eine Liebeserklärung an all das, was ihre Stadt ausmacht, an den Hafen, den Fischmarkt, St. Pauli. „Uns gehört die Welt“ ist eine flotte Countrynummer, mit Fiddle, Steel und einem augenzwinkernden Text: „Wir stapeln keine Schätze, wir stehlen nicht dein Geld, doch wir gehen wohin wir wollen, denn uns gehört die Welt“. Wirkliche Freiheit hängt eben nicht ab von Reichtum und Geld. Fazit, es gibt ein Leben vor dem Tod – oder wie es Gunter G. einst ausdrückte: „Der letzte Wagen ist immer ein Kombi“, man kann halt nichts mitnehmen in die Ewigkeit.

Vielleicht ist aber der Tod nicht wirklich das Ende, sondern für einen Musiker die Möglichkeit, irgendwann in der besten Band der Welt zu spielen. „Helden“ dieser Song ist eine Hommage an Johnny Cash und andere musikalische Vorbilder. Die Geschichte: Ein Fremder im Hotel – abends alleine an der Bar. Ein Engel setzt sich zu ihm, um ihn abzuholen, in die Ewigkeit. Dort wartet eine Band mit all seinen Helden, von Johnny Cash, Chuck Berry bis Tom Petty, auch Cisco und Lucius sind dort. Ganz locker kommt seine Antwort: „Ruhig, Brauner, das geht mir jetzt ’n bisschen schnell, ich find’s eigentlich ganz cool hier im Hotel“. Das Lied ist auch ein kleiner Seitenhieb auf die vielen Talent-Shows der TV-Sender auf der stetigen Jagd nach Quotenhochs, die inflationär den nächsten Super- oder Megastar suchen, die – einmal gekürt – jedoch schnell verheizt werden und in Vergessenheit geraten. Anders ergeht es da den besungenen „Helden“ von Johnny Cash bis Kurt Cobain, die nun wieder vereint sind und gemeinsam in einer Band spielen, deren Musik man auch noch in 100 Jahren hören wird.

Neben den flotten Countrynummern gibt es auch wieder emotionale Balladen zu hören, wie „Nimm mich mit“ und das nachdenkliche „Alter Mann“. Eines der unumstrittenen Highlights aber ist der Abschlußsong „Still so still“, eine gefühlvolle Ballade über die Flucht vor dem Lärm und der Hektik der Großstadt und dem Wunsch nach Stille: „Bringt mich dahin, wo die Wüste ist, wo ich dem Lärm der Zeit entrinn“. Wer kennt das nicht?

Wer die Band kennt, weiß: Truck Stop können auch lustig, manchmal sogar bis hin zum „Klamauk“. Auch auf dem neuen Album gibt es wieder die Lieder zum Schmunzeln. Oft singt die Knut, dem sie offensichtlich gut liegen, und so erklärt er voller Überzeugung „Spart Wasser, trinkt Bier“ – man ist sofort versucht, auf ihn zu hören, nur um das Weltklima zu retten. Mit „Männergrippe“ brummt auch Teddy einen humorvollen Text ins Mikro, ganz in seiner unnachahmlichen Art. Der Kreis zum vorherigen Song schließt sich mit seinen letzten Worten: „Da vertrau ich doch auf mein Hausmittel, diesen gelben schäumenden Gerstensaft“.

Auch die Cowboys von der Waterkant haben schon mehr als einmal die Brummi-Fahrer und ihren schweren Alltag, ihre Sorgen und Nöte, besungen. Doch es gibt noch mehr harte Kerle da draußen, die ein musikalisches Denkmal verdienen. In „Die Männer von der Bahn“ geht es um die Arbeiter, die bei jedem Wetter ihren Job machen. Sie sind stahlhart, genau so wie der klopfende Rhythmus eindringlich die flotte Melodie voran peitscht.

Fazit: „Ein Stückchen Ewigkeit“ ist ein typisches Truck Stop-Album, das viele Spielarten der Countrymusik ausreizt, dabei frisch und modern klingt. Das Album ist musikalisch abwechslungsreich, so dass der Zuhörer auch beim Durchhören kein Stückchen gelangweilt wird, sondern voller Spannung auf den nächsten Ton wartet. Auch thematisch zeigt sich die Band offen, eine Portion Humor ist immer mit dabei, aber auch mal Nachdenkliches. Dabei greifen sie nicht auf platte Textbausteine oder abgedroschene Klischees zurück. Ein Album für ein Stückchen Ewigkeit.

Truck Stop – Ein Stückchen Ewigkeit: Das Album

Truck Stop - Ein Stückchen Ewigkeit

Titel: Ein Stückchen Ewigkeit
Künstler: Truck Stop
Veröffentlichungstermin: 15. März 2019
Label: Telamo
Vertrieb: Warner
Format: CD & Digital
Laufzeit: 46:37 Min.
Genre: Country

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Trackliste: (Ein Stückchen Ewigkeit)

01. Ein Stückchen Ewigkeit
02. Moin, Moin
03. Das Gold der Elbe
04. Uns gehört die Welt
05. Helden
06. Er hat Dich
07. Alter Mann
08. Ich bin der letzte Gast, der geht
09. Nimm mich mit
10. Freundschaft bleibt
11. Spart Wasser, trinkt Bier
12. Männergrippe
13. Die Männer der Bahn
14. Still, so still

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Über Andreas Weihs (47 Artikel)
Fotograf und Journalist. Fachgebiet: Country & Folk. Rezensionen und Konzertberichte.