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Games People Play: Joe South

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Dieser von Joe South geschriebene Song ist ein echter Dauerbrenner. Es gibt ihn in unzähligen Versionen und den verschiedensten Sprachen. Er gehört zu den gefragtesten Oldies wenn es um die Zusammenstellung entsprechender Sampler geht. Bei Tanzveranstaltungen und Parties kommt der Song auch mehr als 40 Jahre nach seiner Veröffentlichung weiter sehr gut an.

Dabei passt er inhaltlich eigentlich überhaupt nicht dorthin, denn man kann „Games People Play“ ruhigen Gewissens als Protest-Song bezeichnen. Und so hat ihn sein Autor Joe South wohl auch verstanden wissen wollen. Das Lied passt so richtig in das Umfeld der späten 1960er Jahre. Joe South hält der Gesellschaft, mehr noch, er hält jedem einzelnen von uns den Spiegel vor die Nase und nimmt sich selbst dabei nicht aus. Eine Art des Innehaltens für einige Augenblicke und des Sichbesinnens und Hinterfragens.

Angeregt zu diesem Lied wurde Joe South eigenen Angaben zu Folge durch das kurz zuvor erschienene Buch, dem der Autor Eric Bernie ebendiesen Titel gab: Games People Play. Es geht um die verlogene Gesellschaft, in der jeder nur den eigenen Vorteil sucht, ohne Rücksicht auf andere.

Kurz zusammengefasst heisst es im Song:

Tag und Nacht spielen die Leute ihre Spielchen. Nie meinen sie das, was sie sagen, nie sagen sie das, was sie meinen. Sie verteiben sich die Zeit in ihrem Wolkenkuckucksheim bis sie irgendwann in einer blumengeschmückten schwarzen Limousine liegen. Wir bringen andere zum Weinen, brechen ihr Herz und suchen dann das Weite. Schuld sind immer andere. Keiner gibt nach. Wir starren auf unsere Erinnerungs-Fotos und denken, was alles hätte sein können. Es ist eine ewige Schande. Die Leute singen dir das Hallelujah ins Gesicht, in Wirklichkeit möchten sie dir im Namen Gottes eins überbraten. Es wird dir alles beigebracht, komm also ruhig mit an Bord. Schau dich um, was mit dir und mir geschieht. Gott garantiere mir den Durchblick, dass ich mich daran erinnere, wer ich selbst bin. Denn den Verstand hat man schon abgegeben zugunsten des Stolzes und der Eitelkeit. Die Menschheit stimmt mich traurig, doch wen interessiert das schon.

South kritisiert nicht nur die Gesellschaft sondern spricht auch jeden Einzelnen an.
Dass er selbst damit auch im Tagesgeschäft so erfolgreich wurde, mag ihn am meisten überrascht haben, seine Single schaffte es in den Pop Charts immerhin auf Platz 12.

Ausschlaggebbend für den dauerhaften, zeitlosen Erfolg des Songs ist sicherlich der eigentlich immer aktuelle Inhalt. Aber auch die clevere Wortwahl des Originals mit Wortspielereien, die nur schwer zu übersetzen sind. Dazu die eingängige Melodie sowie die „Na-na-na-na-na-Passagen“, die sich leicht in jeder Sprache mitsingen lassen. Und dann nicht zuletzt die Instrumentierung. Vor allem das einprägsame, ins Ohr gehende Intro mit der elektrischen Sitar, die South auch bei anderen Aufnahmen verwendete. Ob der am 6. September 2012 im Alter von 72 Jahren gestorbene Joe South die Melodie an ein Traditional anlegte, kann nur vermutet werden. Zumindest gibt es in der Cajun Music ein ähnlich klingendes Traditional (z.B. von Nathan Abschire aufgenommen). Mehr über Joe South ist in der Kategorie Was ist aus ihnen geworden? nachzulesen.

Fast unüberschaubar bleibt die Anzahl der Cover-Versionen von „Games People Play“. In meinem Archiv allein finden sich schon zahlreiche Country-Versionen, u.a. von Lynn Anderson, Hank Williams Jr., Don Gibson, Wanda Jackson, Waylon Jennings, The Jordanaires, Jerry Lee Lewis, Jeannie C. Riley, Barbara Mandrell, Ben Colder, Billy Mize, Jimmy C. Newman, Bobby Harden, Peggy Sue, Don Williams, Ernest Tubb, Dolly Parton, Wynn Stewart, Mel Tillis, Jim Reeves‘ Blue Boys und der Earl Scruffs Revue. Kommerziell erfolgreichste der „Country-Versionen“ wurde die Aufnahme von Joe South’s Kumpel Freddy Weller, der damit 1969 Platz 2 schaffte und seinen größten Hit überhaupt verbuchte. Die Aufnahme-Session dazu hatte ihm Joe South erst ermöglicht.

Auch Stars anderer Musikrichtungen haben den Song aufgenommen, darunter Bill Haley, Paul Anka, Petula Clark, Dionne Warwick, Tom Jones, The Georgia Satellites, The Tremeloes, Ike & Tina Turner, James Taylor und sogar DJ Bobo. Erwähnenswert sicher auch eine der französischen Versionen, nämlich die von Claude Francois: „Jeux Dangereux“.

Natürlich gab es auch die eine oder andere deutsche Variante von „Games People Play“ unter dem Titel „Gesellschaftsspiele“. Etwa die von Angie van Burg & Jürgen Westphal oder von Marion Schumann. Viel interessanter aber ist eine andere Aufnahme. Im Jahre 1969 veröffentlichte man eine Single mit den beiden Titeln „Ein zauberhafter Sommer“ und „Gesellschaftsspiele“ (Polydor 53155). Interpret ist ein gewisser William Ramsey III – niemand anders als der allseits bekannte Bill Ramsey, der übrigens den einen oder anderen Country Song aufgenommen hat. Entweder in seiner Muttersprache oder in Deutsch. Erstaunlich bleibt, dass bei all den vielen Wiederveröffentlichungen nie „Gesellschaftsspiele“ Berücksichtigung fand. Ich jedenfalls kenne kein Album von Bill Ramsey oder einen Sampler der diesem Titel enthält. Somit handelt es sich bei „Gesellschaftsspiele“ von William Ramsey III um eine echte Rarität, ein ausgesprochenes Sammlerstück, denn die Original-Scheibe ist durchaus noch aufzutreiben.
Eine weitere deutsche Variante mit ganz anderem Text nahm übrigens die Norwegerin Wencke Myhre auf. Titel: „Keiner lügt so wie du“ – ein allerdings zweifelhaftes Kompliment. Übrigens hat Wencke Myhre eine ganze Reihe deutsche Versionen von Country Songs aufgenommen, was jedoch kaum bekannt ist.

Festzuhalten bleibt, dass „Games People Play“ ein erstklassiger Song ist und bleibt. Wenn ein Lied in so vielen Versionen, Stilrichtungen und Sprachen aufgenommen wird, gehört er zweifellos zu den Hochkarätern.

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