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Jonah Smith begeistert im Music Star

Das Konzert des US-Singer-Songwriters im legendären Norderstedter Music-Club ist eine umjubelte Performance eines reifen Künstlers.

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Jonah Smith im Music Star Jonah Smith im Music Star. Bildrechte: Thomas Waldherr

Er ist schon seit 20 Jahren im Geschäft, hat schon mit Levon Helm, Bonnie Raitt und Ruthie Foster zusammengearbeitet und ist dennoch immer noch eine Art Geheimtipp: Der New Yorker Singer & Songwriter Jonah Smith. Das fantastische, funkensprühende Konzert vor ein paar Tagen im Norderstedter Music Star machte einmal mehr deutlich, dass das Musikbusiness doch sehr ungerecht sein kann. In einer besseren Welt wäre er ein gefeierter Erfolgskünstler.

Vergleiche mit „The Band“

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Denn der Mann mischt Folk, Rock, Country und Soul in einer so organischen Weise, dass man ihn nicht umsonst mit der legendären „Band“ vergleicht und ihn sogar in die Nähe eines Bob Dylan rückt. Doch auch ohne diese Superlative zu bemühen: Er ist – und das bewies sein Konzert in der Nähe von Hamburg – eine Ausnahmeerscheinung. Markante Stimme, virtuos an den Keyboards, kompositorisch beschlagen und noch dazu ein großes Songwriter- und Performertalent – so zog er das Publikum im legendären, bis auf den letzten Platz gefüllten, Club von Anfang an in seinen Bann.

Mal funky-groovig, mal akustisch-zurückhaltend

Begleitet von seiner dreiköpfigen Band rund um Ben Forrester an der Gitarre, spielt Jonah meist Keyboard, ab und zu greift er zur akustischen Gitarre. Er spielt Songs wie das soul-bluesige „Hevy Hangs The Crown“, das er im Original zusammen mit der texanischen Bluesmeisterin Ruthie Foster aufgenommen hat. Ein straight nach vorne treibendes Stück. Funkig und soulig und groovig wird es dagegen bei „Swamps Of Georgia“, die Geschichte eines jugendlichen Road-Trips. Mit düster-polterndem Rhythmus wird „This House Ain’t No Fun“ zu einem der Highlights des Konzerts. Ganz anders „Ocala“. Hier spielt er ganz verhalten die Akustikgitarre und stellt die Geschichte in den Vordergrund, die davon handelt wie ein Moment ein ganzes Leben verändern kann.

Das Konzert lebt von diesen stetigen Themen- und Tempowechseln. Immer wieder versucht er auch das Publikum zum mitmachen zu animieren, baut so eine Beziehung zum begeisterungsfähigen Publikum her. Mit „World Without Love“ schließt er zu diesen düsteren Zeiten passend das Konzert.

Tribut für Levon Helm

Um dann in der Zugabe noch einmal der Hoffnung auf Erlösung Ausdruck zu verleihen. Denn am Ende spielt er anlässlich dessen 10. Todestag ein Tribut für Levon Helm, mit dem er noch in dessen Barn in Woodstock aufgetreten ist. „I Shall Be Released“, der von Richard Manuel von „The Band“ und Bob Dylan geschriebene Klassiker wird vom ganzen Saal gesanglich begleitet und so endet das mehr als zweistündige Konzert mit einer Ehrbezeugung an einen Künstler in dessen Vermächtnis sich Jonah Smith schon seit geraumer Zeit eingereiht hat. Am Ende strahlen alle und sind glücklich dabei gewesen zu sein.

Music Star-Motor: Wolfgang Sedlatschek

Zu verdanken ist dieses und viele andere großartige Konzerte von Americana-Größen wie Eilen Jewell, Teresa James oder Terry Lee Hale dem Motor des Clubs, Wolfgang Sedlatschek. Er hat den unscheinbaren Raum an einem Einkaufszentrum zu einem der Americana-Musiktempel der Republik gemacht. Menschen wie Sedlatschek sorgen dafür, dass Americana in Deutschland eine ansehnliche Fangemeinde gewonnen hat.

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Über Thomas Waldherr (811 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: Bob Dylan, Country & Folk, Americana. Rezensionen, Specials.
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