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Toby Keith: Drinks After Work (Deluxe Edition)

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Nachdem er seinem 2012er Album „Hope On The Rocks“ gerade mal zwei Singleauskoppelungen gegönnt hatte, marschiert Country-Superstar, Barkettenbesitzer und Szene-Tausendsassa Toby Keith mit Siebenmeilenstiefeln zur Veröffentlichung seines 17. Studioalbums in nunmehr 20 Jahren.

Da seine letzten vier Singles („Red Solo Cup“, „Beers Ago“, „I Like That Girls That Drink Beer“, „Hope On The Rocks“) verschiedenen Facetten des Alkoholkonsums gewidmet waren, blieb eine gewisse Vorahnung, dass sich die inhaltliche Wandlung vom musikalischen Vorzeigepatrioten zum gemütlichen „Feierbiest“ auch auf Drinks After Work fortsetzen könnte.

Glücklicherweise verbirgt sich hinter diesem oberflächlichen Etikett ein blitzsauberes Country-Album mit einem gehörigen Schuss Tradition inmitten einer facettenreichen und zugleich authentischen Gesamtproduktion. Etwas verstörend wirkt lediglich der als Leadsingle vorab veröffentlichte Titelsong, der die treue Fangemeinde bereits mit seinem keithuntypischen Synthesizerintro auf eine harte Probe stellt. Dieser Versuch mittels profaner Message und eingängiger Melodieführung einen Smashhit zu erzwingen, hat auf Rang 17 der Country Airplay Charts sein Ende gefunden.

Alle übrigen Songs stammen zu großen Teilen aus Tobys gewohnt sicherer Feder und wurden in Zusammenarbeit mit seinem Kompagnon Bobby Pinson zu einem gut abgestimmten Qualitätswerk montiert. Der Opener „Shut Up And Hold On“ verkörpert hundertprozentige Toby Keith-Attitude, zeigt in den Strophen Parallelen zum letzten Nr.1-Hit „Made In America“ und trifft als radiofreundliche Folgesingle voll ins Schwarze. Auch „Before We Knew They Were Good“ ist mit seinem „Beers-Ago-Flavour“ extrem „catchy“ und zählt in perfekter Abstimmung von Message und Melodie zu den stärksten Songs des Albums. Das charmante „Little Miss Tear Stain“ hält das Tempo hoch und schlägt mit einem gepflegten Groove in die gleiche Kerbe. Mit Song Nr. 5 „The Other Side Of Him“ wird es erstmalig ruhiger. Diese Gänsehautballade ist stimmlich dermaßen intensiv, so dass man sie getrost zu den emotionalsten Performances in Keiths gesamter Karriere zählen darf.

In der zweiten Hälfte des Albums wird es dann traditioneller. Während andere Kollegen mit moderner Soundtechnik experimentieren, lässt Toby Keith ungehemmt Fiddle und Banjo kreisen, so auf dem launigen, an die alten texanischen Haudegen à la Guy Clark erinnernden „Last Living Cowboy“. Auch „I’ll Probably Be Out Fishing“ ist an alle die gerichtet, die sich „real country“ ohne Stilbrüche auf die Fahne schreiben. Normalerweise könnte man nach den 10 Songs der Standardedition zufrieden die Repeattaste drücken, wären da nicht die drei erwähnenswerten Zugaben der Deluxe-Edition (Empfohlen sei die ausschließlich bei Walmart erhältliche ZinePak Edition mit einem 64-seitigen Info-Booklet).

„Call A Marine“ ist ein großartig geschriebenes, mit einem Spaßfaktor unterlegtes Zuckerstück klassischer Country-Performance, das einmal mehr die nationale Verbundenheit mit den „military troops“ symbolisiert. Der Gegensatz zu der intensiven Hommage an Keiths langjährigen Weggefährten und kürzlich verstorbenen Bassplayer Chuck Goff „Chuckie’s Gone“ könnte hingegen kaum krasser ausfallen. Die Deluxe-Edition endet mit einem Sammy Hagar-Duett-Cover von Jimmy Buffetts „Margaritaville“, das als typischer Fun-Bonustrack ein insgesamt überdurchschnittliches Album abschließt.

Fazit: Es ist schlichtweg phänomenal, mit welcher Konstanz der vielbeschäftigte Nationalheld aus Oklahoma Jahr für Jahr hochwertiges Songmaterial für ein Albumrelease zustande bringt. In diesem Kontext hält auch „Drinks After Work“ die gewohnte Qualität, gibt der Tradition im Vergleich zum Vorgänger etwas mehr Raum ohne dabei „out of fashion“ zu sein. Auch wenn es kommerziell verlockend sein mag, einen massentauglichen Megahit à la „Red Solo Cup“ zu wiederholen, bleibt Toby Keith immer dann am überzeugendsten, wenn er seine Country-Roots zum Vorschein bringt. Auf „Drinks After Work“ gibt es von diesen authentischen Momenten reichlich, für die ihn sein Stammpublikum ohne „Wenn & Aber“ lieben dürfte.

Die CD Drinks After Work (Deluxe Edition) von Toby Keith – Bestellen, Format, VÖ. und Label:

   

Toby Keith: Drinks After Work
Künstler: Toby Keith
Albumtitel: Drinks After Work
Deluxe Edition
Format: CD & Digital
Veröffentlicht: 2013
Label: Show Dog (Universal)

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Trackliste:

01. Shut Up And Hold On
02. Drinks After Work
03. Before We Knew They Were Good
04. Little Miss Tear Stain
05. The Other Side Of Him
06. Last Living Cowboy
07. Show Me What You’re Workin‘ With
08. Whole Lot More Than That
09. I’ll Probably Be Out Fishin‘
10. Hard Way To Make An Easy Living
11. Call A Marine
12. Chuckie’s Gone
13. Margaritaville – mit Sammy Hagar

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Über Bernd Wenserski (577 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: New Country. Rezensionen und Specials.
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