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Gary Allan: Tough All Over

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Gary Allan hat wohl die schlimmste Zeit seines Lebens durchgemacht. Im Herbst 2004 beging seine Frau nach dreijähriger Ehe Selbstmord. Diesen schmerzlichen Verlust hat er in den Songs seines aktuellen Albums verarbeitet. „Es war wie eine Therapie für mich.“, sagt Gary über die Arbeit zu dieser Platte. Immerhin 4 der insgesamt 12 Titel hat er selbst geschrieben. Doch auch durch die restlichen Songs zieht sich dieses Thema wie ein roter Faden. Klassische Lovesongs findet man hier nicht – und das ist auch gut so! Für wen in der Welt sollte er diese Lieder zum jetzigen Zeitpunkt bitte auch singen …?

Der rumpelnde, von Jim Lauderdale geschriebene Opener und Titelsong „Tough all over“ zeigt dann auch gleich wo’s lang geht mit der Zeile „I wish you were still here and I say it sadly“. Da steckt man sofort drin, in Garys Gefühlswelt und das ändert sich auch nicht wesentlich während den folgenden 11 Stücken. Die erste Singleauskopplung „Best I Ever Had“ macht da keine Ausnahme: „So you sailed away, into a grey sky morning“, singt er da. Und auch Song Nummer drei des Albums, „I Just Got Back From Hell“, knüpft dort an. „I can’t say I’m doing great, but I think I’m doing well“ – okay okay, Gary. Jetzt aber mal wieder etwas optimistischer, ja?

Scheint, als würde er der Bitte nachkommen. Mit „Ring“ wird’s tatsächlich etwas freundlicher. Na ja, zumindest oberflächlich betrachtet. Im Grunde versteckt sich hinter dieser netten Popmelodie nämlich auch nichts anderes, als eine Story über den Verlust seiner Angetrauten. Gary besitzt nur noch den Ring und singt für ihn „You sure gonna miss the hand, that you were on“. Eigentlich überflüssig zu erwähnen, dass sich auch hinter solchen Songtiteln wie „Life Ain’t Always Beautiful“, und „Puttin‘ Memories Away“ keine andere Thematik verbirgt. Und selbst wenn jetzt vielleicht der Eindruck entsteht, dass der Rezensent ein wenig genervt ist von diesen Depri-Songs, so muss man doch eines ganz deutlich betonen: Stil und Persönlichkeit hat er, der Gary Allan. Es ist schon beachtlich, mit was für einer großen Portion Feingefühl er die Songs ausgewählt hat. Zu keinem Zeitpunkt wird es zu intim. Es bleibt immer eine gewisse Distanz und – da kann ich mich nur wiederholen – das ist auch gut so!

Ein Highlight, das noch kurz Erwähnung finden muss, ist „No Damn Good“ mit seinem treibenden Beat. Fast schon zu positiv sommerlich klingend für dieses nachdenkliche Album, dafür aber ganz sicher ein Kandidat für eine der nächsten Singleauskopplungen.

Famous last words: Gemeinsam mit seinem langjährigen Produzenten Mark Wright hat Gary Allan nun schon seine sechste und bisher persönlichste CD fertig gestellt. Anfangs wirkt das Album etwas schwerfällig, aber nach mehrmaligem Durchhören entwickelt es seine ganz eigene Dynamik und irgendeine, nicht näher zu definierende Magie.

   
Tough All Over
CD: „Tough All Over“
Erscheinungsdatum: 2006
Label: MCA Nashville

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Trackliste:

01. Tough All Over
02. Best I Ever Had
03. I Just Got Back From Hell
04. Ring
05. Promise Broken
06. Nickajack Cave (Johnny Cash’s Redemption)
07. Life Ain’t Always Beautiful
08. He Can’t Quit Her
09. What Kind Of Fool
10. Puttin‘ Memories Away
11. No Damn Good
12. Putting My Misery On Display

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