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Mapache: From Liberty Street

Folk meets Cosmic-Country meets Mexico meets Everly Brothers.

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Mapache - From Liberty Street Mapache - From Liberty Street. Bildrechte: Yep Roc

Eine ungewöhnliche musikalische Mischung haben die beiden eingeschworenen Freunde von Mapache, Sam Blasucci und Clay Finch, da wieder angesetzt. Auf ihrem neuen Album From Liberty Street changiert die Musik der beiden Jungs aus Los Angeles von amerikanischer zu mexikanischer Folklore, von Cosmic Country zu Bakersfield Sound. Und als Sahnehäubchen obendrauf singen die beiden Goldkehlchengleich wie die Everly Brothers. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, wie vielfältig mittlerweile Americana ist, die beiden liefern ihn.

„Diese Platte kommt dem Sound von zu Hause so nahe wie möglich“, sagt Sam Blasucci. „Wir haben es mit ein paar Freunden in dem Haus aufgenommen, wo wir in einem Viertel gelebt haben, das wir liebten. Es herrschte durch und durch eine familiäre Atmosphäre.“ Kein Wunder, dass Mapache ihr neues Album zu Ehren dieses Ortes benannt haben: Liberty Street.

Die Text sind einfach und klar, und nach Blasuccis Aussage zu einem großen Teil während des Tourens entstanden. Nicht aber der erste Track. „Life on Fire“ ist ein gefällig, schnurrender Laid-back-Song, der einige Jahre gereift ist, bevor nun die Zeit fällig war, ihn zu veröffentlichen. Mit dem zweiten Song unterstreichen die beiden dann ihren Beinamen als „Californian Cosmic Cowboys“. Ein herrlich leichtfüßig daher kommender Song, der in seinen besten Momenten an die Urahnen dieser Musik, Gram Parsons und Roger McGuinn erinnert.

Mit dem dritten Stück „Me Voy Pa’l Pueblo“ kommt dann bereits ein weiteres Fundament ihrer Musik ins Spiel. Die mexikanische Folklore. Blasucci war in Mexiko zwei Jahre als Missionar tätig und vertiefte sich in die lokale Kunst und Kultur. „Traditionelle mexikanische Musik war schon immer ein wichtiger Einfluss auf unseren Sound“, sagt Blasucci. „Mit diesem Album hatten wir mehr Zeit als je zuvor, um in diese Welt einzutauchen.“ Deshalb sind auch gleich mehrere Stücke in spanischer Sprache darauf enthalten.

Doch manchmal entpuppt sich Vielfältigkeit als Beliebigkeit und Laid-back als Langeweile. Denn nach dem recht schönen Beginn plätschert alles so nett und harmlos vor sich hin. Da singen sie über einen Fisch („Cherry Barb“), über die „Cactus Flower“ und über einen „Coyote“. Und das immer gefällig, durchaus auch humorig, aber doch sehr, sehr soft.

Und so fällt im Vergleich zu dem starken Americana mit engagierten und kritischen Texten, wie wir es zuletzt von einigen Protagonisten gehört haben, das Werk der Everly-Wiederkehrer dann doch erschreckend harmlos aus: Ein bisschen Liebe, sei gut zu Pflanzen und Tieren, Lust auf Mexiko und nette Musik.

Fazit: Die beiden sind wirklich nette Jungs und gute Musiker. Doch irgendwie weiß man nicht so recht wo es hingeht. Musik die so im Hintergrund nett laufen kann, ist nicht der geeignete Soundtrack in diesen Zeiten. Und um wirklich Menschen zu beruhigen und ihnen Kraft zu geben, dazu fehlt die Eindringlichkeit, die Haltung und die Utopie. Nett sein allein reicht heute nicht mehr.

Mapache – From Liberty Street: Das Album

Mapache - From Liberty Street

Titel: From Liberty Street
Künstler: Mapache
Veröffentlichungstermin: 20. März 2020
Label: Yep Roc
Vertrieb: Bertus Musikvertrieb GmbH
Formate: CD, Vinyl & Digital
Laufzeit: 39:44 Min.
Tracks: 14
Genre: Americana

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Trackliste: (From Liberty Street)

01. Life On Fire
02. Read Between The Lines
03. Me Voy Pa’l Pueblo
04. Cactus Flower
05. See Through
06. Face Is Blue
07. Cowboy
08. Liberty Street Blues
09. Me Da Muerte
10. Coyote
11. Cherry Barb
12. Igual
13. To Play For All Of You
14. I Just Steal Away And Pray

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Über Thomas Waldherr (550 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: Bob Dylan, Country & Folk, Americana. Rezensionen, Specials.
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