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Neal Black & The Healers: Wherever The Road Takes Me

Der texanische Roots-Musiker blickt mit einem Doppelalbum auf eine über dreißigjährige Karriere zurück.

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Neal Black & The Healers - Whereever The Road Takes Me Neal Black & The Healers - Whereever The Road Takes Me. Bildrechte: Dixiefrog

Es gibt die ganz Großen der texanischen Musikszene wie Willie Nelson für die Countrymusik, Gary Clark Jr. für den Blues. Und es gibt die, die eher in der zweiten Reihe stehen, ohne die aber der Erfolg der Texas Roots Music gar nicht möglich wäre. Solch einer ist Neal Black. Der auch als The Master of High Voltage Texas Boogie bezeichnete Künstler stammt aus San Antonio und ist der Sohn einer deutschen Mutter und eines indianischen Vaters.

In den 1980er Jahren war Neal Black eine feste Größe in der texanischen Bluesszene und eröffnete Shows für: Stevie Ray Vaughan, Albert King, Fabulous Thunderbirds, Omar & The Howlers, Johnny Copeland, George Thorogood, Leon Russel oder Paul Butterfield. In den 1990ern zog es ihn nach New York, wo er sich einen Namen als Gitarrist und Songwriter machte und dann seine Band „The Healers“ gründete. Mit ihnen brachte er 1993 dann sein erstes Studioalbum bei der Firma Dixiefrog heraus. Seiner Band und seinem Plattenlabel ist er bis heute treu geblieben.

Nun hat er dort mit Wherever The Road Takes Me eine Best Of-Collection aus dreißig Jahren veröffentlicht, die die ganze Bandbreite seines Schaffens zeigt. Zwar steht er auf einem Southern Bluesrock-Fundament, aber die TexMex, Country und Folk-Einflüsse sind mannigfaltig, so dass er auf alle Fälle als Americana & Roots-Musiker bezeichnet werden kann. Stimmlich ist er irgendwo zwischen Tom Waits und Howlin‘ Wolf angesiedelt. Seine Texte werden oft mit Bukowski verglichen und das nicht nur weil wie in den Gedichten des legendären Säufer-Poeten der Alkohol oftmals eine wichtige Rolle spielt. Black zeichnet ein realistisches und nie beschönigendes Bild vom Leben in Texas und Mexiko. Vielleicht hat er deshalb Frankreich zu seiner Wahlheimat erkoren, in der mindestens so viel Zeit wie in den USA verbringt. In Frankreich ist er daher sehr bekannt, während er hierzulande noch ein Geheimtipp ist. Da lädt das neue Doppelalbum natürlich zum kennen lernen ein.

Auf der ersten CD mit Studioaufnahmen wird oftmals das Bluesschema variiert, aber Stücke wie „Hotel Room In Mexico“ und „Bad Rose Tatoo“ mit TexMex-Klängen, „Worried About It“, das an Mississippi John Hurts Ragtime-Folk erinnert, „The King Of San Antone“, das erdiges Texas Country darstellt oder „Saints Of New Orleans“, das für feinstes Singer-Songwriter-American steht, zeigen seine Verbundenheit mit allen Stilformen der Roots Music.

Auf dem zweiten Silberling demonstriert der unermüdlich tourende Black dann seine Livekünste mit Mitschnitten von Konzerten in Deutschland und Frankreich aus den Jahren 2018 & 2019. Krachende, tosende Roots Music mit viel Texas Boogie. Ein besonderes Hörvergnügen aber gibt dabei seine Fassung von „I Can See Clearly Now“ des großen texanischen Musikerkollegen Johnny Nash ab. Ein packender Reggae-Roots-Blues-Rock-Hybrid.

Fazit: Eine schöne Best Of-Sammlung, die sich Neal Black redlich verdient hat. Den öfters auch in Deutschland tourenden Black live zu sehen, sollte man sich nicht entgehen lassen.

Neal Black & The Healers – Whereever The Road Takes Me: Best Of

Neal Black & The Healers - Whereever The Road Takes Me

Titel: Whereever The Road Takes Me
Künstler: Neal Black & The Healers
Veröffentlichungstermin: 13. Mai 2022
Label: Dixiefrog (H’art)
Formate: Doppel-CD, Vinyl & Digital
Tracks: 26
Genre: Roots, Blues, Americana

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Trackliste: (Whereever The Road Takes Me) CD 1

01. All For Business
02. Hotelroom in México
03. Jesus And Johnny Walker
04. Worried About It
05. Did You Ever
06. The King Of San Antone
07. Handful Of Rain
08. Cry Today
09. Lost Without You
10. Bad Rose Tattoo
11. Mississippi Doctor
12. New York City Blues
13. Justified Suspicion
14. Sunrise In Prison
15. Saints Of New Orleans
16. Misery
17. I’m Gonna Cry
18. It Hurts Me Too

Trackliste: (Whereever The Road Takes Me) CD 2

19. If I Had Possession Over Judgement Day (Live)
20. Goodbye Baby (Live)
21. Did You Ever (Live)
22. Lost Without You (Live)
23. Handful Of Rain (Live)
24. Chicken Shack Cognac (Live)
25. I Can See Clearly Now (Live)
26. Streamline Woman (Live)

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Über Thomas Waldherr (705 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: Bob Dylan, Country & Folk, Americana. Rezensionen, Specials.
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