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Bri Bagwell: EP

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Der kommerzielle Erfolg weiblicher Gesangstalente im Bereich Country beschränkt sich im Wesentlichen auf die „großen Drei“. Doch wem Taylor Swift zu poppig, Miranda Lambert zu „twangy“ und Carrie Underwood zu perfekt rüberkommt, dem bieten sich interessante Alternativen. Selbst im maskulin geprägten Staate Texas gelingt es Künstlerinnen immer wieder, in die Phalanx der Top-Airplay-Acts einzubrechen.

Namen wie Charla Corn, Kylie Rae Harris oder die Newcomerin Melissa Brooke haben sich als attraktive, traditionsbewusste und musikalisch begabte Vertreterinnen ein mittlerweile eigenes Szenepublikum erschlossen. Die Künstlerin mit der möglicherweise größten Perspektive aus diesem Zirkel heisst Briana Rae (Bri) Bagwell.

Mit Bezug auf die genannten „Big 3“ bringt die 26-Jährige aus Las Cruces, New Mexico, eine interessante Mixtur aus dem Teenage-Starappeal einer Taylor Swift, Mirandas „rooted attitude“ und Carrie Underwoods Vocalpower mit. Dazu gesellen sich seriöse Songwritingskills, die jüngst einer Kacey Musgraves zum nationalen Szenedurchbruch verholfen haben.

Vielleicht war es gar ein glücklicher Umstand, dass Bri Bagwell 2011 als Teilnehmerin der Nashviller Castingshow „CMT’s Next Superstar“ vorzeitig ausschied und sich auf diese Weise dem kurzfristigen Produzentenhype entledigte. So konnte sie ihr Profil behutsam ausprä-gen, das den Fans der lokalen Szene erstmals im Jahr 2010 mit der Country-Folk basierten EP „Midnight Hour“ zuteil wurde.

Seitdem hat die zierliche Blondine ihren Stil als authentische Erzählerin von emotionalen Alltagsgeschichten stetig weiter entwickelt. Ein spürbarer Nachweis dessen ist die traurig-schöne, selbstgeschriebene Ballade „Whiskey“ (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Jana-Kramer-Single), mit der Bagwell im vergangenen Jahr erstmals die Top 15 der regionalen Radiocharts erreichte. Dieser außergewöhnliche Song (unterlegt mit einem emotionalen Video) gehört zu den verborgenen Schätzen der Lonestar Music Scene und bildet den Höhepunkt ihres 2011er Debütalbums „Banned From Santa Fe“.

Nach diesem Achtungserfolg hat die mittlerweile in College Station, Texas ansässige Sängerin mit ihrer neuen EP namens „Bri Bagwell“ den Durchbruch in die vorderste Reihe geschafft. Ihre Leadsingle „Hound Dog“ entwickelt sich zum Chartbreaker und rangiert gegenwärtig als einziger Song einer weiblichen Künstlerin in den Top 10 der Texas-Regional-Radio-Charts. Dieser Song ist textlich griffig, energiegeladen und lässt den Zorn der betrogenen Geliebten stimmlich eindrucksvoll durchscheinen. Auch die sechs weiteren Tracks bestätigen die Evolution von der schüchtern anmutenden Provinzsängerin zu einer modernen Countryinterpretin, die es auch überregional mit den Großen der Branche aufnehmen kann.

Song Nr. 2 „All The Same“ ist erfrischender, radiotauglicher New Country, der die stimmlichen Fähigkeiten Bagwells dennoch nicht überlagert. „Crazy“ ist mit seinem Pop-Arrangement der Song, der von den Countryroots am weitesten entfernt sein mag, aber dennoch durch eine einprägsame Hookline überzeugen kann. Die Ballade „It’s Not Love“ erinnert zu Beginn stark an den Clarkson/Aldean-Hit „Don’t You Wanna Stay“, reicht jedoch in seiner Wirkung nicht ganz an die Intensität von „Whiskey“ heran. Ein echter Knaller ist der Song „Two Words“, der mit seinem Offbeat-Style Miranda Lamberts „Mama’s Broken Heart“ nahe kommt. Nach einem kurzen Flirt mit dem Country-Rock („Slow“) endet das Album viel zu früh mit dem wunderbar reduzierten, pianounterlegten „Princess“, in dem die Songwritingskills Bagwells durch pointierte Interpretation besonders zur Geltung kommen.

Bei allem Lob bleibt letztlich abzuwarten, ob sich dieser Entwicklungsschritt der jungen Dame, die in diesem Jahr mit Regionalgrößen wie Roger Creager oder Aaron Watson auf Tournee ist und zuletzt im Vorprogramm von Kip Moore und Thomas Rhett zu sehen war, auch überregional bemerkbar macht.

Fazit: Bri Bagwell hat mit ihrer selbstbenannten EP Freunden der modernen, authentischen Female-Countrymusik aus dem Herzen gesungen. Die Produktion ist professionell, die Melodien eingängig und dennoch countrybased. Mit ihren 26 Jahren ist das Selfmade-woman aus dem Herzen Texas nun reif für den nächsten Schritt. Die Standouttracks „Hound Dog“, „Two Words“ und „Princess“ zeigen verschiedenste Facetten dieser begabten Künstlerin als Wegweiser in eine vielversprechende Zukunft auf.

Bri Bagwell: EP

Künstler: Bri Bagwell
Albumtitel: EP
Format: Digital
Veröffentlicht: 2013
Label: Bri Bagwell

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Trackliste:

01. Hound Dog
02. All The Same
03. Crazy
04. It’s Not Love
05. Two Words
06. Slow
07. Princess

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Über Bernd Wenserski (583 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: New Country. Rezensionen und Specials.
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