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Highwaymen: The Road Goes On Forever (10th Anniversary Edition)

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Wenn Johnny Cash, Willie Nelson, Waylon Jennings und Kris Kristofferson gemeinsam ein Album aufnehmen, dann kann das eigentlich nur ein Hochgenuss werden. Das wusste man schon 1995, als das Album erstmals veröffentlich wurde, und das weiß man auch noch heute, zehn Jahre nach Entstehung des Albums. Johnny Cash und Waylon Jennings sind inzwischen verstorben, wodurch dieses Album nochmals eine völlig neue Bedeutung bekommt. In der Reihe der Highwaymen-Alben ist es zwar das dritte, aber eigentlich das erste und einzige, was man wirklich als Album bezeichnen kann. Die beiden Vorgänger „Highwayman“ (1985) und „Highwayman 2“ (1990) waren dagegen eher eine Ansammlung einzelner Songs und keine Alben mit durchgehendem Faden. Hinzu kommt noch, dass diese beiden Alben nur dank moderner Studiotechnik und des damaligen Produzenten Chips Moman zustande gekommen sind. Denn wer ernsthaft glaubt, die vier Burschen hätten sich 1985 und 1990 gemeinsam im Aufnahmestudio vor ein Mikro gestellt, der liegt derart falsch, wie man nur falsch liegen kann. Erst 1994 begaben sich die vier Einzelgänger zwecks gemeinsamer Aufnahmesessions zu „The Road goes On Forever“ ins Studio.

Das Album beginnt mit dem rockigen „The Devil’s Right Hand“ aus der Feder von Steve Earle. Einen besseren Auftakt könnte es für das Album gar nicht geben, außer vielleicht „Live Forever“, welches aber erst durch das Ableben von Waylon und Johnny eine tiefere Bedeutung bekommen hat. Wie bei so vielen Songs der Highwaymen, vor allem auch auf den älteren Alben, wurden hier die Strophen brüderlich aufgeteilt, so dass jeder mal ein paar Zeilen ins Mikro singen darf.

Neben diesen Gemeinschaftssongs bietet das Album aber auch jedem Highwayman die Möglichkeit, sich mit einem Solotitel zu präsentieren. Johnny Cash singt das für ihn typische „Death And Hell“, Willie Nelson bietet eine Neuauflage seines Uraltsongs „The End Of Understanding“ und Waylon Jennings beeindruckt mit „I Do Believe“. Das Highlight der vier Solosongs ist aber ohne Frage die Neuaufnahme „Here Comes That Rainbow Again“ von Kris Kristofferson. Ein simpler Song voller Schönheit, wie ihn nur ein Kristofferson schreiben kann. Seine leicht holprige Stimme stört da gar nicht. Ganz im Gegenteil. Sie haucht dem Song sogar das nötige Leben ein. Denn wie die Vergangenheit bereits mehrfach gezeigt hat, waren Kristoffersons Songs zwar meist erst richtig erfolgreich, wenn sie von anderen Künstlern gesungen wurden, dafür dann aber auch nur halb so authentisch.

Soviel also zu dem, was man schon kannte. Doch was ist mit dem neuen Material, den unveröffentlichten Songs, mit denen man den Fans im Voraus den Mund wässrig gemacht hat? Bis auf „If He Came Back Again“ ist das, was man hier geboten bekommt, leider wenig hörenswert. Seltsame Demoaufnahmen mit lausiger Klangqualität. Das Gelächter und die Geräuschkulisse der restlichen Anwesenden im Studio übertönen leider an vielen Stellen den Gesang. Schade eigentlich, denn bei den heutigen technischen Möglichkeiten, hätte man das mittels Betätigung der richtigen Knöpfe und Regler sicherlich besser machen können. Die Deluxe-Edition bietet allerdings noch eine zusätzliche DVD, die neben einem Videoclip zu „It Is What It Is“ noch eine 40-minütige Dokumentation beinhaltet, in der verschiedene kurze Interviews, Gespräche der Highwaymen und zahlreiche musikalische Impressionen erahnen lassen, welche einmalige Atmosphäre dort damals im Studio geherrscht hat.

Famous last words: Die zusätzliche DVD, die allerdings nur in der wesentlich teureren und limitierten Deluxe-Edition enthalten ist, ist leider der einzige Grund, sich das Album nochmals zuzulegen, sofern man denn bereits die Originalfassung im Regal stehen hat. Der neue Song „If He Came Back Again“ bietet zwar gewohnt gute Highwaymen-Qualität, schafft es aber dann letztendlich doch nicht, das Defizit der 5 eigentlich überflüssigen Demoaufnahmen auszugleichen. Da hat die Plattenfirma einfach zu hoch gepokert, meiner Meinung nach. Dennoch, das Album an sich ist die Anschaffung auf jeden Fall wert. Schon alleine aus dem Grund, dass man hier vier Legenden der Countrymusic in Höchstform erlebt und es diese Konstellation nie wieder geben wird.

The Road Goes On Forever

CD: „The Road Goes On Forever“
Erscheinungsdatum: 2005
Label: Capitol Nashville (EMI)

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Trackliste:

01. The Devil’s Right Hand
02. Live Forever
03. Everyone Gets Crazy
04. It Is What It Is
05. I Do Believe
06. The End Of Understanding
07. True Love Travels A Gravel Road
08. Death And Hell
09. Waiting For A Long Time
10. Here Comes That Rainbow Again
11. The Road Goes On Forever
12. If He Came Back Again
13. Live Forever – Johnny Cash (Acoustic Demo)
14. I Ain’t Song – Waylon Jennings (Acoustic Demo)
15. Pick Up The Tempo – Willie Nelson (Acoustic Demo)
16. Closer To The Bone – Kris Kristofferson (Acoustic Demo)
17. Back In The Saddle Again – (Acoustic Demo)

DVD: Dokumentation: Live Forever- Im Studio mit den Highwaymen

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