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Melissa Carper: Daddy’s Country Gold

Mit der Hilfe großartiger Musiker aus Nashville ist Melissa Harpers Album ein ebenso entspanntes, wie humorvolles und vor allem swingendes Album geworden.

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Melissa Carper - Daddy's Country Gold Melissa Carper - Daddy's Country Gold. Bildrechte: Mae Records, Free Dirt Records

Man nehme eine klasse Old Time Countrymusikerin und bringe sie zusammen mit Dennis Crouch von den „Time Jumpers“. Wenn der dann noch so tolle Musiker wie Ranger Doug („Time Jumpers“, „Riders In The Sky“) und Chris Scruggs (Enkel von Earl Scruggs, Mitglied von Marty Stuarts „Fabulous Superlatives“) mitbringt, und sich um die Produktion des Albums kümmert, dann entsteht so was Feines wie Daddy’s Country Gold.

Melissa Carper ist eine, die eigentlich immer auf Wanderschaft ist. Ursprünglich stammt sie aus Nebraska, dann hat sie einige Jahre in Arkansas verbracht, dann tauchte sie in die Musikszene von Austin, Texas ein. Sie gründete dort die Band „Buffallo-Gals“ und zog schließlich mit Band-Kollegin und Freundin Rebecca Patek nach Nashville. Dort ergaben sich dann die Kontakte zu Chris Scruggs und Dennis Crouch und die Aufnahmen von Melissas zweitem Soloalbum „Daddy’s Country Gold“.

Zusammen mit Co-Producer Andrija Tokic schneiderten sie den modernen Songs von Melissa ein schönes Vintage-Gewand. In Melissas Songs geht es um Ziegenfarmen (Would You Like To Get Some Goats?), alte Familien-Vans (My Old Chevy Van) und einer Sehnsucht nach dem einfachen Leben auf dem Land (Arkansas Hill). Doch im Gegensatz zu anderer zeitgenössischer Countrymusik wirkt das hier nie pathetisch oder rückwärtsgewandt. Im Gegenteil, sie geht damit mit viel Humor und Ironie um, spielt auch immer mit den Klischees. Und so ist auch der Titel keineswegs alleine eine Ode an den hart arbeitenden Vater, wie man sie so gerne in der Countrymusik schreibt, sondern eine Reminiszenz an ihren Spitznamen, den sie von ihren Bandkolleginnen bekam. „Daddy“ wird sie seitdem genannt, weil sie (fast) immer alles regeln kann und eine Lösung findet.

Doch Ironie und Humor ist bei Melissa Carper keine Masche. Sie arbeitet gerne mit diesen Mitteln, um die Zuhörenden zu erreichen. So hat sie in einem früheren Song, „Christian Girlfriend“ ihre eigene Jugend in einer christlichen Familie, für die lesbisch sein eine Sünde war, ironisch verarbeitet. Dass sie trotz all dieser Erfahrungen ihren Traum vom Landleben aufrechterhält, zeigt ihr verbindendes Wesen, das jede Ausgrenzung ablehnt. Daher kann sie auf diesem Album auch so eine wunderschöne Liebeserklärung schreiben wie „Old Fashioned Gal“.

Fazit: Wunderbare neue Countrymusik in alter Form. Swingt, beschwingt und erfreut. So hat Country auch jenseits des Mainstreams eine Zukunft!

Melissa Carper – Daddy’s Country Gold: Das Album

Melissa Carper - Daddy's Country Gold

Titel: Daddy’s Country Gold
Künstlerin: Melissa Carper
Veröffentlichungstermin: 16. April 2021
Label & Vertrieb: Mae Music, Free Dirt Records (Galileo Music Communication)
Formate: CD, Vinyl & Digital
Tracks: 12
Gesamtlänge: 41:57 Min.
Genre: Americana, Country, Western Swing

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Trackliste: (Daddy’s Country Gold)

01. Makin‘ Memories
02. I Almost Forgot About You
03. Back When
04. Old Fashioned Gal
05. You’re Still My Love
06. Would You Like To Get Some Goats?
07. My Old Chevy Van
08. Arkansas Hills
09. It’s Better if You Never Know
10. I’m Musing You
11. Many Moons Ago
12. The Stars are Aligned

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Über Thomas Waldherr (639 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: Bob Dylan, Country & Folk, Americana. Rezensionen, Specials.
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