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Katja Kaye: In meiner Sprache

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Okay, es hat gedauert – aber manchmal führen Umwege eben auch ans Ziel. Mit diesem Album hat Katja Kaye endgültig ihre Muttersprache entdeckt – und wie. Im Music-Business ist sie schon eine ganze Weile, man kann ihr auch nicht vorwerfen, es immer wieder versucht zu haben. Ein entscheidender Schritt war ganz sicher die enge Bindung an die Songwriter-Szene in USA. Dort erkannte man spontan ihr Talent, sowohl als Sängerin wie auch als Autorin, Katja Kaye gehörte rasch dazu. Und sie ging oft nach Nashville, um mitten in der Szene zu lernen. Sie hat Augen, Ohren und ihr Herz weit aufgemacht, immer wieder wichtige Ermutigung bekommen direkt von den Profis des Genre. Immer mehr wuchs in ihr die Überzeugung, dass man sehr wohl das, was Country Music ausmacht, in einer anderen Sprache als Englisch transportieren kann. Es ist möglich, die Lockerheit, Spontanität, Direktheit, das Geschichten erzählen in der Muttersprache zu produzieren. Country Music in ihrer Ursprünglichkeit und in ihrer Beliebtheit beim Publikum lebt ganz sicher auch davon, mit den Menschen in der Muttersprache zu konferieren, davon, seine Herkunft nicht zu verleugnen, sogar stolz darauf zu sein. Warum also nicht auch in der Musik?

Die ersten Reaktionen des Publikums, dem Katja Kaye Lieder ihres Albums vorgestellt hat, müssen sie bekräftigen darin, dass sie auf dem richtigen Weg ist. Wer einmal in Nashville produziert hat, der weiß, die Musiker dort stellen sich vollkommen in den Dienst der Sache. Katja Kaye hat nicht nur die meisten Stücke dieses Albums geschrieben, sie war auch Produzentin, hat die Sessions arrangiert, die Songs ausgesucht – sie hatte also alles in ihren Händen. Sie wusste offenkundig genau, was sie wollte. Das Ergebnis ist ein unterhaltsames, stimmungsvolles Album. Katja Kaye möchte sich den Menschen mitteilen, ihnen Begebenheiten, Szenen aus dem Alltag darstellen. Es ist ihr gelungen.

Nachdem sie den „Kleinen Vampir“ und „Heute hier, morgen dort“ (Text von Hannes Wader) bereits vorab ins Rennen geschickt hatte, konnte man ahnen, was das Album bringen würde. Wer würde eine Volksweise wie „Die Gedanken sind frei“ im Country Gewand suchen? Überzeugend gemacht! Wer würde darauf kommen, über den „Offenbarungseid“ ein Lied zu schreiben? Die ehemalige Rechtsanwältin verarbeitete diese ihr beruflich vertraute Thematik originell, humorvoll und sogar im Bluegrass-Sound. Das habe ich mir gleich zweimal angehört. Es ist ironischerweise einer der wenigen Songs, die nicht von ihr stammen.

Fazit: Das Album ist eine rundum gelungene Produktion. Man spürt, Katja Kaye hat sich wohl gefühlt, es herrschte der richtige Groove, der einen Künstler losgelöst singen lässt. Katja Kaye ist über den Umweg Nashville auch in ihrer Heimat angekommen. Mit diesem Album wird sie sich weiter ins Bewusstsein der Menschen singen können, damit sollte sie auch bei den Medien mehr Gehör finden und nicht nur im Country Bereich an Boden gewinnen. Es ist ihr gelungen, ihren Stil nicht nur beizubehalten sondern ihn so zu verfeinern, dass man sie eigentlich nicht mehr überhören kann.

   

In meiner Sprache
CD: „In meiner Sprache“
Erscheinungsdatum: 2005
Label: Eigenvertrieb
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Trackliste:

01. Kleiner Vampir
02. Heute hier morgen dort
03. Lass ihn gehen
04. Niemand auf der Welt
05. Neues Spiel
06. Der Offenbarungseid
07. Tu’s doch
08. Eine Sommernacht wie diese
09. So lange ich lebe
10. Lässt du dich drauf ein
11. Mehr als rote Rosen
12. Die Gedanken sind frei

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