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Gene Watson

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Mit diesem Texaner verbinden mich besondere Erinnerungen. Manchmal hat man bei neuen Interpreten gleich das Gefühl, der könnte es schaffen. 1974 empfahl mir eine gute Bekannte bei einem Urlaub in Texas ihren Landsmann Gene Watson und gab mir eine Single von einem winzigen Label.

Der Titel darauf hieß „Love In The Hot Afternoon“, er ging mir sofort ins Ohr. Mehr noch blieb die sanfte, gefühlsbetonte, ganz leicht wiedererkennbare Stimme im Gehörgang haften. Wenn dieser Bursche ein wenig Glück hatte, würde er ein Star werden, denn eine Stimme wie seine gab es nicht auf dem damaligen Markt. Monate später erschien diese Single bei Capitol Records und wurde erst auf Platz 3 der Charts gestoppt. Zahlreiche Hits sollten Folgen!

Gene WatsonJahrelang bereits hatte der aus dem texanischen Palestine (geboren 11. Oktober 1943) stammende Gene Watson bereits in kleinen Clubs gespielt, meist im Großraum Houston. Tagsüber arbeitete er als Karosserieschlosser. Bei mehreren lokalen Indie-Labels waren Singles von ihm erschienen, ohne dass es ihn auch nur ein Stück weiter gebracht hätte. Er selbst hatte allerdings auch nicht bei einem größeren Label angeklopft. Mehr dem Zufall war es zu verdanken, dass Capitol auf ihn aufmerksam wurde und unter Vertrag nahm. Den Ausschlag geben die einmalige Stimme und der haargenau dazu passende Song.

„Love In The Hot Afternoon“ setzte Gene Watson 1975 in die Spur. Gute 20 Jahre gehörte er zu den Dauergästen in den Charts, woran auch mehrere Wechsel der Plattenfirma nichts änderten. Watson erweist sich als solider, zuverlässiger Star, der musikalisch keine Experimente eingegangen ist. Bis heute hat er es verstanden, die für seine Stimme und sein Naturell passenden Songs zu finden. Und die sind typisch mainstream Country, gradlinig, sie handeln von Glück und Leid, Liebe in allen Variationen, kurz vom Lebensalltag. Und dazu gehört auch der Tod.

Kaum zu glauben, aber einer der vom Publikum meist geliebten und gewünschten Songs heißt „Farewell Party“, zwar „nur“ eine Nr. 5 aber ein absoluter Dauerbrenner. Ein Lied, das wohl nur ein Gene Watson so emotional singen kann, ohne schnulzig zu wirken. Sein kommerziell bester Song heißt „Forteen Carat Mind“, weitere Renner waren und sind es bei seinen Auftritten immer noch: „Where Love Begins“, „Paper Rosie“, „Pick The Wildwood Flower“, „Should I Come Home“, „Raisin‘ Cane In Texas“, „You’re Out Here Doing What I’m Here Doing Without“, „Got No Reason Now For Goin‘ Home“, „Memories To Burn“, „Don’t Waste It On The Blues“.

Auch als die Zeit des Gene Watson in den Charts vorbei war, blieb er seiner Linie treu und bei seiner klassischen Country Music. Bei ihm kann Jeder sicher sein, was ihn erwartet, sowohl auf CD als auch live auf der Bühne. Er ist, musikalisch gesehen, ein so genannter „Survivor“, ein Überlebender, der sich nicht um aktuelle Trends schert.

Sein Album „In A Perfect World“ von 2007 erhielt Bestnoten von den Kritikern, er konnte seine außergewöhnlichen Fähigkeiten als Balladen-Sänger einmal mehr unter Beweis stellen. Zwei Jahre später wiederholte er das mit „A Taste Of Truth“. In diesem Jahr überraschte er uns alle mit dem Album „Your Money And My Good Looks“ im Duett mit der ebenso unvergleichlichen Rhonda Vincent. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass dieser Gene Watson mit zunehmendem Alter immer noch besser wird. Trotz seiner nun 68 Jahre ist er unermüdlich weiter on tour, zeitweise mit Rhonda Vincent gemeinsam. Möge ihm dies zu seinem Wohl und dem der vielen Fans weltweit noch lange möglich sein.

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