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Markus Rill: Times Are Strange

Punktgenau zum 80. Geburtstag legt der Americana-Singer-Songwriter mit "Times Are Strange" eine mit guten Freunden eingespielte Bob Dylan-Songsammlung vor.

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Markus Rill - Times Are Strange Markus Rill - Times Are Strange. Bildrechte: Künstler, Promo

Markus Rill ist seit vielen Jahren einer der wichtigsten Americana-Musiker hierzulande. Mit im Gepäck sind bei ihm immer auch Songs seiner Helden Townes van Zandt und Bob Dylan. Doch erst jetzt, in der Pandemie und kurz vor Dylans 80. Geburtstag, legt er mit Times Are Strange ein eigenes im Heimstudio aufgenommenes Bob Dylan-Cover-Album vor. Acht Songs bilden das kleine und feine Tribute-Projekt bei dem Rill von einigen guten Freunden begleitet wird. Obwohl Rill bei jedem Stück von anderen Musikerkollegen unterstützt wird, ist das Ganze aus einem Guss und immer hundert Prozent Rill.

Den Auftakt macht das geheimnisvolle „Man In The Long Black Coat“ in einer Bandbesetzung mit Dave Coleman (Guitars & Bass), Robert Hasleder (Lap Steel & Irish Bouzouki), Achim Gössl (Piano & Organ), Jan Hees (Drums), Robert Oberbeck (Backing Vocals). Rill & Co schaffen es hier das flirrende, fließende und bedrohliche der Originalfassung zu adaptieren, ohne sie einfach zu kopieren. Das Zusammenspiel des Rill-Freundeskreises ist perfekt, der Song geht ins Ohr.

Dass man Dylan bloß nicht zu ernst nehmen darf, daran orientieren sich glücklicherweise auch Rill und seine Kollegen. So wird das so oft gespielte „Don’t Think Twice, It’s Allright“ im Zusammenspiel mit Joseph Parsons durch augenzwinkernden Humor aufgefrischt. Wenn die beiden am Ende eine neue Strophe einflechten, die in „You’ll understand your man“ endet, dann befreit das vom Ballast des Dylan-Denkmals und macht einfach richtig Spaß. Beim melancholisch bitter-zarten „Most Of The Time“ ist die Schwedin Annika Fehling mit Gesang und Klavier seine Partnerin. Auch bei dieser schönen Fassung merkt man, dass die beiden schon einige Zeit lang immer wieder einmal zusammenspielen. „Sweetheart Like You“ kommt als Geradeaus-Folkstück, das von Frank Engelmann gekonnt mit der E-Gitarre umspielt wird.

„Wanted Man“ schrieb Bob Dylan, veröffentlicht aber wurde es aber von Johnny Cash u.a. beim berühmten Gefängniskonzert in San Quentin. Auch den Song setzt Rill auf ein gerades Gleis und steuert ihn routiniert und lässig nach Hause, unterstützt von Leonardo von Papps Percussion. Nahtlos knüpft da das dem Album den Namen gebende „Things Have Changed“ an, ehe mit dem beiden Sixties-Hymnen „Blowin‘ In The Wind“ und „Chimes Of Freedom“ die Herren Rill, Garthe und Oberbeck im gekonnten Potpourri behende auf die Zielgerade einbiegen. Folgt mit „Not Dark Yet“ das dunkle Spätwerk als Kontra- und Schlusspunkt von Markus Rill im Zusammenspiel mit Dennis Krastinat (Electric Guitar) und Achim Sauer (Klavier). Die melancholische Flüchtigkeit der Gedanken ist der ideale Abschluss des Albums.

Fazit: Ein feines Tribute, das genau die richtige Balance findet zwischen Respekt und Aneignung des Dylan’schen Liedguts.

Markus Rill – Times Are Strange: Das Album

Markus Rill - Times Are Strange

Titel: Times Are Strange
Künstler: Markus Rill
Veröffentlichungstermin: 21. Mai 2021
Label: Home Recording
Formate: Digital
Tracks: 8
Genre: Americana

Das Album ist auf www.markusrill.bandcamp.com erhältlich.

Trackliste:

01. Man In The Long Black Coat
02. Don’t Think Twice It’s Alright w/ Joseph Parsons
04. Sweetheart Like You
05. Wanted Man
06. Things Have Changed
07. Blowin‘ In The Wind/Chimes Of Freedom w/ Maik Garthe & Robert Oberbeck
08. Not Dark Yet

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Über Thomas Waldherr (626 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: Bob Dylan, Country & Folk, Americana. Rezensionen, Specials.
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